Geschrieben am 02.09.2020

Corona verändert zwei Millionenprojekte

Gesundheit — Klinikverbund zieht bei Neu- und Umbau der Krankenhäuser Konsequenzen aus Pandemie / Besuch der CDU-Fraktion

Eine dreistellige Millionensumme wird in den Um- und Neubau der beiden Kreiskrankenhäuser in Nagold und Calw investiert. Beim Besuch der CDU-Kreistagsfraktion auf der Baustelle in Nagold erfuhren die Politiker, dass Corona auch auf dieses Vorhaben seinen Einfluss hat.

Mitarbeiter des Klinikverbunds Südwest informierten Mitglieder der CDU-Fraktion im Kreistag über den Stand der Bauarbeiten an den Kliniken Nagold.

Nagold. Der Klinikverbund Südwest zieht beim Umbau der Kliniken Nagold und dem Neubau des Gesundheitscampus Calw Konsequenzen aus den Erfahrungen mit der Corona-Pandemie. Es werden mehr Isolierzimmer geschaffen. Zudem wird die Zentrale Notaufnahme um eine Fieberambulanz erweitert, und es wird Vorsorge getroffen, um zusätzliche Beatmungskapazitäten schaffen zu können.

Das berichtete Benjamin Stollreiter, beim Klinikverbund Leiter Betriebsorganisation und Campusmanager, Mitgliedern der CDU-Kreistagsfraktion. Die Kommunalpolitiker waren nach Nagold gekommen, um sich über den Stand des Umbaus des Krankenhauses zu informieren. Bei dieser Gelegenheit bedankte sich Fraktionsvorsitzender Jürgen Großmann für die »hochprofessionelle Arbeit«, die während der Corona-Pandemie in den Kliniken Nagold und Calw geleistet werde. Es habe sich gezeigt, wie wichtig eine hochwertige Gesundheitsversorgung sei, die nah bei den Bürgern des Kreises ist.

Somit sei es richtig, betonte Großmann, beide Standorte attraktiv zu halten. Der Umbau in Nagold koste 85 Millionen und der Neubau des Gesundheitscampus in Calw 60 Millionen Euro. »Das ist mit Abstand die bedeutendste Investition im Kreis Calw seit Jahrzehnten, sagte der Nagolder Oberbürgermeister. Dabei sei der Campus in Calw »ein besonderes Pilotprojekt«, betonte Martin Loydl, Kaufmännischer Geschäftsführer des Klinikverbunds Südwest. Die sektorenübergreifende Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärzten und Kliniken stehe erst am Anfang. Loydl ist überzeugt, dass sich der Campus-Gedanke auch im Umfeld anderer Kliniken sowie an den Standorten des Verbunds in Herrenberg, Leonberg und Nagold nach und nach durchsetzen werde. Durch Hilfen des Landes hätten die Zusatzkosten in Höhe von zwei Millionen Euro, die den Kliniken Calw und Nagold als Folge von Corona entstanden sind, nahezu ausgeglichen werden können. Landtagsabgeordneter und Kreisrat Thomas Blenke wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich die CDU im Landtag dafür stark gemacht habe, dass nicht, wie ursprünglich vorgesehen, nur die Unikliniken des Landes Hilfen erhalten, sondern auch die kommunalen Krankenhäuser.

Die Arbeiten, die in drei Bauabschnitten verlaufen, werden laut Stollreiter noch fünf Jahre dauern. Mit dem Ende des ersten Abschnitts sei im Juli 2022 zu rechnen. Als nächstes werde im Oktober mit dem Bau der neuen Intensivstation begonnen.

Im September wird aus Platzgründen das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) und die Gastroenterologie in eine ehemalige Arztpraxis in der Bahnhofstraße ausgelagert.

Seitens der Patienten gebe es wenig Beschwerden über den Baulärm. Dies sei auch in Zusammenhang mit einer durchschnittlichen Verweildauer von 5,2 Tagen zu sehen, wie Hubert Mörk, Chefarzt und Ärztlicher Direktor in Nagold, sagte.

Stark belastet seien die Mitarbeiter, die sich allerdings auch bewusst seien, warum die umfangreichen Bauarbeiten notwendig sind.

Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 01.09.2020

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