Geschrieben am 11.03.2020

Leserbrief zur Veröffentlichung im Schwarzwälder Boten

Antwort auf den Artikel im Schwarzwälder Boten vom Dienstag, 3. März 2020: „Diagnosezentrum nimmt seinen Betrieb auf“

Sofort ein Diagnosezentrum und Info-Hotlines einzurichten, um dem Corona-Virus Herr zu werden, ist höchst professionell und verdient Respekt. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass die medizinische Versorgung im Ländlichen Raum nicht beliebig zurückgefahren werden kann. Das Calwer Krankenhaus trägt derzeit im Kreis die ganze und im restlichen Klinikverbund die doppelte Last zur stationären Versorgung eventueller Corona-Patienten. Dabei darf es nicht nur bei warmen Worten der Wertschätzung bleiben, sondern muss ggf. zu zusätzlichem Personal führen und der Verbundgedanke sich beweisen. Große Kliniken sind gar nicht in der Lage, notfalls die gesamten Patienten aus der Fläche auf zu nehmen. Außerdem werden die Fahrtwege zu lang, die Rettungsdienst überfordert und Patienten unnötig gefährdet. Laut Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen würden sich für 21.000 Patienten in Calw und 14.000 in Nagold die Fahrtzeiten über 30 Autominuten verlängern, wenn es die Standorte nicht mehr gäbe. Deshalb ist nicht nur der Ausbau der Häuser, sondern auch der integrierten zentralen Notfallversorgung (INZ) an beiden Standorten unbedingt erforderlich. Eine Strafe von 50 % der Kosten für die Behandlung von Notfallpatienten ohne INZ, wie es Herrn Spahn vorschwebt, kann doch wohl nicht wahr sein. Wir dürfen unser noch funktionierendes Gesundheitssystem von Profiteuren nicht kaputt machen lassen. Ich bin froh, dass unsere Kreisverwaltung dagegen Sturm läuft.

Von Dr. med. Eberhard Bantel, Calw-Altburg

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