Geschrieben am 01.08.2022

Man spricht schon vom neuen Wahrzeichen

Gesundheit — Richtfest im Neubau des Calwer Krankenhauses gefeiert / Landkreis investiert insgesamt rund 100 Millionen Euro

Martin Oberhoff, Chefarzt und ärztlicher Direktor am Klinikum Calw, ist sich sicher: »Das ist der emotionalste Neubau im nördlichen Landkreis Calw.« Am Donnerstagnachmittag wurde in, auf und am Rohbau des neuen Calwer Krankenhauses Richtfest gefeiert.

Calw. Ganz so weit hergeholt ist dieser Satz des Chefarztes wahrlich nicht. Denn um kaum ein anderes Thema wurde im Kreis Calw in den vergangenen 15 Jahren so gerungen und so intensiv debattiert wie um Gegenwart und Zukunft der Krankenhäuser im Kreis Calw – auch und besonders in und um Calw. Und all diese Debatten haben zu diesem Tag geführt. Dem Tag, an dem Richtfest für das 100 Millionen-Projekt »Neues Krankenhaus Calw« gefeiert wird, das einmal das Herzstück des Gesundheitscampus Calw sein soll.

Allein für das Krankenhaus investiert der Landkreis 82 Millionen Euro, für das dazugehörige Parkhaus mehr als zehn Millionen und für die Außenanlagen fast neun Millionen Euro. Dazu kommen Investitionen der Campus-Partner in Höhe von gut 60 Millionen Euro.

Kein Wunder also, dass Calws Landrat Helmut Riegger bei den Feierlichkeiten von einem »Meilenstein« der medizinischen Versorgung in der Region sprach und davon, dass Calw wahrscheinlich in den vergangenen 50 Jahren keine größere Investition gesehen habe. Dass man diese Investition tätige, zeige die »extrem hohe Bedeutung«, die man als Landkreis der medizinischen Versorgung beimesse, so Riegger auf dem Stammheimer Feld. Die Bürger erwarteten von der Politik und der Verwaltung, dass diese gestalte und Pläne auch umsetze. Und genau das geschehe mit diesem Neubau. Mit dem neuen Klinikum und dem Gesundheitscampus entstehe auf den Höhen über der Hesse-Stadt fast schon ein neues Wahrzeichen für Calw, meinte der Kreischef.

Der euphorische Chefarzt Martin Oberhoff bezeichnete das Projekt als »Glücksfall für den nördlichen Landkreis«, auch im Hinblick auf die Tatsache, dass mit der Schließung der Sana-Klinik Bad Wildbad am kommenden Wochenende gut 100 Krankenhaus-Betten in der Region wegfallen werden.

Calws Oberbürgermeister Florian Kling konnte es sich nicht verkneifen und zitierte aus Anlass des Richtfestes Hermann Hesse mit den Worten »Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.« Allerdings kehrte er schnell von der Literatur zurück in die Realität und stellte fest, dass dieses Großprojekt, das bei bestimmten Personen wohl schon den Spitznamen »Schwarzwaldklinik« trägt, die Lebensqualität der Bürger der Region deutlich verbessere. Am Ende goss der Calwer OB denn doch noch etwas Wasser in den Wein, als er auf die Fusionspläne innerhalb des Klinikverbunds Südwest abhob. Dabei müsse man schauen, mahnte Kling, dass die Einflussmöglichkeiten der gewählten Calwer Kreisräte bei der Umsetzung der Pläne erhalten blieben.

Von Sebastian Bernklau
Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 29.07.2022

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