Leserbriefe

Geschrieben am 03.08.2020

Wir sind kein Vasallenkreis!

Am 21.6.2020 wurde im Schwarzwälder Boten Seitens des Klinikverbunds mitgeteilt, dass Dr. Nötzel diesen verlässt. Bereits am 20.6.2020 wurde dies in den Printmedien des Kreises Böblingen mit dem Hinweis verkündet, dass der kaufmännische Geschäftsführer Loydl künftig der alleinige Geschäftsführer sein soll.

Nötzel musste offenbar aufgrund einer Entscheidung des Böblinger Landrats Bernhard den Klinikverbund verlassen. Auch wenn Herr Bernhard den Mehrheitsgesellschafter Kreis Böblingen mit 76% repräsentiert, so war er dazu nicht befugt. Zuständig für eine solche Entscheidung ist der Aufsichtsrat, der aber erst am 8.7.2020 tagte. In dieser Sitzung hat mal wohl der Demission von Nötzel, nicht aber der Bestellung von Loydl zum Alleingeschäftsführer zugestimmt, ansonsten wäre dies in der Presse verkündet worden. Es ist völlig unverständlich, warum der Jurist Bernhard die gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Regelungen gröblich missachtet hat.

Im Übrigen haben die Erfahrungen mit Corona ‑und die Pandemie ist noch nicht überstanden- gezeigt, dass der Klinikverbund nicht durch einen Controller, sondern durch einen Geschäftsführer mit medizinischem Sachverstand geführt werden muss. Hinzu kommt, bei der Besetzung oder Nichtbesetzung von Organen der Geschäftsführung nach dem Gesellschaftsvertrag hat der Kreis Calw trotz seiner 24 %-Beteiligung eine Sperrminorität. Deswegen hat Dr. Prokein in seinem Leserbrief vom 18.7.2020 zu Recht die Wiederbesetzung der Position des medizinischen Geschäftsführers des Klinikverbund Südwest gefordert. Ein Signal, das auch der Böblinger Landrat hören sollte.

Von Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim

Geschrieben am 20.07.2020

Bürger in Planung einbinden

BETRIFFT: »Noetzel verlässt Klinikverbund« vom 21. Juni

Da gibt sich die Pressestelle des Landratsamtes aber recht zugeknöpft. In zwei dürren Mitteilungen erfährt die Öffentlichkeit, dass der medizinische Geschäftsführer Jörg Noetzel den Klinikverbund Südwest verlässt. Begründet wird dieser Schritt mit verschiedenen Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Klinikverbunds. Was das bedeutet, wird nicht näher erläutert. Geht die Öffentlichkeit die strategische Ausrichtung des Klinikverbunds überhaupt etwas an? Ich denke, ja. Insbesondere in einer so spannenden wie sensiblen Phase mit einem geplanten Krankenhausneubau mit Campus in Calw, einer begonnenen Sanierung des Nagolder Krankenhauses und einer in Planung befindlichen Großklinik auf dem Flugfeld in Böblingen. Die Krankenhäuser sind für die Bürgerinnen und Bürger da. Deshalb ist es meines Erachtens unerlässlich, die Öffentlichkeit über die zukünftige Strategieplanung zu informieren und sie in die Überlegungen mit einzubeziehen. Vielleicht würde auch eine diesbezügliche Anfrage der hiesigen Presse beim Landratsamt Klarheit bringen. Am wichtigsten erscheint mir, dass die jetzt frei werdende Position von Jörg Noetzel als medizinischem Geschäftsführer erneut mit einem Bewerber/einer Bewerberin aus dem medizinischen Fachbereich besetzt wird als Ergänzung der Doppelspitze mit dem weiterhin amtierenden kaufmännischen Geschäftsführer. Gerade bei den anstehenden großen Vorhaben in Calw und in Nagold brauchen die Ärzte und Pflegekräfte, aber auch alle anderen Dienste vor Ort, einen medizinisch geschulten Ansprechpartner in der Führungsspitze des Klinikverbunds, der ihre Verbesserungsvorschläge zur Planung versteht, ihre Sorgen über drohende Fehlplanungen ernst nimmt und beides gegenüber der Verwaltungsspitze des Kreises vertritt. Darüber hinaus hat die Corona- Epidemie allgemein zu einem Umdenken geführt und die ärztlich-medizinische Kompetenz wieder in den Mittelpunkt unseres Gesundheitswesens gerückt. Viele Akteure des Gesundheitswesens haben inzwischen verstanden, dass Krankenhäuser nicht nur nach kaufmännischen Gesichtspunkten gemanagt werden dürfen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen der Kreisverwaltungen Calw und Böblingen und die zugehörigen Gremien dieser Erkenntnis nicht verschließen.

Von Dr. Ewald Prokein, Althengstett-Ottenbronn

Schwarzwälder Bote, Teil Calw und Umgebung vom 18.07.2020

Geschrieben am 23.04.2020

Positionspapier der BI zum Gesundheitscampus

Es ist der Einsicht und dem Weitblick von Landrat Riegger zu verdanken, dass in Calw mit dem Gesundheitscampus und dem dazu gehörenden Krankenhausneubau ein Vorzeigeobjekt entsteht. Die nach vielen Jahren gefundene Entscheidung, der Landkreis braucht aufgrund seiner Topografie zwei Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung an 24 Stunden und sieben Tagen in der Woche, hat sich in der Corona-Pandemie bewährt. So wurde das Krankenhaus in Calw zur ersten Speerspitze des Landkreises im Kampf gegen das Corona-Virus. Hier und nicht in Nagold wurden die ersten Patienten aus dem Landkreis versorgt. Die Anzahl der Erkrankungen brachte es jedoch mit sich, dass sich nun beide Krankenhäuser erfolgreich um die Patienten des Landkreises kümmern.

Nachdem die Maßnahmen von Bund und Land dank der Einsicht der Bevölkerung Wirkung zeigen, ist in den Krankenhäusern ein bedingter Übergang zum Regelbetrieb ohne Gefährdung der Patienten wieder möglich. Mit diesem Übergang zum Regelbetrieb können auch wieder geplante Operationen und Untersuchungen durchgeführt werden. Für Calw bedeutet dies insbesondere die Wiederaufnahme der Operationstätigkeit im Bereich der Orthopädiechirurgie. Unfälle und andere Erkrankungen wurden auch während der Hochphase der Pandemie behandelt.

Die ersten Schritte des Neubaus sind gemacht worden. Landrat Riegger hat mit seiner Aussage recht: Das war zur richtigen Zeit! Wie bei jeder Baumaßnahme der öffentlichen Hand gibt es auch hier Optimierungsbedarf. Dies nicht nur in Bezug auf den Neubau, sondern auch die medizinische Versorgungsstruktur im Landkreis, die zu überdenken ist. Ein wichtiger Baustein ist in Anbetracht des Hausärztemangels der Gesundheitscampus, der nun mit Inhalten zu füllen ist. Hierzu hat die Bürgerinitiative Krankenhaus Calw in einem Positionspapier Stellung genommen. Dieses ist ab dem morgigen Nachmittag auf der Homepage der BI (www.bi-krankenhaus.com) unter Vereinsmitteilungen hinterlegt.

Von Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim

Geschrieben am 11.03.2020

Leserbrief zur Veröffentlichung im Schwarzwälder Boten

Antwort auf den Artikel im Schwarzwälder Boten vom Dienstag, 3. März 2020: „Diagnosezentrum nimmt seinen Betrieb auf“

Sofort ein Diagnosezentrum und Info-Hotlines einzurichten, um dem Corona-Virus Herr zu werden, ist höchst professionell und verdient Respekt. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass die medizinische Versorgung im Ländlichen Raum nicht beliebig zurückgefahren werden kann. Das Calwer Krankenhaus trägt derzeit im Kreis die ganze und im restlichen Klinikverbund die doppelte Last zur stationären Versorgung eventueller Corona-Patienten. Dabei darf es nicht nur bei warmen Worten der Wertschätzung bleiben, sondern muss ggf. zu zusätzlichem Personal führen und der Verbundgedanke sich beweisen. Große Kliniken sind gar nicht in der Lage, notfalls die gesamten Patienten aus der Fläche auf zu nehmen. Außerdem werden die Fahrtwege zu lang, die Rettungsdienst überfordert und Patienten unnötig gefährdet. Laut Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen würden sich für 21.000 Patienten in Calw und 14.000 in Nagold die Fahrtzeiten über 30 Autominuten verlängern, wenn es die Standorte nicht mehr gäbe. Deshalb ist nicht nur der Ausbau der Häuser, sondern auch der integrierten zentralen Notfallversorgung (INZ) an beiden Standorten unbedingt erforderlich. Eine Strafe von 50 % der Kosten für die Behandlung von Notfallpatienten ohne INZ, wie es Herrn Spahn vorschwebt, kann doch wohl nicht wahr sein. Wir dürfen unser noch funktionierendes Gesundheitssystem von Profiteuren nicht kaputt machen lassen. Ich bin froh, dass unsere Kreisverwaltung dagegen Sturm läuft.

Von Dr. med. Eberhard Bantel, Calw-Altburg

Geschrieben am 11.02.2020

Wach werden

BETRIFFT: Krankenhaus-Debatte

Es ist für mich einfach nicht zu begreifen, weshalb unser Landrat mit seinem mehrheitlich nach Nagold orientierten Kreistag unser so gut gehendes Krankenhaus zerstückeln will. Welche Absicht steckt dahinter? Dieses Haus hier, in dem ich gerade zur OP bin und sehr zufrieden, braucht seine 200 Betten. Die Ärzte sind kompetent und gewissenhaft, das Pflegepersonal so fürsorglich und liebevoll – es mangelt an nichts.

Auch die Aussicht ist so schön, anders als beim zukünftigen Krankenhäuschen im Industriegebiet.

Ich glaube, wir Menschen aus Calw und Umgebung wollen alle hier behandelt werden und nicht in Honolulu. Es sollten nur alle wach werden und sich wehren, bevor es zu spät ist.

Von Sigrid Kröner, Calw
Schwarzwälder Bote, Teil Calw und Umgebung vom 07.02.2020

Geschrieben am 08.01.2020

Leserbrief für den Schwarzwälder Boten

Hallo Herr Buckenmaier!

Ich denke, Ihr Kommentar zur Kreistagssitzung am vergangenen Montag kann nicht unwidersprochen bleiben. Seit wann ist der Chefarzt einer Klinik Eigentümer derselben? Was denken Sie, weshalb wir Wählerinnen und Wähler Ärzte in dieses Gremium gewählt haben? Doch nicht, dass diese, wenn es das neue Krankenhaus betrifft, schweigen müssen! Wer, wenn nicht Professor Handel und die anderen  Ärzte, die einmal dort arbeiten sollen, ist Ihrer Meinung nach befugt und kompetent genug, zum zukünftigen Klinikbetrieb etwas beizutragen? Das neue Krankenhaus wird  nicht die eigene Klinik des Professor Martin Handel oder ist uns hier etwas entgangen? Das hat mit “Freiheit der Andersdenkenden” überhaupt nichts zu tun. Wieviel Bürgermeister sitzen in den Kreistagen und votieren selbstverständlich (auch) im Interesse ihrer Gemeinden. Das wäre eher ein Grund, keine Bürgermeister mehr zur Wahl zuzulassen! Dass das künftige neue Calwer Krankenhaus kein Häusle wird, sondern für die Zukunft groß genug geplant werden sollte,  geht doch aus den Belegzahlen des jetzigen ganz klar hervor. Die Stationen sind voll belegt und es gibt kaum freie Betten! Wir Calwer möchten weiterhin hier behandelt werden und nicht wegen mangelnder Bettenkapazität nach Sindelfingen ausgelagert werden!

Von Doris und Rudolf Sautter, Hirsau
Veröffentlicht am 23.12.2019 im Schwarzwälder Bote, Teil Nagold und Umgebung

Geschrieben am 07.01.2020

Leserbrief zur Veröffentlichung im Schwarzwälder Boten

Die Öffentlichkeit wurde durch den Kommentar von Herrn Roland Buckenmaier vom 18.12.19 über den Verlauf  der Kreistagssitzung vom 16.12.19 mit der Darstellung, Prof. Handels konstruktive Anregungen zum Neubau der Klinik in Calw stünden ihm „wegen Befangenheit“ nicht zu und er hätte „vom Sitzungstisch abrücken müssen“ teilweise unangemessen und falsch informiert.

Der Kommentator verzichtet leider auf die Wiedergabe der von Prof. Handel vorgetragenen Anregungen zugunsten von einseitiger Unterstützung der unbestritten erfolgreich agierenden Verwaltungsspitze.

Nach dem ethischen Standard für den Journalismus entspricht der Kommentar nach meiner Auffassung weder der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit noch der Wahrung der Menschenwürde. Die unzutreffende Behauptung, ein aus dem Stand mit überwältigender Mehrheit gewähltes Mitglied des Kreisrates dürfe wegen seines sozialen Status als Chefarzt oder als Angestellter des öffentlichen Dienstes seine qualifiziert sachkundige Ansicht im Kreistag wegen Befangenheit nicht vortragen, trägt Merkmale von Diskriminierung. Richtig ist, dass es Prof. Handel nicht „um die Zukunft der eigenen Klinik“ geht – die gehört immer noch dem Klinikverbund Südwest – sondern um die Patienten, die er an seinem Arbeitsplatz versorgt. Nach  langjährigem professionellen Kontakt weiß er um die Bedürfnisse der Patienten  bei Untersuchung, Pflege und Behandlung im Krankenhaus unanfechtbar besser Bescheid als die meisten Mitglieder des Kreisrates und seine Vorschläge zur Optimierung der Abläufe fehlen merkwürdigerweise in dem Kommentar.  

Von Dr. med. Hans Strasser, Calw-Altburg

Geschrieben am 07.01.2020

Brief an Schwarzwälder Bote vom 2.1.2020

Martin Wagner
c/o Schwarzwälder Bote
Kirchtorstr. 14
78727 Oberdorf

Berichterstattung von Herrn Buckenmaier über die Kreistagssitzung am 16.12.2019

Sehr geehrter Herr Wagner,

ich weiß, dass Herr Buckenmaier schon mehrere Schreiben wegen seiner unsachgemäßen Berichterstattung erhalten hat.

Herr Buckenmaier greift in seinem Kommentar Herrn Prof. Dr. Handel massiv und unsachgemäß an. Wenn ein Kreisrat, der zudem noch Chefarzt und stellvertretender Fraktionsvorsitzender ist, auf die Planungsmängel beim Krankenhausneubau hinweist, dann wird ihm Befangenheit unterstellt, obwohl das Regierungspräsidium dies ausdrücklich verneint hat, soweit es nicht um ihn persönlich geht. Wäre eine Befangenheit vorliegend, müsste man jedem Bürgermeister im Kreistag das Wort verbieten, wenn es um die Kreisumlage geht. Aber in dieser Frage ist dieser Personenkreis im Kreistag fast nicht zu bremsen. Dies hat Herr Buckenmaier aber noch nie gefordert.

Trotz der bestehenden Bedenken wurde die Vorlage zur Abstimmung gestellt, nachdem der Erste Landesbeamte Dr. Wiehe ein Ende der Diskussion gefordert hat. Man muss sich schon fragen, ob diese medienwirksame Reaktion gerechtfertigt war. Eindeutig nein, denn es werden Fakten verdreht.

Man weiß heute — insb. nach den Stellungnahmen und Veranstaltungen der verpönten „besserwisserischen“ BI und den niedergelassenen Ärzten -, die Annahmen in 2015 waren falsch und die Beschlusslage muss korrigiert werden. Eine Erkenntnis zu der man aber erst 2018 kam. Dies ist — entgegen der Intervention von Herrn Dr. Wiehe — beim Staat kein langer Planungs- und Entscheidungszeitraum. Die Intervention führte aber zum Erfolg, denn der Kreistag stimmte der Beschlussvorlage ohne Gegenstimmen bei vier Enthaltungen zu. Von Herrn Buckenmaier wird Dr. Wiehe ausdrücklich dafür gelobt, gelobt, weil ihm wegen der jahrelangen und langwierigen Diskussion über das Calwer Krankenhaus der „Kragen geplatzt“ ist.

Die völlig unnötigen und substanzlosen Attacken von Herrn Buckenmaier erhärtet den Slogan von der Lügenpresse. Die Presse ist nicht die vierte Gewalt in unserem Staat! Deswegen sind mehr Recherche und Objektivität von Nöten. Es spricht schon Bände, wenn der Redakteur einen Redner einer falschen Fraktion zuordnet, so wie das bei Dr. Zoufaly geschehen ist. Im Übrigen gab es in den Artikeln des Schwarzwälder Boten keinen Hinweis zur Stellungnahme von Dr. Plappert für die CDU-Fraktion. Das passte anscheinend nicht in das Konzept von Herrn Buckenmaier.

Einen solchen Journalismus, der durch die Herren Buckenmaier und S. Bernklau seit Jahren gepflegt wird, kann man schlicht nur als Gefälligkeitsjournalismus bezeichnen. Es wäre zu begrüßen, wenn die Chefredaktion des Schwarzwälder Boten die Gründe hinterfragen würde. Diese dürften — wie fast immer — sehr trivial sein. Schließlich berichten diese Herren fast exklusiv über Vorhaben des Landrats, des Landkreises und der Kreistagssitzungen.

Ich beabsichtige diesen Brief auf der Homepage und der Facebookseite der BI Krankenhaus Calw zu veröffentlichen. Vorher möchte ich Ihnen aber Gelegenheit zu einer Stellungnahme geben.

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Bernd Neufang


Antwort von Herrn Wagner am 3.1.2019

Sehr geehrter Herr Prof. Neufang,

vielen Dank für Ihr Schreiben. Es freut mich, dass Sie sich nicht nur engagiert an der Klinik-Debatte beteiligen, sondern auch aufmerksam und kritisch unsere Berichterstattung verfolgen.

Gestatten Sie mir eine Anmerkung: Bei allen Unterschieden in der Beurteilung unserer Berichterstattung sollten Sie mit dem Vorwurf der Lügenpresse vorsichtig sein, da er einen der Grundpfeiler unseres demokratischen Gemeinwesens, nämlich die Pressefreiheit, in Frage stellt. Daran kann Ihnen, lieber Herr Prof. Neufang, nicht wirklich gelegen sein.

Ihren Leserbrief zum Klinikbeschluss planen wir in unserer morgigen Ausgabe zu veröffentlichen.

Freundlicher Gruß

Martin Wagner
Ressortleitung Lokales


Antwort am 4.1.2019

Sehr geehrter Herr Wagner,

zuerst vielen Dank für Ihre Antwort.

Ich denke, wenn Herr Buckenmaier den § 6 LPG Baden-Württemberg und die Standesrichtlinien (vgl. Löffler, Pressegesetz, BT Standesrichtlinien Rz. 13) verinnerlicht hätte, wäre der Brief so nicht notwendig gewesen.

Im Übrigen ist der Begriff „Lügenpresse“ ein Unwort des  Jahres  2018 gewesen. Seine Wortschöpfung beruht wohl auf dem Empfinden vieler Bürger.

Der Leserbrief wurde heute veröffentlicht. Herzlichen Dank!

Mit freundlichen Grüßen

Prof. Bernd Neufang

Geschrieben am 03.01.2020

Betr.: Kommentar von Buckenmaier im SchwaBo zur Kreistagssitzung vom 18.12.19 Replik

Sehr geehrter Herr Buckenmaier,

ich bin von ihrem Bericht im Schwarzwälder Bote vom 18. Dezember 2019 unter der Überschrift „Der Knopf ist dran“ enttäuscht. Er scheint mir mit heißer Nadel gestrickt, denn er entspricht  stellenweise nicht dem was man von journalistischem Handwerkszeug erwarten darf.

1. Ich sehe nicht, dass eine besondere Sorgfalt eingehalten wurde. (z. B. Handel, Zoufaly)

2. Ich vermisse eine Grundhaltung zur journalistischen Unabhängigkeit. (u. a.  Hinterfragung des Medizinkonzeptes im Klinikverbund)

3. Kritisch sehe ich die Kommentierung aufgrund des Sach- und Fachwissens des Schreibers.  (ungeprüfte Weitergabe einseitiger Information, z. B. Loydl)

4. Zur Kommentierung eines Prozesses gehört ebenfalls die Faktentreue. (Einseitige Berichterstattung, Statement zur  BI, Saal verlassen und  Nicht-Anwesenheit beim Spatenstich für eine Klinik an zwei Standorten eines Repräsentanten aus Nagold)

5. Über Jahre entbehren die Vorgänge um das Krankenhaus einer begleitenden Kritikkultur. (Kein offensichtliches Interesse der Verwaltung und dem Printmedium an der BI oder Hinterfragung der postulierten Absichten)

6. Der Umgang mit z. B. Leserbriefen, hinterlässt Fragezeichen zur  Unabhängigkeit des Mediums, die meines Erachtens weit über die Berichterstattung  hinaus als gesellschaftliche Verpflichtung eines kritischen Journalismus  reichen sollte. (punktuell  selektive  Berichterstattung, tendenziöse Kritik an Kreisräten, Hintergrund Recherche)

Scheindemokratische Ansätze und Ankündigung von Transparenz im Prozess um die Kreiskliniken reichen bis in das Jahr 2004 zurück. Allein der Wachsamkeit und Fachkompetenz aus den Reihen des „Verein pro Krankenhäuser Calw und Nagold e. V. “ ist es zu verdanken, dass die Gesundheitsversorgung im Kreis Calw an dieser Stelle aufrechterhalten blieb!

Gerne zitiert das Blatt den Landrat mit dem Modellcharakter des am Krankenhaus Calw anzusiedelnden Campus, ohne wohl  recherchiert zu haben welche Einheiten bundesweit längst dieses Modell praktizieren. Sachkundige Mediziner  haben für den Kreis schon früh die Bedeutung solcher Strukturen für die Bindung und Gewinnung von Ärzten in ländlichen Strukturen erkannt und dargelegt.

Ich halte fest, dass wenn sich alle Beteiligten in den unterschiedlichen Feldern ihrer gesellschaftlichen Aufgabe  und hier insbesondere der Sicherstellung des medizinischen Versorgungsauftrages und damit auch der gesetzlichen  Notfallversorgung  im Kreis Calw, verpflichten,  sollte das Unterfangen Klinikneubau und begleitende Strukturen zu einem Gewinn für die Bevölkerung werden.

Das selbstlose Engagement der Bürgerinitiative wird in der Bevölkerung sehr hoch geschätzt, das haben die Wahlen zum Kreistag gezeigt.  Dass das zu einem Dialog der  medizinischen Notwendigkeiten und politischen Umsetzbarkeit führt, kann dem Gremium nur nützen.  

Mit freundlichen Grüßen        

Von Dr. Axel Roth, Unterlengenhardt                                                                                                                                      

Geschrieben am 02.01.2020

Medizinkonzeption 2021

Brief an den Schwarzwälder Boten

Sehr geehrter Herr Buckenmaier, sehr geehrte Damen und Herren,

wenn man Ihren Artikel und insbesondere Ihren Kommentar zum Krankenhauskonzept vom 18.12.2019 liest, so muss man den Eindruck gewinnen, dass man sich glücklich schätzen muss, in so einem Landkreis zu leben. Hätten Sie jedoch sorgfältig journalistisch recherchiert, so müssten Sie wissen, dass unser Landkreis bei einem Neubau des Nagolder Krankenhauses vielleicht nicht mit einer 50%igen, sondern mit einer 60%igen Förderquote beschenkt worden wäre, wir also sehr viel mehr Geld gespart hätten, als von Ihnen gelobt!

Viel entscheidender wäre jedoch, dass ein Neubau bzw. die Einhäusigkeit unserem Landkreis jährliche Millionenverluste an Betriebskosten erspart hätte. Darüber zu berichten waren Sie leider weder bereit noch sahen Sie sich dazu in der Lage.

Ihre Zeitung war auch nicht bereit, der Kreisbevölkerung über das Gutachten von Herrn Prof. Dr. Wallwiener der Beraterfirma WMC Healthcare zu berichten – s. dazu die E‑Mail von Herrn Klormann vom 30.10.2018. Damit haben Sie der Öffentlichkeit wichtige Informationen vorenthalten. Bei Ihnen hat die Pressefreiheit offensichtlich eine ganz andere Bedeutung.

Ihre Kritik an Herrn Prof. Handel ist substanzlos und völlig deplatziert. Hier wäre es zielführender gewesen, sich mit dem Kern seiner Aussage zum Sterilisationsgut auseinander zu setzen, als diese polemische Kritik zu äußern. Warum kritisieren Sie eigentlich nicht auch noch alle Chefärzte unserer beiden Kliniken? Sie haben sich unisono für eine Einhäusigkeit unserer Krankenhausversorgung als die einzig medizinisch sinnvolle und wirtschaftliche Alternative ausgesprochen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. O. Zoufaly

PS: Bitte beachten Sie, dass ich Mitglied der CDU-Fraktion im Kreistag bin und nie einer anderen Fraktion angehört habe.

Von Dr. O. Zoufaly, Neubulach