Geschrieben am 03.04.2018

Der Gesundheitscampus hat jetzt ein Gesicht

Kliniken | 13-köpfige Fachjury entscheidet sich beim Komplex rund um das neue Krankenhaus Calw einstimmig für Entwurf aus Leipzig
Lange war es nur ein abstrakter Begriff, jetzt bekommt der Calwer Gesundheitscampus ein Gesicht. Jetzt ist klar, wie der Campus aussehen soll. Eine 13-köpfige, prominent besetzte Fachjury hat sich für einen Planungsentwurf eines Büros aus Leipzig mit einem Ableger in Stuttgart entschieden – und das einstimmig.

Calw.
Wie soll der Calwer Gesundheitscampus aussehen, wie sich in sein Umfeld einfügen? Wie sieht die Erschließung aus? Wie löst man das Parkplatzproblem? Wie wird der Gesundheitscampus vor Lärm aus dem benachbarten Gewerbegebiet geschützt? Wie wird der Gedanke des Campus mit den Bestandteilen Krankenhaus, Nephrologie, Klinik für Psychosomatik und Haus der Gesundheit auf dem 6,5 Hektar großen Areal im Stammheimer Feld auf den Höhen über Calw umgesetzt? Und wie bekommt man das alles wirtschaftlich und medizinisch sinnvoll hin?
Diese und ähnliche Fragen haben 14 renommierte Planungsbüros aus ganz Deutschland – von München über Berlin bis Leipzig – und aus Österreich und Luxemburg auf den Plan gerufen.
Diese Büros reichten ihre Planungen ein, die ein Preisgericht im Januar in der ersten Runde des vom Landkreis ausgelobten Wettbewerbs unter die Lupe nahm und den Kreis der Bewerber auf fünf reduzierte. Am Mittwoch nun setzte sich das aus Architekten, Bausachverständigen, Städteplanern sowie Vertretern aus Politik, Medizin und Verwaltung bestehende Preisgericht unter dem Vorsitz des Stuttgarter Architekten Eckart Rosenberger in den Räumlichkeiten der Calwer Firma Kissling erneut zusammen um den Sieger des Wettbewerbs zu küren – ohne zu wissen, wer welchen Vorschlag eingereicht hatte.
Diese Büros reichten ihre Planungen ein, die ein Preisgericht im Januar in der ersten Runde des vom Landkreis ausgelobten Wettbewerbs unter die Lupe nahm und den Kreis der Bewerber auf fünf reduzierte. Am Mittwoch nun setzte sich das aus Architekten, Bausachverständigen, Städteplanern sowie Vertretern aus Politik, Medizin und Verwaltung bestehende Preisgericht unter dem Vorsitz des Stuttgarter Architekten Eckart Rosenberger in den Räumlichkeiten der Calwer Firma Kissling erneut zusammen um den Sieger des Wettbewerbs zu küren – ohne zu wissen, wer welchen Vorschlag eingereicht hatte.
Am Ende fiel die Entscheidung des Preisgerichts denkbar eindeutig aus. Alle 13 Jurymitglieder entschieden sich für den Vorschlag der Bietergemeinschaft Ingenieurbüro Vogt Planungsgesellschaft in Leipzig und der HDR aus Stuttgart.
Dieser Vorschlag besteht aus fünf einzelnen, terrassierten Gebäudeteilen – zwei für das Krankenhaus, je einer für Nephrologie, Haus der Gesundheit und psychosomatische Klinik – die untereinander verbunden sind. Ein Parkhaus mit mehr als 300 Stellplätzen schirmt den Komplex teilweise vom Gewerbegebiet ab, der Rest des Campus wird mit schrägen Wällen gegen den Industrielärm abgeschirmt. Ein Großteil der Krankenzimmer liegt in Richtung freier Landschaft, ebenso ein Großteil der großzügigen Terrassen.
Jurypräsident Eckart Rosenberger, der den Siegerentwurf der Öffentlichkeit vorstellte, zeigte sich mit dem Wettbewerb und dem Ergebnis sehr zufrieden. Dass sich so viele Büros beworben haben, zeige wie besonders und attraktiv die Aufgabe eines Campus sei. Mit dem Ergebnis sei er »sehr glücklich«, sagte Rosenberger in Calw.
Auch Jörg Noetzel, medizinischer Geschäftsführer des Klinikverbund Südwest, zeigte sich begeistert. »Dieser Vorschlag hat die Aufgabe brillant gelöst und ergibt ein tolles Gesamtbild«, so Noetzel. »Der jetzt ausgewählte Entwurf setzt aus unserer Sicht den Campusgedanken tatsächlich am besten um. Architektonisch fügt er sich ideal in die Landschaft ein und berücksichtigt dabei in idealer Weise die funktionalen Zusammenhänge der zukünftigen Partner, bestehend aus dem ZfP, dem Dialysezentrum, dem Haus der Gesundheit mit Praxen und AOK sowie dem Klinikgebäude«, betonte Noetzel, der hervor hob, dass man mit dem Projekt und dem Wettbewerb schon jetzt deutschlandweit für Furore gesorgt habe – was die Liste und Zahl der Bewerber zeige.
Auch Calws Oberbürgermeister Ralf Eggert hob die »perfekte« Einbettung des Komplexes in die Landschaft hervor und attestierte den Planern eine »hervorragende Arbeit«, die ihn sehr erfreue. All die Angebote des Campus so zusammen zu führen und unterzubringen, wäre am alten Standort »unmöglich« gewesen, ist Eggert überzeugt.
Auch aus Sicht der Sparkasse Pforzheim Calw, die als Investor für einen Teil des Campus auftreten wird, überzeugt der ausgewählte Entwurf. Er bringe die Anforderungen wie Wirtschaftlichkeit, gute Erschließung und Städtebau, sehr gut unter einen Hut, so Vorstandsmitglied Hans Neuweiler, der sich geradezu euphorisch zeigte. »Mit diesem Entwurf hat die Zukunft des Krankenhaus-Standortes Calw begonnen.«
Mit dieser Entscheidung ist die Sache aber noch nicht in trockenen Tüchern. Zunächst kann die Bevölkerung alle Wettbewerbsbeiträge vom 9. bis 20. April im Landratsamt unter die Lupe nehmen. Dann wird der Kreistag in einer Sondersitzung am 23. April abschließend über das Gesicht des Calwer Gesundheitscampus entscheiden.

Von Sebastian Bernklau
Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 31.3.2018

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