Geschrieben am 27.12.2019

Absolut gerechtfertigt

BETRIFFT: Krankenhaus

Die Kreistagssitzung mit der Baufreigabe für das neue Calwer Krankenhaus ließ einen demokratischen Prozess erkennen, der allerdings nicht jedem gefiel. Vor allem der Erste Landesbeamte Frank Wiehe hatte die sich über die sechs Jahre hinziehende Entscheidungsfindung heftig moniert. Zurück in das Jahr 2013: Damals votierte der Kreistag für das GÖK- Gutachten- Konzept 3 plus. Dieses sah in Calw einen Krankenhausneubau mit 95 Betten und Baukosten von 30 Millionen Euro vor. Die Orthopädie sollte nach Nagold verlagert werden. Allen Fachleuten war klar, dass dieses Minikrankenhaus keine Überlebenschance hatte und allenfalls zur Portalklinik für die umliegenden Krankenhäuser taugte. Die Gesundheitsversorgung der Region um Calw schien damals auf das Schwerste bedroht. Nicht zuletzt durch die beharrliche Arbeit der Bürgerinitiative mit vielen Gesprächen auch mit der Kreisverwaltung, durch 18 000 Unterschriften der Bürgerschaft, durch Bürgerversammlungen im Landratsamt und in der Stammheimer Gemeindehalle und durch den geschlossenen Einsatz der Kreisärzteschaft entstand letztlich das Konzept 20/21. Auch wenn dieses Konzept noch Mängel aufweist, zeigt sich doch eine eindeutig positive Entwicklung gegenüber 2013: Eine Bettenzahl von jetzt 156 Betten, der Verbleib der Orthopädie in Calw und die Sicherung der Behandlung von Herzinfarkten und Schlaganfällen rund um die Uhr. Damit ist der sechsjährige Entwicklungsprozess zum Wohl der Gesundheitsversorgung des nördlichen Landkreises absolut gerechtfertigt. Zur Berichterstattung: Haben tatsächlich nur Mitglieder der BI zu den kritischen Anmerkungen einiger Abgeordneter Beifall geklatscht? War dem Kommentator in seiner Kolumne nicht klar, dass Chefarzt Martin Handel nur dann als befangen gilt, wenn es um seine persönlichen Interessen innerhalb seiner Dienststelle geht und dass das Regierungspräsidium Karlsruhe zur Frage der Befangenheit eindeutig Stellung genommen hat? Zuletzt möchte ich dem unfairen »Nachruf« von Landrat Helmut Riegger und dem Vorwurf an die Mitglieder der BI, sie hätten kein Interesse an der Entwicklung des Nagolder Krankenhauses, klar entgegentreten. Die BI pro Krankenhäuser Calw und Nagold setzt sich für eine optimale Gesundheitsversorgung im gesamten Landkreis ein.

Von Ewald Prokein, Ottenbronn
Schwarzwälder Bote, Teil Calw und Umgebung vom 27.12.2019

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