Geschrieben am 04.04.2018

Nicht die ganze Wahrheit

BETRIFFT: Artikel »Tauschen zwei Abteilungen den Standort?« vom 29. März
In dem Bericht vom 29. März wird unter Berufung auf ein Telefongespräch, das Sebastian Bernklau am Abend des 23. März mit mir geführt hat, behauptet, »die Ärzte aus dem Raum Calw« seien »inzwischen informiert«, und sie sähen »die für sie überraschende Entwicklung (in der Krankenhausplanung des Landkreises) positiv«. Das entspricht nicht der ganzen Wahrheit. Wahr ist, dass am 12. März ein Gespräch zwischen dem Stellvertreter des Landrats, dem ärztlichen Geschäftsführer des Klinikverbunds und fünf Ärzten aus dem Raum Calw stattgefunden hat. In diesem Gespräch wurde uns Ärzten ein Konzept vorgetragen, das in weiten Teilen den Forderungen der Ärzteschafft (in den Appellen von November 2017 und Januar 2018) entsprach, wobei seitens der Ärzte betont wurde, dass weiterhin in wichtigen Punkten Diskussionsbedarf bestehe. Das Konzept, das nun letztendlich von Landrat und Klinikverbund in der entscheidenden Aufsichtsratssitzung des Klinikverbunds am 19. März vorgetragen wurde, wich – für uns Ärzte überraschend – in wesentlichen Punkten von dem Konzept ab, das wir als »positive Entwicklung« begrüßt haben. Mit diesem sogenannten »Konzept 2021« kann ich mich persönlich keinesfalls einverstanden erklären, und ich gehe davon aus, dass das auch für die Mehrheit der Ärzte im Bereich Calw zutrifft. Das vorliegende »Konzept 2021« lässt meiner Meinung nach eine ausreichende stationäre Krankenhausversorgung im Sinne der Grund– und Regelversorgung in Calw nicht zu. Die Ärzte, die sich ihrer großen Verantwortung für die gesundheitliche Versorgung ihrer Patienten bewusst sind, werden sich ab sofort wieder verstärkt um eine öffentliche Auseinandersetzung und ein zukunftsfähiges Krankenhauskonzept – auch für Calw – bemühen.
Von Dr. Rolf Johnen, Calw
Schwarzwälder Bote, Teil Calw und Umgebung vom 04.04.2018

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