Geschrieben am 11.12.2017

Bürgerbegehren gefährdet Klinikstandort

Das Bürgerbegehren gefährdet den Klinikstandort Calw. Sicher ist, das Krankenhaus, wie es jetzt ist, kann es in Zukunft nicht mehr geben: Die Kliniken Calw und Nagold haben ein erhebliches Defizit eingefahren und ein  »weiter so« war nicht möglich.

Verschiedenste Konzepte wurden in der Vergangenheit diskutiert wie zum Beispiel die Einhäusigkeit, was meiner Meinung nach eine stabile und große Klinik mit allen Fachabteilungen ermöglicht hätte. Dies wurde jedoch in den Bürgergesprächen und von vielen Politikern abgelehnt.

Jetzt sollen, entsprechend des Bürgerwillens, zwei Häuser betrieben werden, ein von vorne herein wirtschaftlich schwieriges Unterfangen. Der Neubau des Klinikums und die Renovation in Nagold wurden durch den Kreistag beschlossen und das Land hat die Zuschüsse genehmigt. Zu glauben, dass durch die Verhinderung eines Neubaus die alten Strukturen einfach fortgesetzt werden können, ist Unsinn!

Vielmehr bietet die Campusidee mit einem Zusammenführen von stationärer, fachärztlicher und hausärztlicher Betreuung sowie der Sozialstation für die Patienten optimale Behandlungspfade und stellt ein Projekt da, welches bisher nirgends so umgesetzt wurde und macht den Standort attraktiv für Patienten. Sicherlich ist die Frage der endgültigen Klinikgröße in CaIw und die Verteilung der Fachabteilungen zwischen Calw und Nagold noch korrekturbedürftig, da stimme ich den vielen Vorrednern an dieser Stelle zu.

Wie dem auch sei: Wenn ein Bürgerbegehren jetzt den Neubau des Klinik-Campus stoppt, die Klinik in Nagold renoviert und modernstens ausgestattet ist, so besteht für das alte Klinikum in Calw keine erkennbare wirtschaftliche und strukturelle Perspektive mehr. Der Verlust des Klinikstandortes wäre die Folge. Es muss eine sachliche und konstruktive Diskussion über die endgültige Größe und die Fachabteilungen des neuen Klinikum Calw geben, eine Verhinderung des Gesamtprojektes aber wäre ein Sargnagel für den Klinikstandort Calw als Ganzes.

 

Dr. Bernhard Plappert, Calw

 

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017

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