Geschrieben am 11.05.2018

Zum Artikel von Sebastian Bernklau im Schwarzwälder Boten vom 3.5.2018 im Teil Nordschwarzwald

Dem Interview des Redakteurs Sebastian Bernklau mit vom Vorsitzenden des Kreisseniorenrats Hansjörg Hummel mit der Headline „Aus der Sicht der Älteren zu begrüßen“ muss widersprochen werden, weil Tatsachen völlig falsch wiedergegeben oder die Antworten verfälscht wurden. Die Diktion des Artikels, welcher auf der Homepage unter „Letzte Presseartikel“ hinterlegt ist, zeigt, dass Herr Bernklau wohl ein „Claqueur“ des Landrats ist. Völlig unverständlich und befremdlich war das Eingangsstatement des Landrats bei der Kreistagssitzung am 23.4.2018. Hierzu wird auch auf den Leserbrief von Dr. Ewald Prokein im Schwarzwälder Boten im Teil Calw und Umgebung vom 3.5.2018 verwiesen. Mit seinen emotionalen Ausführungen hat der Landrat die Bevölkerung der Region Calw desavouiert. Kreisrat Schwarz hat letztlich als Einziger den Landrat in seiner Rede darauf hingewiesen, dass sehr wohl öffentlich darüber zu diskutieren ist, wenn eine bestehende Klinik der Grund– und Regelversorgung entgegen den bisherigen Zusagen des Landrats faktisch in eine Tagesklinik umgewandelt werden soll. Hieran ändert auch der gebetsmühlenhaft verwendete Begriff „Gesundheitscampus“ nichts.

Der Calwer Bevölkerung, der Ärzteschaft und der Arbeit der Bürgerinitiative, die vom Landrat als beleidigend dargestellt wurde, ist es nun zu verdanken, dass der Kreistag auf Empfehlung des Aufsichtsrats der Kreiskliniken Calw beschlossen hat, in Calw eine Klinik mit 24-Stunden-Versorgung zu erhalten. Dieser begrüßenswerte Grundsatzbeschluss verbunden mit dem Beschluss für einen Krankenhausneubauerhalten bedarf jedoch noch einiger Feinjustierungen, wie der ehemaligen Calwer Chefarzt Dr. Prokein zutreffend in seinem Leserbrief mit der Überschrift „Bedenkliche Lücken“ ausgeführt hat.

Nicht nachvollziehbar ist die Aussage von Herrn Hummel im vorstehend genannten Artikel von Herrn Bernklau „Es bleibt zu hoffen, dass damit die große Verunsicherung der Bevölkerung … ein Ende findet, vorausgesetzt, dass nicht wieder Querschüsse aus dem Calwer Raum dies verhindern“. Man muss bei solchen Worten unterstellen, dass dieses Zitat seine Geburt in einer Nagolder Kneipe zu später Stunde hatte. Schließlich hätte es kein Nagolder zu recht akzeptiert, wenn das dortige Krankenhaus in eine Tagesklinik umgewandelt worden wäre. Gleiches muss für Calw gelten, was der Kreisrat auch so gesehen hat.

Abschließend noch ein Hinweis: Im Nagolder Krankenhaus werden –anders als in Calw– zu einem hohen Prozentsatz Bürger aus Gemeinden außerhalb des Landkreises behandelt. Die Verluste werden aber vom Landkreis im Rahmen der Kreisumlage getragen. Kreisrat Prof. Dr. Prewo führte in der Sitzung zutreffend aus, dass der Kreis u.U. eine Chance mit dem Konzept verbaut, nämlich eine Zentralklinik zwischen Calw und Nagold. Eine Lösung, die auch von der Mehrheit der Ärzte und der BI getragen wurde. Dies war aber mit den „Nagoldern“ nicht zu machen. Somit stellt der Kreistagsbeschluss eine teure, aber salomonische Lösung zur Befriedung der Nagolder und Calwer Interessen dar.

Mit seiner vorstehend zitierten Aussage hat der Vorsitzende des Kreisseniorenrats des Landkreises Calw sein Gremium diskreditiert, weswegen er über einen Rücktritt nachdenken sollte.

Von Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim

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