Geschrieben am 21.12.2017

Nicht alles gefallen lassen

BETRIFFT: Krankenhaus

Seit Wochen, nein, seit Monaten verfolge ich mit Interesse die Debatte über das Thema Krankenhaus. »Debatte«? Darunter versteht man ja wohl den Austausch von Argumenten Pro und Contra zu einem Sachverhalt.

Leider ist meiner Meinung nach festzustellen, dass Argumente nur von einer Seite (von den Befürwortern des Erhalts des bestehenden Krankenhauses in Calw beziehungsweise der Einrichtung eines größeren Hauses) vorgebracht werden. Dem gegenüber stehen lediglich »Basta«-Äußerungen (»beschlossen ist beschlossen, wir werden das 1:1 umsetzen« – auch wenn die Grundlagen der Beschlüsse anscheinend fragwürdig sind). Dies wird noch begleitet von einer unsäglichen Drohgebärde (»wenn ihr das nicht nehmt, was wir vorhaben, bekommt ihr gar nichts«). Das ist nicht das, was man meines Erachtens nach unter einer Politik des »Mitnehmens des Bürgers« versteht, sondern vermittelt den Eindruck, dass der Bürger als Untertan betrachtet wird (»nur wir wissen, was für euch gut ist«). Gerade diese Haltung finde ich unerträglich, denn ich glaubte, die Zeiten einer solchen Einstellung seien längst überwunden. Eher ungeduldig warte ich also auf Aussagen des Landratsamtes und/oder des Rathauses, die sich transparent und verständlich mit den vorgebrachten inhaltlichen Argumenten auseinander setzen. Andernfalls stellt sich mir die Frage, ob fehlende Argumente der Beleg dafür sind, dass die Entscheidungen nur durch Druck von anderer Seite zustande kamen, dass zum Beispiel dem Bau der Großklinik auf dem Flugfeld alle anderen Interessen untergeordnet werden müssen.

So konstatiere ich wie ein Kreisrat: »Man muss (als Bürger) sich selbst in der Politik nicht alles gefallen lassen.«

Hanspeter Schellhorn,| Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 21.12.2017

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