Leserbriefe

Geschrieben am 25.11.2017

Es soll bleiben, wie es ist

BETRIFFT: Artikel “Für eine funktionierende Klinik” auf der Seite Calw vom 13. November

Wenn es also egal ist, ob die Krankenversorgung im neuen oder alten Krankenhaus stattfindet, dann soll unsere kommunaleVerwaltungs-Obrigkeit doch auf die Wünsche der Bürger eingehen. Fakt ist: Wir wollen meines Erachtens nach kein neues Krankenhaus. Wir haben eine angesehene, funktionierende Klinik, besetzt mit hervorragenden Fachärzten und Personal. Es ist meiner Meinung unverantwortlich von Ihnen Herr OB und zeugt von einer beispiellosen Ignoranz. 18000 Bürger-Unterschriften pro Krankenhaus zu übergehen, zusätzlich der vielen Beiträge von kompetenten Personen wie Ärzte. Laut Bericht wollen Sie — Herr OB — uns nun für ein Objekt anwerben, welches unsinnig viel Steuergeld verschlingt und meines Erachtens nach bestenfalls als Notfall-Station funktioniert. Ärzte, die in ihrem Beruf weiterkommen wollen, werden diese Institution meiner Meinung nach schnellstens verlassen, wenn sie beruflich Karriere machen wollen. Wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, auch schon deshalb, weil es älteren Menschen schwerfällt — auch finanziell — ihre Kranken in Nagold oder Böblingen zu besuchen. Bezeichnend in dem Artikel ist Ihre Ansage: Ich will… usw. Sie wollen sich selbst verwirklichen auf Kosten Ihrer Untertanen, so kommt es jedenfalls für mich rüber. Festzustellen ist: Seit unser Ex-OB Lehmann im Ruhestand ist, haben wir Calwer meines Erachtens nach kein Glück mit den Nachfolgern. Bei ihm fand jeder Bürger Gehör und er hat ihre Sorgen ernst genommen und geholfen.

 

Von Marie Keim, Calw

Scharzwälder Bote, Teile Calw vom 24.11.2017

Geschrieben am 25.11.2017

Absurdität geklärt

BETRIFFT: Leserbrief  “Enorme Nachteile” auf der Seite Nordschwarzwald vom 8. November

Damit ist die Absurdität dieser leidigen Angelegenheit geklärt. Bleibt noch die Frage: Warum haben die von uns gewählten sogenannten Volksvertreter uns im Kreistag meiner Meinung nach so schmählich verraten (wohlgemerkt einstimmig) und zu unserem Nachteil, gegen unseren Willen für den Abbau dieses gut funktionierenden und fachärztlich bestens ausgestatteten Krankenhauses gestimmt? Auf diese Enthüllung warte ich noch.

Übrigens: Pforzheim ist näher als Böblingen/Sindelfingen. Und für die Pflegekraft auf diesem sagenhaften Campus (heißt auch unter anderem Tummelplatz) empfehle ich Rollschuhe oder Inlineskater. Flügel werden ihr wohl keine wachsen.

 

Von Irmtraut Eisenbarth,  Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 24.11.2017

Geschrieben am 25.11.2017

Moderne Kriegsführung

BETRIFFT: Krankenhaus

Die Krankenhauspolitik setzt für die Landkreise Böblingen und Calw meines Erachtens nach typische Mittel einer modernen Kriegsführung ein: Propaganda mit permanenten Fehlinformationen, Täuschungen und falschen Versprechungen. Nun soll die physische Zerstörung des Calwer Krankenhauskomplexes folgen — und damit meiner Meinung nach unter anderem die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit der Großen Kreisstadt.

Zunächst sollte in Calw ein neues Krankenhaus gebaut werden, um darin die Arbeitsabläufe mit kurzen Wegen effektiver zu gestalten. Stattdessen kommt ein Neubau, meiner Einschätzung nach ohne Überlebensperspektive mit nur 135 Betten und ohne Schwerpunktmedizin. Das derzeitige Krankenhaus erfüllt zweifellos das Leistungsspektrum dieses kleinen Neubaus. Der Grund für den Neubau ist entfallen. Dennoch soll der auf modernem Stand gehaltene gesamte Krankenhauskomplex in Calw mit allen neuzeitlichen Zusatzgebäuden und medizinischen Schwerpunkten dem Erdboden gleichgemacht werden. Die Hintergründe dafür sind meines Erachtens nach:

Erstens: Böblingen plant für seinen Mega-Krankenhausneubau ganz offen die Calwer Patienten ein.

Zweitens: Calw plant auf dem Gelände des derzeit bestehenden Krankenhauskomplexes ein gigantisches privatwirtschaftliches Immobilienprojekt.

Drittens: Die kommenden Probleme der Gesundheitsversorgung in Calw sind vorhersehbar. Die Politik sichert durch das »Niederbrennen« des Calwer Krankenhauses zum einen das Calwer Immobilienprojekt und zum anderen die oben genannten Planungsansätze für Böblingen.

Die Politik zerstört meiner Meinung nach das Calwer Krankenhaus wegen eines Immobilienprojektes unter dem Deckmantel der Neuorganisation der Krankenhauslandschaft in Deutschland. »Zerstörung« ist die typische Kriegsmethodik zur Brechung des gegnerischen Widerstands, hier meiner Meinung nach von Teilen der eigenen Bevölkerung.

 

Von Henning Külz, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 24.11.2017

 

Geschrieben am 25.11.2017

Fühle mich beleidigt

BETRIFFT: Krankenhaus

Es ist nicht zu glauben, dass Herr Eggert aussagt, dass er erwartet, dass das Leserbriefschreiben aufhört. Er, der meines Erachtens nach keinerlei Rücksicht auf die Bürgerinteressen nimmt, erwartet, dass die Leserbriefschreiber ihn in seinen Bemühungen um das Krankenhäusle nicht stören. Er soll der Calwer Bevölkerung einmal darstellen, was er für die Erhaltung des Krankenhauses getan hat, meiner Meinung nach nämlich nichts. Sonst hätte sich der Nagolder OB nicht bei ihm für die Krankenhauskonzeption und Eggerts Zustimmung dafür bedankt.

Ich fühle mich durch Eggerts Aussage zu den Leserbriefen beleidigt. Er darf nicht glauben, dass die Leserbriefschreiber sich von ihm einschränken lassen, bloß weil es ihm nicht in den Strumpf passt. Das, was wir jetzt tun, hätte er schon seit Monaten tun können. Vielleicht denkt Herr Eggert auch seinen aussichtlosen Kampf zur Unterbringung an einen Modekonzern in der Villa Wagner. Auch hier hat die Vernunft gesiegt.

Ich bin sicher einer der wenigen, der  jetz fünf Wochen das Krankhausgeschehen am Stück erlebt hat. Kein Arzt (Professoren) und keine Krankenschwester hält das Krankenhäusle für überlebensfähig, nur Herr Rieger und Herr Eggert, unbelehrbar. Wir kämpfen weiter.

Von OB a. D. Karl-Heinz Lehmann, Calw

Schwärzwälder Bote, Teil Calw vom 21.11.2017

 

Geschrieben am 25.11.2017

Den Calwern schenken

BETRIFFT: Zukunft der Krankenhäuser und »Kommt es zum Bürgerbegehren?« vom 22. November.

Karl-Heinz Lehmann initiiert ein Bürgerbegehren gegen den Neubau des Krankenhauses samt Gesundheitscampus auf dem Stammheimer Feld. Zwei Mal musste ich lesen und mir die Augen reiben, bis ich die Cleverness, ja das Geniale dieser Idee verstanden habe.

Wahrlich, die Auflösung des gordischen Knotens! Und wenn es ein schlichtes Gemüt wie ich schließlich versteht, werden es die klugen Calwer gleich dreimal verstehen. Wird es aber auch der Kreis Calw verstehen? Warum nicht? Viel Geld wäre ihm ja schon einmal gespart durch den Bauverzicht. Aber obacht, was wäre künftig mit der stationären Versorgung in Calw? Auch das löst man einfach, Karl-Heinz Lehmann lässt es im Bürgerbegehren zwar unerwähnt, aber er hat es wiederholt gesagt: Das alte Krankenhaus soll weiter betrieben werden, steht es nicht rundum gut da? Warum sollte man diese Werte beseitigen? Eventuell müsste man es baulich etwas herrichten und modernisieren. Wieder genial!

Ich würde nun, von Karl-Heinz Lehmann auf die Sprünge geholfen, noch einen Schritt weiter gehen: Der Kreis könnte das Krankenhaus den Calwern schenken! Das wäre nicht zuviel verlangt. Ja, noch weiter: Der Landkreis könnte noch einen Sanierungszuschuss dazu geben, sagen wir bis zu einer achtstelligen Summe! Sollte sich dann nicht ein, zum Beispiel privater, am Markt ausgewiesener Übernehmer finden? Herr Neufang hat mit dem Gedanken vor Jahren schon gespielt (und die Herren werden sich ja besprochen haben). Nicht zuletzt: Der Landkreis würde, obendrein, ein Bombengeschäft machen! Als Kreisrat muss ich gestehen, das wäre die Krönung des Genialen (der Kreiskämmerer kann gut rechnen!). Man muss ja nicht allein die Wünsche von Calw betrachten, man darf ja, nebenbei, auch an das Wohl des Kreises denken. Wahrscheinlich hat Karl-Heinz Lehmann, als langjähriger früherer Kreisrat, dieses alles schon weislich vorbedacht. Gratuliere.

Wäre nur noch hinzuzufügen: Die Planung fürs neue Krankenhaus samt Gesundheitscampus muss natürlich auf der Stelle gestoppt werden. Das gebietet ja schon die pure Höflichkeit gegenüber dem Bürgerbegehren.

 

Von Prof. Dr. Rainer Prewo, Nagold

Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 24.11.2017

Geschrieben am 25.11.2017

Das kann doch gar nicht sein!

BETRIFFT: Krankenhaus

Das kann doch nicht wahr sein, dass die Bürger sozusagen den Mund verboten bekommen!

Warum will Herr Eggert, dass das Leserbriefschreiben aufhört? Damit die Bevölkerung gut »schläft« und die eigentlich für das Wohl der Stadt Verantwortlichen weiter ungut fortfahren können bezüglich unseres so wichtigen Krankenhauses? Damit es niemanden mehr gibt, der verantwortlich mitdenkt? Damit sich niemand mehr um das Wohl der Bürger kümmert? Damit man mit meiner Meinung nach unrealistischen, unpassenden Vorhaben ungestört weiter agieren kann? Ist das Demokratie? Das Volk hat zu schweigen, und einige wenige handeln, egal ob sinnvoll oder nicht? Egal, ob an die notwendigen Bedürfnisse der Menschen hier gedacht wird oder nur an persönliche Ambitionen?

Gerade hörte ich wieder, dass zum Teil in unserem Krankenhaus ein drittes Bett ins Zimmer kam, weil bereits völlig belegt — und da will man noch riesig verkleinern?! Wir brauchen ein Krankenhaus mit circa 200 Betten! Die Forderung der 50 Ärzte am Samstag ist meines Erachtens nach die Forderung aller Bürger hier und dringend notwendig!

Anscheinend brauchen wir ein Bürgerbegehren oder ähnliches, auf dass endlich umgedacht, realistisch gehandelt wird.

Viele Bürger mögen laut werden und ihre Meinung in Briefen kundtun!

Von Sigrid Kröner, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 24.11.2017

Geschrieben am 25.11.2017

Souveränes Statement hat gefehlt

BETRIFFT: Artikel »Ohne Orthopädie keine volle Unfallchirurgie« auf der Seite Calw vom 18. November

Seit Jahren ist das Thema Krankenhaus aus der Medienlandschaft der Stadt Calw nicht mehr wegzudenken. Was wurde da schon alles gesagt und geschrieben. Wenn es drauf ankommt, dann winden sich alle wie Aale und können sich an Gesagtes gar nicht mehr oder nur schwach daran erinnern. Das hat nun ein Ende. Ein »Gemeinde/ Stadtrat« (Herr Ott) hat nun den Knüppel aus dem Sack gelassen und unmissverständlich kommuniziert: »Wir kämpfen dafür, dass Calw und das Umland künftig die selbe Versorgung hat wie bisher — und besser.« Dieses souveräne Statement hat einfach gefehlt. Jetzt muss man sich keine Sorgen mehr machen, es bleibt mindestens beim Alten und einiges Neues (gutes?) soll auch  noch dazu kommen. Mal ehrlich, verschlägt es einem da nicht die Sprache?

 

Von Thomas Krietsch, Calw-Alzenberg

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 24.11.2017

 

Geschrieben am 25.11.2017

Belastbares Konzept nötig

BETRIFFT: Artikel »Ohne Orthopädie keine volle Unfallchirurgie« auf der Seite Calw vom 18. November

Endlich hat ein investigativer Journalist des Schwarzwälder Boten es auf den Punkt gebracht: Es geht gar nicht ohne die Orthopädie in Calw, damit eine medizinische Grundversorgung der Bevölkerung rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag nicht nur internistisch, sondern auch chirurgisch, gewährleistet ist. 18000 Unterschriften der Bürgerinnen und Bürger haben dies untermauert. Es wäre noch deutlicher gewesen, hätten meiner Meinung nach nicht üble Zeitgenossen Listen verschwinden lassen. Die Chefärzte durften jetzt endlich einmal ihren medizinischen Sachverstand in die Diskussion einbringen, was ihnen meines Erachtens nach aus politischen Gründen bisher versagt blieb. Mir ist schon klar, wer dafür maßgeblich Regie führt — diejenigen aus dem oberen Nagoldtal, die am wenigsten von Medizin, aber viel von Egoismus und Lobbyismus verstehen. Diese Politik führt aber zu sächsischen Verhältnissen. Vermutlich ist ihr Credo: Wer mehr Gewerbesteuer zahlt, hat auch Anspruch auf die bessere medizinische Versorgung. Nagoldern zuzumuten, zum Beispiel 15 Kilometer in ein Zentralklinikum in der geografischen Mitte zu fahren, können sie sich offenbar nicht vorstellen. Aber man kann offensichtlich gut damit leben, wenn Calwer notfallmäßig 30 Kilometer durch die Pampa über kurvenreiche Straßen, durch innerstädtische Kreisverkehre und eine 30-Kilometer pro Stunde-Zone gekarrt werden. Eine Geburtshilfe und Gynäkologie in Nagold mit gerade mal zehn Betten wäre für sie, da bin ich mir sicher, nicht akzeptabel. Aber für Calw scheint es gut genug zu sein. Zur Erinnerung: Der Herzkatheter-Messplatz für Nagold war angeblich schon bestellt, da hat der Kreistag die Eröffnung einer Kardiologie in Nagold noch gar nicht beschlossen. Ebenso wurde jetzt das Medizin-Konzept 2020 noch hastig vor den großen Ferien durchgepaukt, obwohl eine Anpassung für eine vollstationäre chirurgische Versorgung in Calw fehlt. Diese Grundversorgung braucht aber Calw für ihr größeres Versorgungsgebiet und steht ihr zu. Dies fordert deshalb nahezu die gesamte betroffene Ärzteschaft. Der Landrat hat sich in Stammheim unter 1500 Zeugen für Calw im Rahmen des Medizinkonzepts 2020 zu einer umfassenden unfallchirurgischen Versorgung bekannt. Das darf er gern als »alternativlos« bezeichnen. Jetzt soll er endlich ein belastbares zukunftsfähiges Personalkonzept hierzu vorlegen. Dann hat er die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich, auch für einen Neubau und den begleitenden »Campus«.

 

Von Dr. Eberhard Bantel, Calw-Altburg

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 24.11.2017

Geschrieben am 25.11.2017

Brauchen ein Bürgerbegehren

BETRIFFT: Krankenhaus

Bereits acht Tage nach der Hundertjahrfeier des Krankenhauses begann schon der Gärungsprozess. Frau Frank vom Krankenhausverbund ließ die Katze aus dem Sack: Es gibt keine Bestandsgarantie für das Krankenhaus Calw.

Im Hintergrund sind die Würfel schon gefallen (Nur, wie sage ich es meinem Kind?). Wie bringt man das explosive Thema auf den parlamentarischen Weg.

Interessant ist dazu noch zu lesen, wie die Fäden über sportliche Begegnungen gezogen wurden. Darüber hinaus darf man noch erinnern, die Rochade der Landesbeamten funktionierte vorbildlich: Herr Bernhard, Stellvertreter von Landrat Köblitz, Landratsamt Calw, wurde Landrat in Böblingen; Herr Rieger kam aus Böblingen und wurde Landrat in Calw. Alles demokratische Entscheidungen?

Im Dezember 2013 entschied sich der Kreistag mit dem Kompromissvorschlag »3+« für den viel gerühmten Gesundheitscampus im Stammheimer Feld. Dies war ein Bonbon für die Schließung des Krankenhauses Calw, mit fünf Gegenstimmen war auch dies eine demokratische Entscheidung.

Favorisiert wurde damals noch das Großklinikum Böblingen. Letztendlich ging das Krankenhaus Nagold mit der Übernahme der Calwer Chirurgie als Gewinner hervor.

Für Calw blieb eine Durchgangsstation als »Feldlazarett« übrig. Auch dies war wieder eine demokratische Entscheidung.

Was wollen wir uns darüber noch aufregen? Mit dieser Kenntnisnahme haben unsere Bürger diese Kreistagsmitglieder in der darauffolgenden Wahl wiedergewählt. Die Abgeordneten sehen sich bestätigt. Herr Eggert, Oberbürgermeister, mit dem Gemeinderat Calw, der Ortschaftsrat CaIw-Stammheim, sind jetzt gefordert, aus dieser vorgegebenen Situation »Gesundheitscampus« das Beste zu machen.

Herr Landrat Rieger braucht sich nach seiner Wiederwahl über eingehende Einsprüche keine Gedanken mehr machen, denn alle Entscheidungen sind durch demokratische Beschlüsse untermauert. Die Sache ist gelaufen. Vorhaltungen können die Bürger nur noch ihren gewählten Kreistagsabgeordneten machen.

Vielleicht kann man auch davon ausgehen, dass die integrierte psychosomatische Abteilung bis zur Fertigstellung des Objekts ihre Begründung findet und als notwendige Einrichtung gebraucht wird.

 

Von Erwin Ritter, Calw-Stammheim

Schwärzwälder Bote, Teile Calw vom 18.11.2017

Geschrieben am 25.11.2017

Diskussion führt zu erheblichem Misstrauen

BETRIFFT: Klinikstruktur Calwer Bürger

In den vergangenen Wochen befassten sich viele Leserbriefe im Schwarzwälder Boten äußerst kritisch mit der Strukturreform der Kreiskliniken. Die wichtigsten Aspekte sind in der Bevölkerung hinreichend bekannt.

Die Erwartung, das Votum des Kreistages, die »3+« Lösung mit der »Minilösung« in Calw als verbindlich zu akzeptieren, war mit dem Hinweis verknüpft, bei einer Ablehnung dieses Kreistagsbeschlusses »werde Calw leer ausgehen«, so Mitglieder der Kreisverwaltung und des Kreistages.

War dies eine Drohung? Der beabsichtigte Abriss des aktuellen Krankenhauses stößt in der Calwer Bevölkerung auf großes Unverständnis. Das Krankenhaus wurde in der Vergangenheit äußerst kostenintensiv und aufwendig erweitert und modernisiert.

Die Bürger sehen in diesem Vorhaben zu Recht eine massive Verschwendung von Steuergeldern.

Die Aussage von OB Großmann, Nagold, anlässlich der Wahl des Landrats am 7. November 2017 — Zitat »…Ihr Ansinnen ist es, nahe an den Menschen zu sein,..« — mag für den Großraum Nagold zutreffen. Als Calwer Bürger sehe ich das anders und empfinde diese Äußerung von Herrn Großmann im Zusammenhang mit der Entscheidung zum »Krankenhausstandort Calw« als nicht zutreffend und äußerst unsensibel.

Bei der »3+«-Lösung vermisse ich den Grundsatz: Das Patientenwohl — »Patientin/Patient first« — hat absolute Priorität.

Nur wer als Betroffener oder  Angehöriger im Notfall die wohnortnahe, rasche, kompetente, medizinische Versorgung/Pflege im Calwer Krankenhaus und durch die Calwer Fach– und Hausärzte erfahren und schätzen gelernt hat, kann ermessen, wie lebensnotwendig für unsere Calwer Bevölkerung — vor allem in Notfällen — ein vollständig funktionierendes ortsnahes Krankenhaus und kompetente niedergelassene Ärzte sind.

Die Diskussion über die Strukturreform der Kliniklandschaft im Landkreis Calw und ihre beschlossene Umsetzung führten und führen in der Calwer Bevölkerung und besonders bei mir als Betroffener zu erheblichem Misstrauen.

Die Verunsicherung ist bei mir sehr groß.

Entgegen anders lautenden Aussagen von Mitgliedern der  Kreisverwaltung bei diversen Info-Veranstaltungen wird der Standort Calw nicht der Gewinner, sondern der große Verlierer der Umsetzung der Strukturreform sein.

 

Von Horst Ammann, Calw-Alzenberg

Schwarzwälder Bote, Teile Calw vom 18.11.2017