Geschrieben am 23.04.2018

Medizinkonzept mit 24-Stunden-Versorgung

In einer weiteren Sondersitzung hat der Aufsichtsrat der Kreiskliniken Calw mit großer Mehrheit der Fortschreibung der verbesserten Medizinkonzeption aus dem Jahr 2015 zugestimmt. Der Calwer Gemeinderat begrüßt, dass der Aufsichtsrat das Medizinkonzept für das Calwer Krankenhaus angepasst hat und nun dem Kreistag am Montag, 23. April ein tragfähiger Entwurf vorgelegt wird.

Der Aufsichtsrat hat sich nochmals eindeutig für den Erhalt beider Kliniken im Kreis Calw ausgesprochen. So ist auch weiterhin eine wohnortnahe medizinische Versorgung der Bevölkerung gewährleistet. Vorbehaltlich der Zustimmung des Kreistags und des Sozialministeriums können die Planungen für die Generalsanierung der Kliniken Nagold und den Klinikneubau auf dem Stammheimer Feld in Calw mit dem angeschlossenen Gesundheitscampus fortgeführt werden. Ursprünglich hatte der von Geschäftsführer Dr. Noetzel und Landrat Helmut Riegger eingebrachte Konzeptionsentwurf den Wegfall der 24-stündigen Versorgung der Bevölkerung mit Linksherzkatheder bei Herzinfarkten und unfallchirurgischen Leistungen sowie die Schließung der Geburtshilfe aufgrund der Defizite am Kreiskrankenhaus Calw beabsichtigt. Der Aufsichtsrat der Kreiskliniken hat sich jedoch gegen dieses Ziel ausgesprochen und beschlossen, dass das Kreiskrankenhaus Calw weiterhin eine 24-stündige Notfallversorgung erbringen soll. Der Landkreis hat sich als Träger der Kreiskliniken intensiv mit der medizinischen Situation befasst und ist dazu bereit, in die enorm wichtige medizinische Versorgung langfristig zu investieren.

Calw soll weiterhin Akut-Klinik bleiben

In einer Sondersitzung hat der Aufsichtsrat der Kreiskliniken Calw mit großer Mehrheit der Fortschreibung der Medizinkonzeption aus dem Jahr 2015 zugestimmt. Das bedeutet, der Entwurf wurde an veränderte Gegebenheiten angepasst.

Damit ist der ursprüngliche Vorstoß von Klinikgeschäftsführer Dr. Noetzel und Landrat Helmut Riegger vom Tisch, der den Wegfall der bestehenden 24-Stunden-Versorgung des Kreiskrankenhauses Calw im Bereich der Herzinfarktversorgung, der Unfallchirurgie sowie, aufgrund der bundesweiten Defizite, auch die Schließung der Geburtshilfe in Calw bedeutet hätte. Der Aufsichtsrat hat sich dagegen ausgesprochen und mehrheitlich beschlossen, dass Calw ein Akutkrankenhaus mit einer Rund-um-die-Uhr-Behandlung von kardiologischen, neurologischen und unfallchirurgischen Fällen bleiben soll.

Die angepasste Medizinkonzeption sieht vor, dass die Neurologische Klinik inklusive Stroke Unit an den Standort Nagold verlagert wird. Am Standort Nagold wird das breite internistische Spektrum mit Kardiologie, Gastroenterologie mit onkologischer Tagesklinik sowie die Allgemein– und Viszeralchirurgie und Urologie bleiben, des Weiteren wird das unfallchirurgische Angebot erweitert.

Der künftige Calwer Gesundheitscampus
Im Krankenhaus Calw soll es neben dem neuen Gesundheitscampus auch zukünftig eine Orthopädie mit Basis-Unfallchirurgie sowie eine Basis-Bauchchirurgie im 24-Dienst geben. Die vorhandene Innere Medizin/Kardiologie mit 24-Stunden-Notfall-Herzkatheterversorgung soll um geriatrische Angebote ergänzt und erweitert werden. Weiterhin ist eine neurologische Versorgung unter anderem mit zusätzlichen Schmerzbetten gewährleistet. Die bereits seit dem Jahr 2015 bestehende und sehr erfolgreiche Hauptabteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie bleibt weiterhin im stationären Angebot bestehen. Mit der guten Personalauswahl ist es gelungen, einen neuen, sogar bundesweiten Leuchtturm medizinscher Kompetenz im Landkreis Calw aufzubauen; denn CA Dr. Praski wird im Focus unter den 100 besten Gynäkologen gelistet. Künftig wird an beiden Standorten auch eine Intensivstation und Notaufnahme sowie eine OP-Bereitschaft rund um die Uhr vorgehalten.

Durch die Einbettung des Neubaus der Kliniken Calw in den geplanten Gesundheitscampus mit einer Klinik für Psychosomatik (30 Betten) und psychiatrischer Tagesklinik (12 Plätze), einem ambulanten Dialysezentrum (25 Behandlungsplätze) sowie dem Haus der Gesundheit mit Praxen, Pflegediensten und AOK-Einrichtungen ergeben sich ideale Voraussetzungen für die Verzahnung stationärer und ambulanter Angebote.

Mit der Neuordnung der Disziplinen in Calw und Nagold – die noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kreistags sowie des Sozialministeriums steht – sehen sowohl Riegger als auch Noetzel die stationäre medizinische Versorgung der Bevölkerung im Landkreis Calw für die Zukunft bestens aufgestellt.

Erleichterung in Calw
Die wesentlichen Hauptänderungen hat das Landratsamt mit einer Pressemitteilung kommuniziert. Der Gemeinderat ist froh, dass weiterhin in Calw ein Krankenhaus mit einem 24-Dienst vorgesehen ist, da Notfälle rund um die Uhr eintreten.

Bei der öffentlichen Sondersitzung des Gemeinderats am Samstag, 7. April, wurden drei wesentliche Kernforderungen an das Medizinkonzept aufgestellt. So ist inzwischen zu begrüßen, dass im Medizinkonzept der Fortbestand der Geburtshilfe und Gynäkologie enthalten ist und die Unfallchirurgie/Orthopädie sowie die Innere Medizin/Linksherzkatheder im 24-Dienst mit Personal des Calwer Krankenhauses geleistet wird. Der Gemeinderat legt Wert darauf, dass die bisher versprochenen medizinischen Leistungen umgesetzt und beibehalten werden.

Damit Calw weiterhin für alle Fälle gerüstet ist, sind jetzt neben den Kommunalpolitikern auch die Bürger gefragt:

Machen Sie sich stark, für ein künftiges Krankenhaus mit einer Rund-um-die-Uhr-Versorgung. Sprechen Sie die Kreisräte und den Landrat an, die mit ihrer Stimme über die Zukunft entscheiden, und kommen Sie zur Kreistagssitzung am Montag, 23. April, um 15 Uhr im Landratsamt.

Calw Journal vom 20.4.2018
Artikel Calw Journal S. 3 vom 20.4.2018

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