Geschrieben am 13.06.2018

Noch lange nicht in trockenen Tüchern

BETRIFFT: Leserbrief »Entwicklungsmöglichkeiten auf Areal nahe Krankenhaus« vom 29. Mai

Herr Dengler hat recht, wenn er schreibt, dass die Planung und Errichtung des neuen Calwer Krankenhauses noch lange nicht in trockenen Tüchern ist. Deshalb ist es legitim, auch noch einmal über den Standort nachzudenken. Ein Krankenhausneubau in einem Gewerbe– und Industriegebiet erzeugt auch in mir ein ungutes Gefühl. Deshalb hatte ich bereits vor einem knappen Jahr in einem Leserbrief auf das Areal unterhalb des jetzigen Krankenhauses, auf dem sich die ehemalige Schwesternschule und drei Schwesternhäuser befinden, als alternativen Standort hingewiesen.
Die Vorteile dieses Standortes: Erstens: Das neue Krankenhaus wäre stadtnah und von den Patienten wie bisher aus allen Richtungen gut zu erreichen. Zweitens: Der Kreis hätte bei der Grundstücksbeschaffung weniger Kosten, da ihm die meisten der dort befindlichen Grundstücke ohnehin gehören. Drittens: Das Grundstück im Gewerbegebiet würde für eine Firmenansiedlung frei, die Calw ja dringend benötigt.
Viertens: Das alte Krankenhaus könnte weiter genutzt werden und die Funktion des »Gesundheits-Campus« mit allen dort konzipierten Einrichtungen übernehmen. Für die niedergelassenen Ärzte sicher der attraktivere Standort. Fünftens: Die Röntgenabteilung, das Therapiezentrum der Physiotherapie und die Verwaltung könnten ihren Standort im Altbau behalten. Zusätzlich böten sich im Altbau die Einrichtung von Kurzzeitpflegebetten und einer Palliativstation an. Insgesamt könnte durch diese Variante viel Geld gespart werden, was angesichts der Verdoppelung der Bausumme, die vor kurzem im Kreistag präsentiert wurde, nicht ganz unwichtig scheint.
Dieser Krankenhausstandort hätte bereits die bisherigen verkehrstechnischen Vorteile der Nähe des Bahnhofs und des ZOB. Hier wären, wie Herr Dengler richtig bemerkt, zusätzliche Verbesserungen möglich, wenn man die Großprojekte Krankenhaus und S-Bahn miteinander verknüpft. Warum sollte man nicht über eine Seilbahn vom ZOB zu einem gedachten Kopfbahnhof der S-Bahn in Heumaden mit Zwischenstation Krankenhaus nachdenken? Damit wäre die gesamte Tunnel– und Fledermausproblematik vom Tisch und Calw könnte seine verkehrstechnische Infrastruktur deutlich aufwerten.

Von Dr. Ewald Prokein, Althengstett-Ottenbronn
Schwarzwälder Bote, Teil Calw und Umgebung vom 06.06.2018

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