Geschrieben am 20.12.2017

Gespielte Entrüstung

BETRIFFT: »Kreistag sieht Grenzen überschritten« vom 12. Dezember

 Hier schlägt es »Dreizehn«! Denn: so wenig sich die Kreisräte alles gefallen lassen müssen, dürfen auch die Kreisbürger sich ein Überstülpen einer unerträglichen Krankenhaus-Planung gefallen lassen! Dazu noch: wenn Kreisräte mit gespielter Entrüstung und dem ausgestreckten Zeigefinger auf ein paar (vielleicht weil ungut formuliert) freche Leserbriefschreiber deuten, so deuten doch deren Mittelfinger und Zeigefinger und Ringfinger auf sie zurück und treffen (nicht zufällig) die Herren Kreisräte Braun, Prewo und Schuler, die unter Missachtung jeglichen Respekts, Ja! ihren Wählern (darunter manch potenzielle Klinik-Patienten) gegenüber, hämisch und zynisch formulierte Leserbriefe abdrucken ließen. Der »alte Kasten« an der Eduard-Conz-Straße hat doch sehr wohl einige Vorzüge gegenüber den neuen »Standard-Quadraten« vieler Neu-Planungen: Die als »Rückständig wegen lange Arbeitswege« verschrieenen Lang-Flur-Gebäude haben deutlich übersichtlichere Strukturen sowohl für das Personal (auf einen Blick erkenntlich was wo grad los ist), für die Patienten (ein Flur pro Station) und für die Besucher (Pforte nennt Stockwerk, Station/ Flur und Zimmernummer, fertig und klar)!!! In den Quadrat- Kliniken, wo das Pflege-Dienst-Zimmer mittig zwischen den (kurzen?) Fluren A, Bund C liegt, ist solch »Ein-Blick-Übersicht « nur mit Monitoren zu schaffen (Arme Nacht-Pfleger/innen die dann noch 48 Patienten alleinig »betreuen« müssen)! Nicht wenige Pfleger sind schon mal in der Eile auf Flur A statt B oder C gerannt und mussten (umständlich) zurück oder ums Eck rennen! Von oft (Klinik-Aufenthalt bedingt) verängstigten Patienten, die dann größere Orientierungsprobleme haben. Und die Besucher? Die müssen, wenn aus dem Aufzug tretend, erst den dort eventuell angebrachten »Flucht-Wege-Plan« studieren, damit sie wissen: wo steh ich grad und, muss ich nun links oder rechts oder geradeaus, oder gar im Kurzflur am Aufzug vorbei nach hinten??? Na ja, jüngste AOK- und andre Klinik-Planungs-Berichte lassen glauben, dass ein 135-Betten-KIinikle plus (noch nicht garantiertem) Campus kaum lang lebensfähig sein wird. Somit Calw an Böblinger Flugfeld-Großklotz-Klinik gebunden sein wird. Dort blüht uns dann laut »Report-Mainz«-Bericht vom 5. Dezember 2017 die in solchen Klötzen üblich-grausige Personal-Einspar-Politik! Aua!!!

Von Martin Dengler, Calw-Stammheim

 Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 16.12.2017

Hinterlassen Sie einen Kommentar

senden