Geschrieben am 18.02.2018

Einbringen der Ärzteschaft sollte unterstützt werden

Sehr geehrter Herr Kante,

Sie erwecken den Eindruck, als sei das Defizit der Kreiskliniken eine Sache von Calw. Dabei ist es meiner Meinung nach Folge einer verfehlten Gesundheitspolitik und geht zu gleichen Teilen auch von den Kliniken Nagold aus, obwohl bereits Erlöse dorthin verschoben werden. So ist seit 2015 der vormals in Calw angesiedelte Schwerpunkt für Kardiologie nach Nagold verlagert und es darf in Calw keine stationäre elektive Herzkatheter-Untersuchung mehr abgerechnet werden, was den Erlös meinen Berechnungen nach um 1.500 bis 3500 Euro je Eingriff schmälert.

Das Medizinkonzept 2020, an dem Sie „mitgearbeitet“ haben, verstärkt die Verluste weiter. So wird z.B. fälschlicherweise behauptet, die Verlagerung der Orthopädie nach Nagold hätte einen Vorteil. Fast niemandem der Kreisräte ist aber der Rechenfehler aufgefallen, der über 2 Millionen ausmacht. Von Ihnen hätte ich deshalb mehr Selbstreflektion erwartet. Ich gebe Ihnen Recht wenn Sie sagen, so kann es nicht weitergehen – auch nicht mit den Stereotypen „eins zu eins“ und „alternativlos“, denn es ist politisch motiviert. De facto geht es in Richtung einer möglichen Einhäusigkeit im Stadtkrankenhaus hinter Nagold für den halben Kreis Freudenstadt und Kreis Calw am Rand und in ungünstiger Verkehrslage. Das kann die Lösung nicht sein, denn es fehlt die Strukturpolitik für Calw, Schömberg, Liebenzell und Althengstett. Die Politik scheint für sich alleine überfordert. Deswegen möchte sich die Ärzteschaft aus dem gesamten Kreis Calw für ein medizinisch sinnvolles Konzept und für eine adäquate Grund- und Regelversorgung einbringen. Das sollten Sie unterstützen.

Von Dr. Eberhard Bantel, Calw-Altburg

veröffentlicht im Schwarzwälder Boten vom 17.2.2018 Teil Calw und Gäu

 

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