Geschrieben am 20.07.2017

Das Minus ist deutlich

Dass aus wirtschaftlicher Sicht weiterhin Handlungsbedarf auf dem Krankenhaussektor besteht, zeigte sich bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2016 der Kreiskliniken Calw gGmbH im Calwer Kreistag.

Denn die Verluste, die man auch im Jahr 2016 mit den Krankenhäusern eingefahren hat, sind kein Pappenstiel und belasten den Kreishaushalt immens. Zum Verlustausgleich für das Jahr 2016 muss der Landkreis nach den Worten von Martin Loydl, Geschäftsführer des Klinikverbunds Südwest, 5,7 Millionen Euro aufbringen. Das eigentliche Jahresergebnis liegt mit 5,9 Millionen Euro noch höher. Ein größerer Teil dieses Minus entfällt auf die nicht vom Land getragenen Investitionen. Ohne die getätigten Investitionen wäre man 2016 auf ein Minus von nur etwa 3,7 Millionen Euro gekommen. Dieses Minus ist das Höchste im ganzen Klinikverbund. Böblingen komm beim Verlust ohne Investitionen auf einen Wert von 3,1 Millionen, Leonberg auf etwa 2,1 Millionen. Im vergangenen Jahr lag man im Kreis Calw noch mit 1,4 Millionen im Plus, 2015 bei einem Minus von rund einer Million.

Die beiden Kliniken erwirtschafteten 2016 Umsatzerlöse in Höhe von 77,5 Millionen Euro, 900 000 Euro mehr als im Jahr davor. Davon entfallen fast 45 Millionen auf Nagold und 32,7 Millionen Euro auf Calw.

Ein Plus von 17,4 Prozent gab es 2016 bei den Erlösen aus den ambulanten Leistungen – besonders bei den Notfällen, der physikalischen Therapie und den ambulanten Operationen gab es ein deutliches Plus. Nach oben ging es allerdings auch beim Personalaufwand, der 2016 um 6,4 Prozent auf 51,2 Millionen Euro stieg.

 

Sebastian Bernklau, Schwarzwälder Bote vom 20.7.2017

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