Geschrieben am 25.01.2021

Masken und Testen statt Lockdown

Durch Lockdown-Maßnahmen werden Infektionen nicht verhindert, sondern bestenfalls verschoben. Ziel solcher Maßnahmen kann es daher nur sein, Spitzenbelastungen und damit eine mögliche Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Ein starker Lockdown kann deshalb dazu führen, dass nach Rücknahme der Maßnahmen eine umso größere Welle auftritt, die einen erneuten Lockdown nach sich zieht, wie es gerade zum Beispiel in Irland der Fall ist.

Ständig wird der Anschein erweckt, dass ein Lockdown gegen die Ausbreitung des Coronavirus alternativlos sei. Ein Blick in den Kreis Tübingen welcher aktuell (Stand 23.1.2021) als einziger Landkreis in Baden-Württemberg eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 aufweist, zeigt wie effizient einfache Schutzkonzepte für Risikogruppen und die ältere Bevölkerung sein kann. Durch konsequentes Tragen von wirksamen Masken (FFP2 oder KN95) in geschlossenen Räumen ließe sich die Ausbreitung des Virus weitgehend verhindern. Seit das Personal in Krankenhäusern durchgehend solche Masken trägt, kommt es dort selbst bei Behandlung von hustenden Covid19-Patienten kaum noch zu Übertragungen. Beim verpflichtenden Tragen solcher Masken könnte man daher den Einzelhandel und viele andere geschlossene Betriebe relativ gefahrlos wieder öffnen.

Durch verbreitetes tragen am Arbeitsplatz ließe sich die Ausbreitung des Virus auf diese Weise drastisch reduzieren. Natürlich wäre dies eine Belastung aber ohne große Kollateralschäden für unsere Gesellschaft so lange durchführbar, bis die Bevölkerung durch Impfung oder Erkrankung ausreichend durchimmunisiert ist. Es ist Aufgabe unserer Regierung solche wirksamen Masken in genügender Stückzahl der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Diese sind mittlerweile kostengünstig und in genügender Stückzahl vorhanden, verrotten aber stattdessen Millionenfach in Depots in Deutschland.

Von Prof. Dr. med. Martin Handel, Calw

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