Geschrieben am 03.01.2020

Betr.: Kommentar von Buckenmaier im SchwaBo zur Kreistagssitzung vom 18.12.19 Replik

Sehr geehrter Herr Buckenmaier,

ich bin von ihrem Bericht im Schwarzwälder Bote vom 18. Dezember 2019 unter der Überschrift „Der Knopf ist dran“ enttäuscht. Er scheint mir mit heißer Nadel gestrickt, denn er entspricht  stellenweise nicht dem was man von journalistischem Handwerkszeug erwarten darf.

1. Ich sehe nicht, dass eine besondere Sorgfalt eingehalten wurde. (z. B. Handel, Zoufaly)

2. Ich vermisse eine Grundhaltung zur journalistischen Unabhängigkeit. (u. a.  Hinterfragung des Medizinkonzeptes im Klinikverbund)

3. Kritisch sehe ich die Kommentierung aufgrund des Sach- und Fachwissens des Schreibers.  (ungeprüfte Weitergabe einseitiger Information, z. B. Loydl)

4. Zur Kommentierung eines Prozesses gehört ebenfalls die Faktentreue. (Einseitige Berichterstattung, Statement zur  BI, Saal verlassen und  Nicht-Anwesenheit beim Spatenstich für eine Klinik an zwei Standorten eines Repräsentanten aus Nagold)

5. Über Jahre entbehren die Vorgänge um das Krankenhaus einer begleitenden Kritikkultur. (Kein offensichtliches Interesse der Verwaltung und dem Printmedium an der BI oder Hinterfragung der postulierten Absichten)

6. Der Umgang mit z. B. Leserbriefen, hinterlässt Fragezeichen zur  Unabhängigkeit des Mediums, die meines Erachtens weit über die Berichterstattung  hinaus als gesellschaftliche Verpflichtung eines kritischen Journalismus  reichen sollte. (punktuell  selektive  Berichterstattung, tendenziöse Kritik an Kreisräten, Hintergrund Recherche)

Scheindemokratische Ansätze und Ankündigung von Transparenz im Prozess um die Kreiskliniken reichen bis in das Jahr 2004 zurück. Allein der Wachsamkeit und Fachkompetenz aus den Reihen des „Verein pro Krankenhäuser Calw und Nagold e. V. “ ist es zu verdanken, dass die Gesundheitsversorgung im Kreis Calw an dieser Stelle aufrechterhalten blieb!

Gerne zitiert das Blatt den Landrat mit dem Modellcharakter des am Krankenhaus Calw anzusiedelnden Campus, ohne wohl  recherchiert zu haben welche Einheiten bundesweit längst dieses Modell praktizieren. Sachkundige Mediziner  haben für den Kreis schon früh die Bedeutung solcher Strukturen für die Bindung und Gewinnung von Ärzten in ländlichen Strukturen erkannt und dargelegt.

Ich halte fest, dass wenn sich alle Beteiligten in den unterschiedlichen Feldern ihrer gesellschaftlichen Aufgabe  und hier insbesondere der Sicherstellung des medizinischen Versorgungsauftrages und damit auch der gesetzlichen  Notfallversorgung  im Kreis Calw, verpflichten,  sollte das Unterfangen Klinikneubau und begleitende Strukturen zu einem Gewinn für die Bevölkerung werden.

Das selbstlose Engagement der Bürgerinitiative wird in der Bevölkerung sehr hoch geschätzt, das haben die Wahlen zum Kreistag gezeigt.  Dass das zu einem Dialog der  medizinischen Notwendigkeiten und politischen Umsetzbarkeit führt, kann dem Gremium nur nützen.  

Mit freundlichen Grüßen        

Von Dr. Axel Roth, Unterlengenhardt                                                                                                                                      

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