Geschrieben am 20.12.2017

Wer ohne Gespielte Sünde ist….

BETRIFFT: Klinikdebatte

Seit Anbeginn verfolge ich als Fachfremde die öffentlich ausgetragene Diskussion um den Klinikstandort Calw. Dass sich »in diesem Land Politik und der Umgang miteinander verändert haben«, mag ich als einzige Erklärung für eine sich zunehmend verschärfende Klinikdebatte nicht so recht hinnehmen. Auf der einen Seite ist es in der Tat nicht von der Hand zu weisen, dass die fortwährenden verbalen Spitzfindigkeiten der Gegnerseite der Sache nicht mehr dienlich sind. Andererseits nehme ich auf Seiten der Politik ein teilweise hartnäckiges Ignorieren von Empfehlungen der Calwer Ärzteschaft wahr. Dies stellt für mich ebenfalls ein Zeugnis fehlenden Respekts dar.

Vor diesem Hintergrund reicht es meines Erachtens nicht länger aus, einen »veränderten Umgang miteinander« lediglich zu beklagen. Vielmehr sehe ich die Zeit reif, sich zu fragen, welchen Ausweg es aus diesem Dilemma geben könnte: In meinem gewöhnlichen menschlichen Dasein versuche ich Konflikte im offenen Gespräch miteinander zu lösen. Vielleicht wäre es auch im scheinbar endlosen Calwer Krankenhauskonflikt eine Möglichkeit, nicht mehr länger übereinander sondern stattdessen wieder mehr miteinander zu sprechen. Ein beiderseitiges Besinnen auf die Sache und eine ergebnisoffenere Neuausrichtung der Debatte wären von großer Bedeutung. Schließlich geht es um nicht weniger als die Arbeitsplatzsicherung der Beschäftigten im Calwer Krankenhaus und um die medizinische Versorgung der Bürger im Landkreis Calw der Zukunft!

Fragt sich nur, wer bereit ist, den ersten Schritt zu gehen…

Von Daniela Kusterer, Calw-Heumaden

 Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 16.12.2017

Hinterlassen Sie einen Kommentar

senden