Geschrieben am 03.08.2020

Wir sind kein Vasallenkreis!

Am 21.6.2020 wurde im Schwarzwälder Boten Seitens des Klinikverbunds mitgeteilt, dass Dr. Nötzel diesen verlässt. Bereits am 20.6.2020 wurde dies in den Printmedien des Kreises Böblingen mit dem Hinweis verkündet, dass der kaufmännische Geschäftsführer Loydl künftig der alleinige Geschäftsführer sein soll.

Nötzel musste offenbar aufgrund einer Entscheidung des Böblinger Landrats Bernhard den Klinikverbund verlassen. Auch wenn Herr Bernhard den Mehrheitsgesellschafter Kreis Böblingen mit 76% repräsentiert, so war er dazu nicht befugt. Zuständig für eine solche Entscheidung ist der Aufsichtsrat, der aber erst am 8.7.2020 tagte. In dieser Sitzung hat mal wohl der Demission von Nötzel, nicht aber der Bestellung von Loydl zum Alleingeschäftsführer zugestimmt, ansonsten wäre dies in der Presse verkündet worden. Es ist völlig unverständlich, warum der Jurist Bernhard die gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Regelungen gröblich missachtet hat.

Im Übrigen haben die Erfahrungen mit Corona ‑und die Pandemie ist noch nicht überstanden- gezeigt, dass der Klinikverbund nicht durch einen Controller, sondern durch einen Geschäftsführer mit medizinischem Sachverstand geführt werden muss. Hinzu kommt, bei der Besetzung oder Nichtbesetzung von Organen der Geschäftsführung nach dem Gesellschaftsvertrag hat der Kreis Calw trotz seiner 24 %-Beteiligung eine Sperrminorität. Deswegen hat Dr. Prokein in seinem Leserbrief vom 18.7.2020 zu Recht die Wiederbesetzung der Position des medizinischen Geschäftsführers des Klinikverbund Südwest gefordert. Ein Signal, das auch der Böblinger Landrat hören sollte.

Von Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim

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