Geschrieben am 23.09.2019

Interessen der Bürger dürfen nicht außer Betracht bleiben

BETRIFFT: Kommentar »Calwer Wunder« auf der Seite Nordschwarzwald vom 17.09.2019

Nicht unkommentiert kann der Kommentar von Roland Buckenmaier vom 17.9.2019 bleiben. Er beschreibt die Aktionen der Bürgerschaft der Region Calw als „Stahlgewitter“ für die Landräte. Zur Historie: Der Kampf um das Calwer Krankenhaus begann bereits im Jahre 2004. Ohne den Widerstand der Bürgerschaft würde es in Calw kein Krankenhaus mehr geben, allenfalls eine Portalklinik, die keinen Bestand gehabt hätte.

Was nun mit dem Spatenstich gefeiert wurde, ist die zweitbeste Lösung. Die Beste wäre ein Zentralkrankenhaus zwischen der Kreisstadt Calw und Nagold gewesen. Das war aber mit der Nagolder Hautevolee nicht zu machen, denn wenn es um die Stadt geht, ist –anders als bei geschäftlichen Aktivitäten– die Offenheit nicht gegeben.

Herrn Buckenmaier ist insoweit beizupflichten, dass die verschiedenen Veranstaltungen — insb. in der Halle in Stammheim — und Leserbriefe für die Kreis– und Lokalpolitiker nicht vergnügungssteuerpflichtig waren. Sie haben aber aufgezeigt, in einer modernen Demokratie können und dürfen die Interessen der Bürger nicht außer Betracht bleiben. Dies zeigen die die derzeitigen Aktionen der Jugend deutlich, welche nun die Politiker zum Handeln zwingen.

Landrat Riegger hat diese Entwicklung zur Kenntnis genommen und reagiert. Mit Weitblick hat er sich nun dafür eingesetzt, dass nicht nur ein Krankenhaus mit 24-Stundenversorgung an 7 Tagen in der Woche mit einem Schwerpunkt Orthopädie in Calw gebaut, sondern dieses in einer Art „Leuchtturmprojekt“ durch einen Gesundheitscampus ergänzt wird. Dieser Gesundheitscampus soll auch die dringend benötigte hausärztliche Versorgung sicherstellen. Erfreulich ist, man denkt nun auch darüber nach, dieses Projekt um Personalwohnungen zu ergänzen.

Erstaunlich ist, dass weder der Fraktionsvorsitzende der CDU im Kreistag, der Nagolder OB Großmann, noch der Ärztliche Direktor aus Nagold Prof. Dr. Mörk beim Spatenstich zugegen waren.

Trotzdem: „Ende gut, alles gut?“ Nicht ganz, denn die Umsetzung der Planung wird zeigen, dass es noch Optimierungspotenzial gibt. Es muss auch noch sichergestellt werden, dass entsprechend der Zusage des Landrats nicht nur Herzinfarkte, sondern auch Schlaganfälle in Calw behandelt werden können.

Von Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim
Schwarzwälder Bote, Teil Calw und Umgebung vom 26.09.2019

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