Geschrieben am 06.11.2017

Kliniken beklagen Kürzungen

Studie -  Sozialminister setzt auf weitere Konzentration: bald unter 200 Krankenhäuser?

Immer mehr Patienten im Land werden in immer weniger Kliniken behandelt. Das zeigt die aktuelle Krankenhausstatistik. Und der Strukturwandel geht auch in Zukunft weiter.

Immer weniger Krankenhäuser in Baden-Württemberg versorgen immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit. Zu diesem Ergebnis kommt das Statistisch Landesamt in seinem Jahresbericht. Demzufolge wurden im vergangenen Jahr 2,17 Millionen Patienten in Kliniken vollstationär behandelt. Das sind 27.000 mehr als im Jahr zuvor (plus 1,2 Prozent). Verantwortlich dafür seien der demografische Wandel und der medizinische Fortschritt, erklärt Annette Baumer, Sprecherin der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG).

Aktuell gibt es demnach 266 Krankenhäuser. Vor zehn Jahren waren es noch 296. Dieser Trend setzt sich fort: Im Kreis Lörrach schließen sich drei Kreiskliniken und ein kirchliches Haus als Klinikgesellschaft in einem geplanten Neubau zusammen. Die bei den Kliniken in Albstadt und Balingen sollen zu einer Zentralklinik im Zollernalbkreis fusionieren.

Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne) indes hat prognostiziert, in zehn, 15 Jahren werde die Zahl der Kliniken auf 200 sinken. Der Südwesten habe zu viele kleine Einrichtungen und zu wenig Spezialisierungen.

Zu diesem Schluss kommt auch der aktuelle Krankenhaus Rating Report des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Dort wird der jährliche Investitionsbedarf für die Kliniken im Land auf 650 Millionen Euro beziffert. Für die neuen Baumaßnahmen sind im Etatentwurf 2018/2019 laut Sozialministerium 487,8 Millionen Euro für beide Jahre eingeplant.

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Von Carola Fuchs, Oberndorf

Schwarzwälder Bote, Titelseite vom 2.11.2017

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