Geschrieben am 10.04.2015

Krankenhaus: Bürgerinitiative hat viel erreicht

Calw — Viel sei für den Standort Calw erreicht worden. Dennoch wird die Bürgerinitiative (BI) Krankenhaus die künftige Entwicklung weiter aktiv begleiten.

Wir werden weiter kritisch und hellwach sein”, machten Ewald Prokein und Eberhard Bantel im Gespräch mit unserer Zeitung deutlich. Insbesondere werde auf die Einhaltung der Zusagen, die bei der Informationsveranstaltung am 9. Februar in Stammheim von Landrat Helmut Riegger und Elke Frank, Geschäftsführerin des Klinikverbunds Südwest, gemacht worden sind, geachtet. Demnach sind nun für Calw 127 statt 105 Betten vorgesehen. Zudem wird die Plausibilität des GÖK-Gutachtens überprüft, wie vom Kreistag am vergangenen Montag beschlossen.

Diese Entwicklung sei auch auf die Arbeit der BI zurückzuführen, sind Bantel und Prokein überzeugt. Somit habe man einiges bewirkt. Dass allerdings nun mit PricewaterhouseCoopers (PwC) die Wirtschaftsprüfer des Kreisklinikums mit der Überprüfung des GÖK-Gutachtens beauftragt werden, stellt die Initiative nicht zufrieden. Man sei sehr unglücklich, so Bantel, dass die BI nicht habe durchsetzen können, einen unabhängigen Gutachter selbst zu beauftragen.

Prokein: “Damit liegt nahe, dass nicht unabhängig geprüft wird. Wir wollen eine neutrale Gesellschaft.” Dass GÖK-Gutachten selbst hält Bantel für ein politisch motiviertes Auftragsgutachten.

Es sei zwar erfreulich, dass es nun 127 statt 105 Betten geben soll; ein Krankenhaus mit weniger als 160 Betten sei aber nicht wirtschaftlich zu führen. Das sei schon notwendig, um Intensivstation und Anästhesie zu erhalten. Zudem kämen an kleine Häuser keine Ärzte zur Ausbildung mehr, von denen sich erfahrungsgemäß später viele in der Region niederlassen.

Es bleiben die Zweifel, dass die Klinik in Nagold ein Plus von fünf Millionen Euro erwirtschaftet, um die geplanten Verluste von vier Millionen Euro in Calw auszugleichen.

Zudem besteht die BI darauf, die Orthopädie in der Hesse-Stadt zu belassen.

Zudem geht die BI von einer Landesförderung von 20,5 Millionen Euro aus und nicht, wie Landrat Riegger vor dem Kreistag sagte, von 65 Millionen Euro. Demnach müsste der Kreis 52 Millionen an Eigenleistung aufbringen..

 

Alfred Verstl, schwarzwaeöder-bote.de vom 30.03.2015

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