Geschrieben am 25.11.2017

Moderne Kriegsführung

BETRIFFT: Krankenhaus

Die Krankenhauspolitik setzt für die Landkreise Böblingen und Calw meines Erachtens nach typische Mittel einer modernen Kriegsführung ein: Propaganda mit permanenten Fehlinformationen, Täuschungen und falschen Versprechungen. Nun soll die physische Zerstörung des Calwer Krankenhauskomplexes folgen — und damit meiner Meinung nach unter anderem die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit der Großen Kreisstadt.

Zunächst sollte in Calw ein neues Krankenhaus gebaut werden, um darin die Arbeitsabläufe mit kurzen Wegen effektiver zu gestalten. Stattdessen kommt ein Neubau, meiner Einschätzung nach ohne Überlebensperspektive mit nur 135 Betten und ohne Schwerpunktmedizin. Das derzeitige Krankenhaus erfüllt zweifellos das Leistungsspektrum dieses kleinen Neubaus. Der Grund für den Neubau ist entfallen. Dennoch soll der auf modernem Stand gehaltene gesamte Krankenhauskomplex in Calw mit allen neuzeitlichen Zusatzgebäuden und medizinischen Schwerpunkten dem Erdboden gleichgemacht werden. Die Hintergründe dafür sind meines Erachtens nach:

Erstens: Böblingen plant für seinen Mega-Krankenhausneubau ganz offen die Calwer Patienten ein.

Zweitens: Calw plant auf dem Gelände des derzeit bestehenden Krankenhauskomplexes ein gigantisches privatwirtschaftliches Immobilienprojekt.

Drittens: Die kommenden Probleme der Gesundheitsversorgung in Calw sind vorhersehbar. Die Politik sichert durch das »Niederbrennen« des Calwer Krankenhauses zum einen das Calwer Immobilienprojekt und zum anderen die oben genannten Planungsansätze für Böblingen.

Die Politik zerstört meiner Meinung nach das Calwer Krankenhaus wegen eines Immobilienprojektes unter dem Deckmantel der Neuorganisation der Krankenhauslandschaft in Deutschland. »Zerstörung« ist die typische Kriegsmethodik zur Brechung des gegnerischen Widerstands, hier meiner Meinung nach von Teilen der eigenen Bevölkerung.

 

Von Henning Külz, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 24.11.2017

 

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