Leserbriefe

Geschrieben am 23.02.2021

Zur irreführenden Berichterstattung des Schwarzwälder Boten

Was treibt Herrn Buckenmaier um?

Wenn es darum geht, Nagold besser und Calw schlechter aussehen zu lassen, scheint der Redakteur Buckenmaier alle Regeln eines anständigen Journalismus übertreten zu wollen. Im Schwarzwälder Boten in den Teilen Baden-Württemberg und Nordschwarzwald vom 8.2.2021 verkündet er nicht nur, dass eine gesamte Klinik Calw in Quarantäne gehen muss, sondern er glänzt auch noch mit medizinischen Fehlinformationen. Nach seiner Darstellung sind 53 Mitarbeiter mit dem Corona-Virus infiziert, die fast alle gegen Corona geimpft seien.

Tatsache ist, 64 Mitarbeiter der Klinik sind einmal geimpft, davon waren lediglich drei „positiv“. Dies aber nach der ersten Impfung, wobei nicht feststeht, ob die Virenlast auf die Impfung zurück zu führen ist oder die Geimpften bereits infiziert waren. Im Übrigen wirkt die Impfung erst nach einigen Tagen und nach einer Impfung ist ein fast völliger Schutz nicht gegeben.

Im Beitrag wird nur in einem Nebensatz erwähnt, dass es im Krankenhaus in Nagold zum Jahreswechsel bzw. zum Beginn des Jahres 2021 einen noch größeren Ausbruch der Corona-Pandemie gab. Unerwähnt bleibt, dass Ärzte des Calwer Krankenhauses in Nagold ausgeholfen haben. Mit keiner Silbe wird die sich aufdrängende Frage gestellt, ob der Klinikverbund Südwest aus dem Ausbruch der Pandemie im Nagolder Krankenhaus die richtigen Schlussfolgerungen gezogen und das Personal hinreichend geschützt und laufend getestet hat.

Die unreflektierten Aussagen von Herrn Buckenmaier, Geimpfte seien positiv getestet worden, ist nicht nur Wasser auf die Mühlen der Impfgegner, sondern sie führen zu einer Verunsicherung von Unschlüssigen und damit u. U. zu unnötigen Todesfällen. Er spekulierte auch darüber, ob Mutanten im Spiel waren. In einer Zeit, in welcher die Bevölkerung verunsichert, teilweise niedergeschlagen und perspektivlos ist, ist das ein Spiel mit dem Feuer und eine völlig überflüssige Effekthascherei. Zwischenzeitlich hat sich die Vermutung von Herrn Buckenmaier — und evtl. des Calwer Landrats — nicht bestätigt, wie das Landesgesundheitsamt attestiert hat.

Einen Tag später wurde im Schwarzwälder Boten von der Redakteurin Parage gemutmaßt, dass Hygienevorschriften nicht eingehalten worden seien. Ein schwerwiegender Vorwurf, der sich zwischenzeitlich auch nicht bestätigt hat, jedoch das Vertrauen der Bevölkerung in ihre Krankenhäuser beschädigt.

Im Übrigen ist ein solch mehr als zweifelhafter Journalismus Steigbügelhalter der Corona-Ignoranten, Querdenker und der AFD. Einen solchen Journalismus hat unser Land nicht verdient!

Von Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim

Zum Artikel von Frau Parage vom 9.2.2021

Nicht nur Herr Buckenmaier, sondern auch die neue Redakteurin Frau Parage behält in Ihren Artikeln eine sehr kritische Haltung dem Calwer Krankenhaus gegenüber. Deswegen habe ich diese Dame angeschrieben und sie hat sich bei mir telefonisch gemeldet. Für ihren sehr „unglücklichen“, mit heißer Nadel gestrickten Artikel hat sie sich nur im Sindelfingen beim Pressereferenten erkundigt, Herrn Prof. Oberhoff kennt sie überhaupt nicht, unsere Hygienebeauftragte zu kontaktieren ist wohl nicht opportun!! Dafür kann sie von außerhalb des Krankenhauses mit Sicherheit beurteilen, dass das Hygienekonzept des Hauses fehlerhaft wäre.

Für das Calwer Krankenhaus also eine Fortsetzung einer unverständlichen und sehr unfreundlichen  Einstellung!

Übrigens: Beim Ausbruch der  Epidemie im Calwer Krankenhaus lag die Impfung der Beschäftigten 3 bis 5 Tage zurück. Erst nach 14 Tagen hat man einen Impfschutz von ca. 50 %, erst 5 bis 10 Tage nach der zweiten Impfung mit dem Impfstoff der Firma BioNTec – somit nach 26 bis 31 Tagen — erreicht man den höchsten Impfschutz von ca. 95 %! Bei der Firma MODERNA erfolgt die Zweite Impfung erst nach 28 Tagen!

Im Vergleich dazu liegt der Schutz einer Grippeimpfung — je nach Jahrgang — soweit mir bekannt ist meist deutlich unter 50 %!

Von Dr. med. Otakar Zoufaly, Neubulach

Geschrieben am 09.02.2021

Eine Berichterstattung mit Folgewirkungen

Mit großer Bestürzung habe ich am Morgen des 8.2.2021 die effekthascherischen Artikel von Herrn Buckenmaier in den Teilen Teil Nordschwarzwald und Baden-Württemberg gelesen. Die erste Frage die aufkam war, ist eine Impfung gegen Corona ohne Nutzen? Herr Buckenmaier berichtet nämlich, fast alle „Positiven“ seien geimpft gewesen.

Tatsache ist aber, es gibt tatsächlich 53 positive Testungen. Richtig ist aber auch 64 Mitarbeiter waren geimpft und davon waren drei „positiv“. Dies aber kurz nach der ersten Impfung, weswegen es zu hinterfragen ist, ob dies die Folge der Impfung war oder bei der Impfung bereits eine Kontaminierung vorlag?

In der Überschrift im Teil Nordschwarzwald zudem suggeriert er, dass Mutanten im Spiel sind. Auch dafür gibt es keine Anzeichen.

Ein solcher Journalismus führt in der besonderen Situation dieser Tage nicht nur zu einer Verunsicherung, Zweifelnde werden sich nicht impfen lassen, obwohl dies geboten wäre, damit nimmt er unnötige Todesfälle im Kauf. Im Übrigen sollte Herr Buckenmaier sich fragen, ob eine solche Berichterstattung in Wahlkampfzeiten opportun ist, weil sie in die falsche Richtung führt.

Von Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim

Geschrieben am 25.01.2021

Masken und Testen statt Lockdown

Durch Lockdown-Maßnahmen werden Infektionen nicht verhindert, sondern bestenfalls verschoben. Ziel solcher Maßnahmen kann es daher nur sein, Spitzenbelastungen und damit eine mögliche Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Ein starker Lockdown kann deshalb dazu führen, dass nach Rücknahme der Maßnahmen eine umso größere Welle auftritt, die einen erneuten Lockdown nach sich zieht, wie es gerade zum Beispiel in Irland der Fall ist.

Ständig wird der Anschein erweckt, dass ein Lockdown gegen die Ausbreitung des Coronavirus alternativlos sei. Ein Blick in den Kreis Tübingen welcher aktuell (Stand 23.1.2021) als einziger Landkreis in Baden-Württemberg eine Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 aufweist, zeigt wie effizient einfache Schutzkonzepte für Risikogruppen und die ältere Bevölkerung sein kann. Durch konsequentes Tragen von wirksamen Masken (FFP2 oder KN95) in geschlossenen Räumen ließe sich die Ausbreitung des Virus weitgehend verhindern. Seit das Personal in Krankenhäusern durchgehend solche Masken trägt, kommt es dort selbst bei Behandlung von hustenden Covid19-Patienten kaum noch zu Übertragungen. Beim verpflichtenden Tragen solcher Masken könnte man daher den Einzelhandel und viele andere geschlossene Betriebe relativ gefahrlos wieder öffnen.

Durch verbreitetes tragen am Arbeitsplatz ließe sich die Ausbreitung des Virus auf diese Weise drastisch reduzieren. Natürlich wäre dies eine Belastung aber ohne große Kollateralschäden für unsere Gesellschaft so lange durchführbar, bis die Bevölkerung durch Impfung oder Erkrankung ausreichend durchimmunisiert ist. Es ist Aufgabe unserer Regierung solche wirksamen Masken in genügender Stückzahl der Bevölkerung zur Verfügung zu stellen. Diese sind mittlerweile kostengünstig und in genügender Stückzahl vorhanden, verrotten aber stattdessen Millionenfach in Depots in Deutschland.

Von Prof. Dr. med. Martin Handel, Calw

Geschrieben am 03.08.2020

Wir sind kein Vasallenkreis!

Am 21.6.2020 wurde im Schwarzwälder Boten Seitens des Klinikverbunds mitgeteilt, dass Dr. Nötzel diesen verlässt. Bereits am 20.6.2020 wurde dies in den Printmedien des Kreises Böblingen mit dem Hinweis verkündet, dass der kaufmännische Geschäftsführer Loydl künftig der alleinige Geschäftsführer sein soll.

Nötzel musste offenbar aufgrund einer Entscheidung des Böblinger Landrats Bernhard den Klinikverbund verlassen. Auch wenn Herr Bernhard den Mehrheitsgesellschafter Kreis Böblingen mit 76% repräsentiert, so war er dazu nicht befugt. Zuständig für eine solche Entscheidung ist der Aufsichtsrat, der aber erst am 8.7.2020 tagte. In dieser Sitzung hat mal wohl der Demission von Nötzel, nicht aber der Bestellung von Loydl zum Alleingeschäftsführer zugestimmt, ansonsten wäre dies in der Presse verkündet worden. Es ist völlig unverständlich, warum der Jurist Bernhard die gesetzlichen und gesellschaftsvertraglichen Regelungen gröblich missachtet hat.

Im Übrigen haben die Erfahrungen mit Corona ‑und die Pandemie ist noch nicht überstanden- gezeigt, dass der Klinikverbund nicht durch einen Controller, sondern durch einen Geschäftsführer mit medizinischem Sachverstand geführt werden muss. Hinzu kommt, bei der Besetzung oder Nichtbesetzung von Organen der Geschäftsführung nach dem Gesellschaftsvertrag hat der Kreis Calw trotz seiner 24 %-Beteiligung eine Sperrminorität. Deswegen hat Dr. Prokein in seinem Leserbrief vom 18.7.2020 zu Recht die Wiederbesetzung der Position des medizinischen Geschäftsführers des Klinikverbund Südwest gefordert. Ein Signal, das auch der Böblinger Landrat hören sollte.

Von Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim

Geschrieben am 20.07.2020

Bürger in Planung einbinden

BETRIFFT: »Noetzel verlässt Klinikverbund« vom 21. Juni

Da gibt sich die Pressestelle des Landratsamtes aber recht zugeknöpft. In zwei dürren Mitteilungen erfährt die Öffentlichkeit, dass der medizinische Geschäftsführer Jörg Noetzel den Klinikverbund Südwest verlässt. Begründet wird dieser Schritt mit verschiedenen Auffassungen über die künftige strategische Ausrichtung des Klinikverbunds. Was das bedeutet, wird nicht näher erläutert. Geht die Öffentlichkeit die strategische Ausrichtung des Klinikverbunds überhaupt etwas an? Ich denke, ja. Insbesondere in einer so spannenden wie sensiblen Phase mit einem geplanten Krankenhausneubau mit Campus in Calw, einer begonnenen Sanierung des Nagolder Krankenhauses und einer in Planung befindlichen Großklinik auf dem Flugfeld in Böblingen. Die Krankenhäuser sind für die Bürgerinnen und Bürger da. Deshalb ist es meines Erachtens unerlässlich, die Öffentlichkeit über die zukünftige Strategieplanung zu informieren und sie in die Überlegungen mit einzubeziehen. Vielleicht würde auch eine diesbezügliche Anfrage der hiesigen Presse beim Landratsamt Klarheit bringen. Am wichtigsten erscheint mir, dass die jetzt frei werdende Position von Jörg Noetzel als medizinischem Geschäftsführer erneut mit einem Bewerber/einer Bewerberin aus dem medizinischen Fachbereich besetzt wird als Ergänzung der Doppelspitze mit dem weiterhin amtierenden kaufmännischen Geschäftsführer. Gerade bei den anstehenden großen Vorhaben in Calw und in Nagold brauchen die Ärzte und Pflegekräfte, aber auch alle anderen Dienste vor Ort, einen medizinisch geschulten Ansprechpartner in der Führungsspitze des Klinikverbunds, der ihre Verbesserungsvorschläge zur Planung versteht, ihre Sorgen über drohende Fehlplanungen ernst nimmt und beides gegenüber der Verwaltungsspitze des Kreises vertritt. Darüber hinaus hat die Corona- Epidemie allgemein zu einem Umdenken geführt und die ärztlich-medizinische Kompetenz wieder in den Mittelpunkt unseres Gesundheitswesens gerückt. Viele Akteure des Gesundheitswesens haben inzwischen verstanden, dass Krankenhäuser nicht nur nach kaufmännischen Gesichtspunkten gemanagt werden dürfen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen der Kreisverwaltungen Calw und Böblingen und die zugehörigen Gremien dieser Erkenntnis nicht verschließen.

Von Dr. Ewald Prokein, Althengstett-Ottenbronn

Schwarzwälder Bote, Teil Calw und Umgebung vom 18.07.2020

Geschrieben am 23.04.2020

Positionspapier der BI zum Gesundheitscampus

Es ist der Einsicht und dem Weitblick von Landrat Riegger zu verdanken, dass in Calw mit dem Gesundheitscampus und dem dazu gehörenden Krankenhausneubau ein Vorzeigeobjekt entsteht. Die nach vielen Jahren gefundene Entscheidung, der Landkreis braucht aufgrund seiner Topografie zwei Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung an 24 Stunden und sieben Tagen in der Woche, hat sich in der Corona-Pandemie bewährt. So wurde das Krankenhaus in Calw zur ersten Speerspitze des Landkreises im Kampf gegen das Corona-Virus. Hier und nicht in Nagold wurden die ersten Patienten aus dem Landkreis versorgt. Die Anzahl der Erkrankungen brachte es jedoch mit sich, dass sich nun beide Krankenhäuser erfolgreich um die Patienten des Landkreises kümmern.

Nachdem die Maßnahmen von Bund und Land dank der Einsicht der Bevölkerung Wirkung zeigen, ist in den Krankenhäusern ein bedingter Übergang zum Regelbetrieb ohne Gefährdung der Patienten wieder möglich. Mit diesem Übergang zum Regelbetrieb können auch wieder geplante Operationen und Untersuchungen durchgeführt werden. Für Calw bedeutet dies insbesondere die Wiederaufnahme der Operationstätigkeit im Bereich der Orthopädiechirurgie. Unfälle und andere Erkrankungen wurden auch während der Hochphase der Pandemie behandelt.

Die ersten Schritte des Neubaus sind gemacht worden. Landrat Riegger hat mit seiner Aussage recht: Das war zur richtigen Zeit! Wie bei jeder Baumaßnahme der öffentlichen Hand gibt es auch hier Optimierungsbedarf. Dies nicht nur in Bezug auf den Neubau, sondern auch die medizinische Versorgungsstruktur im Landkreis, die zu überdenken ist. Ein wichtiger Baustein ist in Anbetracht des Hausärztemangels der Gesundheitscampus, der nun mit Inhalten zu füllen ist. Hierzu hat die Bürgerinitiative Krankenhaus Calw in einem Positionspapier Stellung genommen. Dieses ist ab dem morgigen Nachmittag auf der Homepage der BI (www.bi-krankenhaus.com) unter Vereinsmitteilungen hinterlegt.

Von Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim

Geschrieben am 11.03.2020

Leserbrief zur Veröffentlichung im Schwarzwälder Boten

Antwort auf den Artikel im Schwarzwälder Boten vom Dienstag, 3. März 2020: „Diagnosezentrum nimmt seinen Betrieb auf“

Sofort ein Diagnosezentrum und Info-Hotlines einzurichten, um dem Corona-Virus Herr zu werden, ist höchst professionell und verdient Respekt. Dabei zeigt sich einmal mehr, dass die medizinische Versorgung im Ländlichen Raum nicht beliebig zurückgefahren werden kann. Das Calwer Krankenhaus trägt derzeit im Kreis die ganze und im restlichen Klinikverbund die doppelte Last zur stationären Versorgung eventueller Corona-Patienten. Dabei darf es nicht nur bei warmen Worten der Wertschätzung bleiben, sondern muss ggf. zu zusätzlichem Personal führen und der Verbundgedanke sich beweisen. Große Kliniken sind gar nicht in der Lage, notfalls die gesamten Patienten aus der Fläche auf zu nehmen. Außerdem werden die Fahrtwege zu lang, die Rettungsdienst überfordert und Patienten unnötig gefährdet. Laut Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen würden sich für 21.000 Patienten in Calw und 14.000 in Nagold die Fahrtzeiten über 30 Autominuten verlängern, wenn es die Standorte nicht mehr gäbe. Deshalb ist nicht nur der Ausbau der Häuser, sondern auch der integrierten zentralen Notfallversorgung (INZ) an beiden Standorten unbedingt erforderlich. Eine Strafe von 50 % der Kosten für die Behandlung von Notfallpatienten ohne INZ, wie es Herrn Spahn vorschwebt, kann doch wohl nicht wahr sein. Wir dürfen unser noch funktionierendes Gesundheitssystem von Profiteuren nicht kaputt machen lassen. Ich bin froh, dass unsere Kreisverwaltung dagegen Sturm läuft.

Von Dr. med. Eberhard Bantel, Calw-Altburg

Geschrieben am 11.02.2020

Wach werden

BETRIFFT: Krankenhaus-Debatte

Es ist für mich einfach nicht zu begreifen, weshalb unser Landrat mit seinem mehrheitlich nach Nagold orientierten Kreistag unser so gut gehendes Krankenhaus zerstückeln will. Welche Absicht steckt dahinter? Dieses Haus hier, in dem ich gerade zur OP bin und sehr zufrieden, braucht seine 200 Betten. Die Ärzte sind kompetent und gewissenhaft, das Pflegepersonal so fürsorglich und liebevoll – es mangelt an nichts.

Auch die Aussicht ist so schön, anders als beim zukünftigen Krankenhäuschen im Industriegebiet.

Ich glaube, wir Menschen aus Calw und Umgebung wollen alle hier behandelt werden und nicht in Honolulu. Es sollten nur alle wach werden und sich wehren, bevor es zu spät ist.

Von Sigrid Kröner, Calw
Schwarzwälder Bote, Teil Calw und Umgebung vom 07.02.2020

Geschrieben am 08.01.2020

Leserbrief für den Schwarzwälder Boten

Hallo Herr Buckenmaier!

Ich denke, Ihr Kommentar zur Kreistagssitzung am vergangenen Montag kann nicht unwidersprochen bleiben. Seit wann ist der Chefarzt einer Klinik Eigentümer derselben? Was denken Sie, weshalb wir Wählerinnen und Wähler Ärzte in dieses Gremium gewählt haben? Doch nicht, dass diese, wenn es das neue Krankenhaus betrifft, schweigen müssen! Wer, wenn nicht Professor Handel und die anderen  Ärzte, die einmal dort arbeiten sollen, ist Ihrer Meinung nach befugt und kompetent genug, zum zukünftigen Klinikbetrieb etwas beizutragen? Das neue Krankenhaus wird  nicht die eigene Klinik des Professor Martin Handel oder ist uns hier etwas entgangen? Das hat mit “Freiheit der Andersdenkenden” überhaupt nichts zu tun. Wieviel Bürgermeister sitzen in den Kreistagen und votieren selbstverständlich (auch) im Interesse ihrer Gemeinden. Das wäre eher ein Grund, keine Bürgermeister mehr zur Wahl zuzulassen! Dass das künftige neue Calwer Krankenhaus kein Häusle wird, sondern für die Zukunft groß genug geplant werden sollte,  geht doch aus den Belegzahlen des jetzigen ganz klar hervor. Die Stationen sind voll belegt und es gibt kaum freie Betten! Wir Calwer möchten weiterhin hier behandelt werden und nicht wegen mangelnder Bettenkapazität nach Sindelfingen ausgelagert werden!

Von Doris und Rudolf Sautter, Hirsau
Veröffentlicht am 23.12.2019 im Schwarzwälder Bote, Teil Nagold und Umgebung

Geschrieben am 07.01.2020

Leserbrief zur Veröffentlichung im Schwarzwälder Boten

Die Öffentlichkeit wurde durch den Kommentar von Herrn Roland Buckenmaier vom 18.12.19 über den Verlauf  der Kreistagssitzung vom 16.12.19 mit der Darstellung, Prof. Handels konstruktive Anregungen zum Neubau der Klinik in Calw stünden ihm „wegen Befangenheit“ nicht zu und er hätte „vom Sitzungstisch abrücken müssen“ teilweise unangemessen und falsch informiert.

Der Kommentator verzichtet leider auf die Wiedergabe der von Prof. Handel vorgetragenen Anregungen zugunsten von einseitiger Unterstützung der unbestritten erfolgreich agierenden Verwaltungsspitze.

Nach dem ethischen Standard für den Journalismus entspricht der Kommentar nach meiner Auffassung weder der wahrhaftigen Unterrichtung der Öffentlichkeit noch der Wahrung der Menschenwürde. Die unzutreffende Behauptung, ein aus dem Stand mit überwältigender Mehrheit gewähltes Mitglied des Kreisrates dürfe wegen seines sozialen Status als Chefarzt oder als Angestellter des öffentlichen Dienstes seine qualifiziert sachkundige Ansicht im Kreistag wegen Befangenheit nicht vortragen, trägt Merkmale von Diskriminierung. Richtig ist, dass es Prof. Handel nicht „um die Zukunft der eigenen Klinik“ geht – die gehört immer noch dem Klinikverbund Südwest – sondern um die Patienten, die er an seinem Arbeitsplatz versorgt. Nach  langjährigem professionellen Kontakt weiß er um die Bedürfnisse der Patienten  bei Untersuchung, Pflege und Behandlung im Krankenhaus unanfechtbar besser Bescheid als die meisten Mitglieder des Kreisrates und seine Vorschläge zur Optimierung der Abläufe fehlen merkwürdigerweise in dem Kommentar.  

Von Dr. med. Hans Strasser, Calw-Altburg