Leserbriefe

Geschrieben am 25.10.2017

Wie naiv ist das denn?

BETRIFFT: Krankenhausdebatte

In deutschen Kliniken gibt es, gemessen an der Patientenzahl, deutlich weniger Pflegepersonal als in anderen vergleichbaren Ländern. Während sich hierzulande im Schnitt eine Pflegekraft um 13 Patienten zu kümmern hat, beträgt das Verhältnis in der Schweiz und in Schweden etwa eins zu acht. In den Niederlanden ist es eins zu sieben. Und in den USA kommen auf eine Krankenschwester sogar nur 5,3 Patienten. Im Neubau Krankenhaus Calw werden die Flure so’ angelegt, dass eine Pflegekraft dann bis zu 48 Patienten betreuen kann? Wie naiv ist unser Gemeinderat?

Ulrich Sperle,  Calw Heumaden

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 25.10.2017

Geschrieben am 23.10.2017

Vorbildlicher Einsatz

BETRIFFT: Leserbrief »Für Erhalt nichts getan« vom 13. Oktober

Die nächste Sitzung des Calwer Gemeinderates, in der ein Nachnutzungsplan erörtert werden soll, der zu Befürchtungen Anlass gibt, wird erwähnt. Der Plan wurde ja als Abrissvorhaben schon vorgestellt. Die Beseitigung des Krankenhauses, das gute und wichtige Arbeit leistet, ist wohl beschlossene Sache, findet aber – meines Wissens – in der Calwer Bevölkerung wenig Zuspruch. Dass viele Menschen an ihrem Krankenhaus gemütsmäßig »hängen « sollte nicht verübelt werden. Ebenso ist Eile nicht geboten.

Gerade der Briefschreiber – als ehemaliger Oberbürgermeister — setzt sich in dankenswerter Weise ein und beleuchtet kommunalpolitische Prozeduren und Zusammenhänge.

Die Nachfolgelösung auf dem Stammheimer Feld ist genauso umstritten wie auch der Abriss des bisherigen Krankenhauskomplexes. Er appelliert, dass man nicht nur den Leserbriefschreibern, die ja gerne als Bedenkenträger verstanden werden, sondern den öffentlichen Gremien (Gemeinderat) und anderen Vertretern der Bevölkerung das Feld und die Meinungsbildung überlassen soll.

Ich bin froh, dass der kompetente Karl-Heinz Lehmann uns aufklärt. Er soll wie manche andere Briefschreiber weitermachen, auch wenn er schreibt: »Denn mir reicht’s jetzt.«

Die Aufklärung geschieht durch Meinungsäußerungen von erfahrungsreichen Persönlichkeiten. Dazu gehören unter anderem Ärzte, Patienten als Betroffene und Teilnehmer der Bürgerinitiative, politisch tätige Vertreter in Gemeinde– und Kreisrat sowie sogar die größere Öffentlichkeit.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Beseitigung und der Abriss eines mit uns so verwachsenen Krankenhauses unwidersprochen gutgeheißen werden.

Dr. Hans Bernhard Römer, Calw-Hirsau

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 17.10.2017

Geschrieben am 23.10.2017

Für Erhalt nichts getan

BETRIFFT: Krankenhaus

Nachnutzung Krankenhausareal, Gewerbegebiet Stammeimer Feld. Was läuft da wieder? Nach der Notiz im Schwarzwälder Bote über die letzte Sitzung des Calwer Gemeinderats wird dieser in der nächsten Sitzung über die Nachnutzung des Krankenhausareals diskutieren, man höre und staune, in Anwesenheit des Abteilungsleiters »Gebäude« des Landratsamts. Wird dieser dem Gemeinderat die Vorstellungen des Landrats zu dem riesigen Areal vortragen und wird sich dann die Planung der Stadt für die Nachnutzung daran auszurichten haben? Die Planungshoheit liegt bei der Stadt. Ich denke dabei an das Areal der Akademie, das die Stadt in der Zwangsversteigerung hätte billig  erwerben können, und jetzt hechelt man den Planungsabsichten mit 90 Wohnungen in riesigen Gebäuden hinterher.

Wäre es nicht endlich an der Zeit, dass OB Eggert und der Gemeinderat unserer Bevölkerung endlich einmal sagen  würden, was der Gemeinderat und OB Eggert zur Erhaltung unseres jetzigen Krankenhauses beigetragen haben — sehr wenig, fast gar nichts — mit wenigen Ausnahmen von Gemeinderatsmitgliedern. Ich zitiere aus dem Schwarzwälder Bote den Bericht über die entscheidende Sitzung des Kreistags zur Krankenhauskonzeption: »Der Nagolder OB nahm das Bekenntnis der Stadt Calw zum Standort eines neuen Krankenhauses auf und verband damit den Dank an seine Calwer Amtskollegen, der sich in der Debatte in Schweigen hüllte.«

So wird die Stadt Calw mit ihren gesetzlichen Vertretern und Organen ein Alleinstellungsmerkmal im Land  Baden Württemberg erhalten, weil sie sich mit wenigen Ausnahmen im Gemeinderat als einzige Stadt nicht gegen die Schließung ihres vollfunktions– und leistungsfähigen Krankenhauses zur Wehr setzte. Man gab sich mit der Zusage für ein neues Krankenhäusle in einem Gewerbegebiet zufrieden, dem alle Experten und Fachleute keine Überlebenschance geben, Übrigens Gewerbegelände Stammheimer Feld: Aufmerksame Leser des Calw-Journals vom 22. September konnten lesen, dass vom 2. Oktober bis 2. November beim Landratsamt die Planunterlagen der Stadt CaIw zur Erweiterung des Gewerbegebietes Stammheimer Feld offenliegen und eingesehen werden können. In diesem Gewerbegebiet wäre planungsrechtlich gar kein Krankenhaus zulässig. Der Gemeinderat hat deshalb noch vieles zu beschließen und könnte immer noch die Chance nutzen, sich für den Erhalt  des jetzigen Krankenhauses einzusetzen. Auch hier wäre endlich einmal eine Aufklärung der Bevölkerung dringend notwendig. Dies sollten Gemeinderat und Verwaltung nicht Leserbriefschreibern wie mir überlassen, denn mir reicht’s jetzt.

 

OB a. D. Karl-Heinz Lehmann, Calw

Schwarzwälder Bote, Calwer Teil, vom 13.07.2017

Geschrieben am 23.10.2017

Noch Zeit zum Nachdenken

Betrifft: „Unter der Oberfläche gärt es gewaltig” vom 26. September

Unter der Oberfläche gärt es gewaltig. So lautet der Titel des Kommentars von Alfred Verstl, dem Chef der Lokalredaktion des Schwarzwälder Boten. Ich möchte die Ergebnisse der Bundestagswahl nicht kommentieren, mich aber bei Alfred Verstl dafür bedanken, dass er in diesem Zusammenhang erwähnt, dass die Krankenhausdiskussion im Kreis Calw und damit vor allem um das Calwer Krankenhaus und die Behandlung in den zuständigen Gremien auch offenbart, wie wenig die tausendfachen Stimmen der Bevölkerung und Meinung von Experten und Sachverständigen bei den Entscheidern auf Stadt– und Kreisebene Beachtung finden. Man entscheidet an den Interessen der Bevölkerung vorbei.

Noch ist Zeit darüber nachzudenken und die getroffene Entscheidung im Interesse der Bevölkerung zu überdenken, bevor “der Karren” an die Wand gefahren wird.

OB a. D. Karl-Heinz Lehmann, Calw

Schwarzwälder Bote, Nordschwarzwald vom 27.09.2017

 

 

Geschrieben am 20.10.2017

Ja, es gärt gewaltig unter der Oberfläche

Betrifft: Calwer Krankenhaus

Die Calwer Bürger hören die sich wiedersprechenden Worte und Handlungsvorhaben, vieles passt nicht zusammen: Ein gut Laufendes und voll besetztes Krankenhaus mit sehr zufriedenen Patienten soll zerschlagen, stattdessen ein kleines gebaut werden, obwohl von AOK-Seite klar, dass eines unter 200 Betten keine Chancen hat und dass zudem das jetzige Patienten weiterschicken muss, weil voll.

Ein Oberarzt wird in einer Abteilung gebraucht — es bewirbt sich sogar einer, aber er bekommt vom Klinikverbund eine Absage. Die Orthopädie leistet Hervorragendes, aber sie soll weg — natürlich nach Nagold. Die Geburtshilfe soll, wie es gerade läuft, auch vermutlich zerstört werden — ab nach Nagold. Warum eigentlich will unser Landrat in Calw alles vernichten? Liegt seine ganze Liebe in Nagold, wo doch dieses ein viel kleineres Einzugsgebiet hat? Und auch unser OB lässt seine Bevölkerung im Stich, die zu Tausenden für Calw votiert hatte und sich leider darauf verließ, dass in einer Demokratie des Vokes Stimme gilt! Da setzt sich Herr Lehmann, früherer OB, selbst heute noch mehr für seine Bürger und rechtes Handeln ein.

Ein ehrliches, wahres Gutachten bezüglich der Krankenhäuser wurde auch vorenthalten, stattdessen weiter agiert, um eigene Wünsche zu erfüllen.

Für den normalen Bürger hört sich alles Unglaubwürdig an: Vorn Ablenkung mit Lächerlichkeiten — im Hintergrund aber wird gegen alle Realität und gegen die Bürger einfach weiter gehandelt und bewusst unser gutes Krankenhaus zerschlagen. Ein neues »Häuschen« braucht man nicht bauen, wird wenige Jahre später gestorben sein. Dann lieber ein neues gutes Haus, etwa zwischen Calw und Nagold. Dann wäre niemandem geschadet.

Sigrid Kröner, Calw
Schwarzwälder Bote vom 11.10.2017

 

Geschrieben am 20.10.2017

Abreißen oder erhalten?

Betrifft: Krankenhausdebatte und Zukunft des Calwer Krankenhauses

Das Thema heißt »Abreißen oder erhalten.« Manchmal spitzen sich Fragestellungen so zu. Entweder oder, alles oder nichts, ja oder nein. Und eben auch Abreißen oder Erhalten.

So geht es auch dem Calwer Krankenhaus. Es sei ungeeignet, unpassend, nicht auf dem neuesten Stand entweder zu groß, zu wenig lukrativ, zu sehr spezialisiert, zu verwinkelt, am falschen Ort, zu unsicher wegen des Brandschutzes. So werden immer wieder Argumente gefunden, dass es nicht mehr hergehöre und dass etwas völlig Neues und auch wenn es noch so konfus und diffus erscheint, hergehört und erstellt werden muss.

Dagegen steht der meines Erachtens natürliche Umgestaltungsgedanke. Nicht vernichten sondern erhalten und umgestalten. Das bestehende Ganze anpassen, neu nutzen, die Raumaufteilung verändern, hinzufügen, vereinfachen, begradigen. Die moderne Architketur schafft doch Möglichkeiten bei Neugestaltung von gewachsenen Objekten. Es gibt keine Einheitsnorm. Ich plädiere für einen Indeenwettbewerb! Klärung des Verwendungswecks? Selbst ein Schülerwettbewerb aller Abiturklassen könnte das (Aufsatz-)Thema bekommen. Erhaltung und Neugestaltung des Klinikums Calw unter dem Aspekt der Erhaltung und nicht Vernichtung. Nicht entweder oder, sonder: sowohl als auch. Natürlich sollten auch Architekten diese Fragestellung bekommen und einen Wettbewerb bestreiten.

Dr. Hans Bernhard Römer, Calw-Hirsau
Schwarzwälder Bote, Nordschwarzwald, vom 5.10.2017

 

 

Geschrieben am 20.09.2017

Auf Nagolder Einkaufszettel

Betrifft: Leserbrief von Herbert Müller vom 12.9.2017

Mittlerweile kann ich es nicht mehr hören, »dass es sich um ein Krankenhaus in unserem Landkreis handelt«. Denn in CaIw wird die akutstationäre Versorgung der ländlichen Bevölkerung massiv ab– und in Nagold aufgebaut, obwohl laut Kliniksimulator in Calw 7000 Menschen mehr als um Nagold wohnen, für die das Krankenhaus innerhalb 30 Autominuten erreichbar ist. » weiterlesen

Geschrieben am 19.09.2017

BETRIFFT: Krankenhaus Calw

Es hat den Anschein, dass zwei weitere Abteilungen vom Krankenhaus  Calw nach Nagold abgezogen werden sollen. Was bleibt nach diesem Schritt in Calw eigentlich noch übrig? Was ist das für eine neue Stategie?

Dr. Noetzel, Geschäftsführer des Klinikverbundes, hat vermutlich erkannt, dass das GÖK-Gutachten ein Gefälligkeitsgutachten ist und die prognostizierten Betriebsergebnisse niemals erreicht werden können. Eigentlich das, wovor die Bürgerinitiative seit Jahren unaufhörlich warnt. Ein  kleines, neues Krankenhaus in Calw würde ihm die Bilanz ordentlich verhageln! Er weiß ganz genau, dass heute kein 135 Betten Haus mehr gebaut werden sollte, weil es nicht funktionieren kann. Die AOK hält 200 Betten, für die untere Grenze eines Krankenhauses und lässt andererseits ein 135-Betten-Haus im Landeskrankenhaus– Ausschuss passieren! Wie ist das möglich? » weiterlesen

Geschrieben am 15.09.2017

Groteskes Ansinnen

Demokratie ist: Mitsprache und Mitbestimmung der zivilen Gesellschaft über ihre grundlegenden Lebensinteressen. Frau Merkel, SPD und FDP stimmen überein: »Uns geht es gut!«, wursteln klein-klein an einigen Änderungen und vertuschen die großen Probleme der Zeit. Parallel dazu ziehen sie der Demokratie mit ihrer Politik der Privatisierung von staatlichen Aufgaben den Boden unter den Füßen weg. Die Großfinanz übernimmt Bereiche, von denen der Bürger elementar abhängig ist und nicht ausweichen kann: Wasserwerke, Autobahnen, Bundesbahn, Energie, Krankenhäuser. » weiterlesen

Geschrieben am 15.09.2017

Bessere Alternative

Calws Alt-OB Lehmann hat recht, wenn er den Standort für ein neues Calwer   Krankenhaus auf dem Stammheimer Feld kritisch hinterfragt: Ein neues Krankenhaus am Rande eines Industriegebietes? Gibt es neben den bürokratisch-rechtlichen Aspekten hierzu ein Lärmgutachten oder ein Emissionsgutachten? Trifft das Gerücht zu, dass die Fenster in dem neuen Krankenhaus wegen der Emissionen nur zur Talseite geöffnet werden dürfen? Wo sollen die Patienten spazieren gehen und genesen? Die Verwaltungsspitze des Kreises hüllt sich zu all diesen Fragen, die die Bürger interessieren, wie gewohnt in Schweigen und übt sich weiter in markigen Durchhalteparolen. Gibt es Alternativen zum Stammheimer Feld? Ja, es gibt sie. Bei der Erarbeitung der Ausstellung »100 Jahre Krankenhaus Calw« zusammen mit Ina Roy bin ich auf komplett fertige Pläne eines Architekturbüros einschließlich Modellfotos auf Hochglanzpapier für ein neues Calwer Krankenhaus aus dem Jahr 1964 gestoßen. » weiterlesen