Geschrieben am 12.12.2017

Frage der Fairness

BETRIFFT: »Kliniken noch tiefer in den roten Zahlen« vom 5. Dezember

Unglaublich, zu was vermutlich Altersstarrsinn führt, und davon scheint es genug zu geben im Kreistag. Dazu kommt ein Landrat, der meiner Meinung nach keine eigene Meinung hat, sich treiben lässt und nur von Durchhalteparolen lebt. Bei der Hessebahn appelliert er an die »kommunale Familie«, zwischen Calw und Nagold lässt er sie vermissen.

Von Kreisrat Karl Braun hätte ich mehr erwartet. Er ist doch Unternehmer und weiß, dass man gerade da investieren muss, wo der Markt ist, nämlich in Calw. Dies beweist der Kliniksimulator der GKV. Außerdem müssen wir nicht Horb grundversorgen, sondern den eigenen Kreis. Dass die Calwer den beschwerlichen Weg nach Nagold auf sich nehmen, nur um sich von denen, die ihnen die Orthopädie stehlen, behandeln zu lassen, glaubt doch nicht einmal der größte Optimist.

Leute wie Herr Braun sind es letztendlich, die für ein noch größeres Defizit sorgen. Sie halten rigide an einem überkommenen Konzept fest, obwohl sie erkannt haben, dass es falsch ist, möglicherweise auch aus Eigennutz.

In beide alte Häuser Calw und Nagold ist nur noch das nötigste zur Betriebsfähigkeit zu investieren, bis man ein gemeinsames Krankenhauses mit Integration aller Abteilungen in der geographischen Mitte der beiden Städte geplant und gebaut hat.

Ich weiß, dass Herr Braun dies weiß. Warum steht er nicht dazu? Dies war übrigens auch das Fazit des ersten Teils des Bürgerforums. Wenn es aber weiterhin zwei Standorte in Calw und Nagold geben soll, dann müssen beide Standorte so gestaltet sein, dass sie eine Überlebenschance haben. Dies ist eine Frage der Fairness der Bevölkerung gegenüber und entspricht dem Versorgungs-Auftrag. Bei der derzeitigen Planung für Calw ist dies nicht der Fall.

Dr. Eberhard Bantel, Calw-Altburg

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