Geschrieben am 28.05.2019

In einer Reihe von wichtigen Punkten nicht durchgesetzt

BETRIFFT: Krankenhausdebatte

Inzwischen hängen die Pläne für das neue Calwer Krankenhaus auf dem Flur der KH-Verwaltung öffentlich aus. Es lohnt sich für alle Bürger der Stadt Calw und der Region, diese Pläne zu studieren. Denn es ist ihr Krankenhaus, in dem sie auch zukünftig eine gute Versorgung erwarten.

Die Pläne zeigen, dass die zähe Vorarbeit der Bürgerinitiative Krankenhäuser nicht umsonst war. Auf diesem Boden konnten die Chefärzte, die Pflegedienstleitung und alle an der Ausgestaltung des neuen Krankenhauses Beteiligten, wichtige Positionen für das Calwer Krankenhaus sichern: Den Verbleib der Abteilungen Orthopädie/ Unfallchirurgie und Gynäkologie/Geburtshilfe in Calw sowie die Festschreibung der Bettenzahl auf 160. Außerdem die Zusicherung der Kreispolitik, dass sämtliche medizinische Angebote an sieben Tagen der Woche über 24 Stunden angeboten werden.

Ist jetzt alles gut? Leider nicht. Trotz größtem Engagement konnten sich die Planer gegenüber dem Klinikverbund und den Kreisgremien in einer Reihe von wichtigen Punkten nicht durchsetzen: So soll meiner Meinung nach völlig unnötig die zentrale Sterilisationseinheit von Calw nach Nagold verlegt werden. Ebenso die Abteilung Neurologie, obwohl die demografische Entwicklung und die Neuaufstellung der Abteilung ihren Erhalt in Calw rechtfertigen.

Die gegenüber dem Jetzt-Zustand deutlich geschrumpfte Physiotherapie ist nicht mehr im KH integriert und verliert ihre Ambulanz. Die Caféteria schaut ins Industriegebiet statt ins Nagoldtal. Vergebens sucht man auf dem Campus nach dringend benötigtem Wohnraum für das Pflegepersonal oder einen Kindergarten für die im Krankenhaus tätigen jungen Familien.

Geschuldet sind die jetzt sichtbar werdenden Schwachstellen der strikten Festschreibung von 60 Millionen Euro für das neue Calwer Krankenhaus, wo hingegen in Nagold für die dort versuchte Sanierung des Altbaus widerspruchslos 85 Millionen Euro geplant sind.

Was können wir tun? Weiterhin höchste Wachsamkeit von uns allen gegenüber der Planumsetzung durch Klinikverbund und Kreisgremien.

Achtsamkeit bei der Kommunalwahl: Mit der Kandidatur eines amtierenden Chefarztes und eines früheren Oberarztes der Klinik sowie eines niedergelassenen Arztes haben die Bürger die Chance, die ärztliche Kompetenz im Kreistag mit besonderem Blick auf das Krankenhaus weiter deutlich zu stärken.

Von Dr. Ewald Prokein, Althengstett-Ottenbronn
Schwarzwälder Bote, Teil Calw und Umgebung vom 16.05.2019

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