Leserbriefe

Geschrieben am 22.08.2017

Beide Häuser gut aufgestellt

Zunächst einmal muss man objektiv feststellen, dass die Kritiker der geplanten Krankenhaus-Ersatz-Lösung recht haben! Es ist aller Ehren wert, dass wenigsten ein paar Stadträte sich nicht mit dem Verlust des bestehenden, gut funktionierenden Krankenhauses abfinden wollen. Selbst der Dümmste muss doch erkennen, dass damit die Gesundheitsversorgung im Landkreis Calw geschwächt wird. Daran ändert auch die »Aufrüstung« Nagolds (auf Kosten des Calwer Hauses) nicht viel! Zum richtigen Verständnis der unbefriedigenden künftigen Konstellation muss man an den Anfang dieser unseligen Geschichte erinnern: » weiterlesen

Geschrieben am 04.08.2017

Derzeit eher trübe Aussichten

BETRIFFT: Calwer Krankenhaus
Die Diskussion mit Meinungsstreit ist wieder voll im Gange. Das sieht man am Kreistagsbeschluss, der Weichen stellt – zumindest für Nagold – und an der Gemeinderatssitzung in Calw mit kontroversen Meinungen. Für Nagold läuft es gut: Erhalt und Erweiterung, Hinzugewinn der Chirurgischen Orthopädie. Für Calw sieht es dagegen ungewiss und fragwürdig aus: vage Zukunftspläne mit problematischen Aussichten. Die früheren Vorschläge und  Gedankenspiele sind dahin. Reha für Orthopädie wird nicht erwähnt. Innere Medizin und Kardiologie: Bleiben sie oder nicht? Die Chirurgie sowieso nicht. Was ist mit der Neurologie? Was heißt überhaupt Campus (Feld) im  medizinischen Sinne? Auch die Ansiedlung einer Psychosomatik ist nicht so sinnvoll und wichtig, denn es gibt ein Klinikum Nordschwarzwald, (mit viel Platz) sowie psychosomatische Kliniken in Schömberg und Hirsau. Gebraucht werden eher Betten für mehrfacherkrankte Patienten und Behandlungsplätze für Menschen mit häufigen Krankheiten. Wenn so etwas nicht bleibt wie bisher oder geboten wird, wandern die Patienten ab, weil sie sich unterversorgt fühlen.  Die Gesundheitspflege und Krankenversorgung der großen Kreisstadt leidet auf jeden Fall bei dem geplanten Gesundheitscampus und der Auflösung oder Abschaffung der derzeitigen Calwer Klinik, die  geschätzt und gebraucht wird. Die Zukunft einer der Bevölkerung ans Herz gewachsenen Einrichtung wird hinterfragt. Derzeit gibt es nur unsichere und eher trübe Aussichten.

Hans Bernhard Römer, Hirsau
Schwarzwälder Bote vom 29.7.2017

Geschrieben am 27.07.2017

Reaktion auf den Artikel „Es wird überhaupt keine Verzögerung geben“ am Mittwoch, den 19. Juli 2017 im Schwarzwälder Boten

Der Beschluss zum Umbau in Nagold und Neubau in Calw kam nur unter erpresserischen Umständen zu Stande, nämlich mit der Drohung, dass die Alternative das Schließen des Akutkrankenhaus– Standortes Calw wäre. Erdogan lässt grüßen. Dass das Einzugsgebiet für die Orthopädie in Nagold besser sein soll, ist verlogen, ebenso die Behauptung, Nagold würde mit dem Konzept 5 Millionen Plus erwirtschaften. Das Ergebnis des GÖK-Gutachtens, das  von vorneherein fest stand, gefährdet massiv die Akutversorgung des Calwer Waldes. Die Deportation der Orthopädie nach Nagold ist an Schwachsinn nicht zu überbieten. Mit Wirtschaftlichkeit hat dies nichts zu tun und ist deshalb sofort zu ändern. Es geht nämlich nur um nackte Kirchturmspolitik, vor allem eines Großsprechers und seiner Scheinheiligen. Die Calwer werden ihre Konsequenzen daraus ziehen. Die Zeche bezahlen aber alle Bewohner des Kreises Calw.

Dr. med. Eberhardt Bantel, Altburg
Schwarzwäler Bote

Geschrieben am 27.07.2017

Nun reicht es!

Der Kreistag hat am 17.7.2017 mit überwältigender Mehrheit das Krankenhauskonzept verabschiedet. Alea iacta est! Die Würfel sind gefallen! Die medizinischen Kleptomanen aus dem oberen Nagoldtal haben sich durchgesetzt. Gleichwohl muss ein Rückblick auf die jüngste Vergangenheit erlaubt sein. Das Calwer Krankenhaus hatte es geschafft, durch eine kardiologische Schwerpunktkompetenz überregional Akzente zu setzen. Das Ergebnis kennt man im unteren Nagoldtal: Verlagerung nach Nagold, dem wirtschaftlichen Schwerpunkt des Landkreises. Calw hat unter der Leitung von Prof. Handel eine hervorragende Orthopädie aufgebaut. Ergebnis: Beschlossene Verlagerung nach Nagold. Nunmehr gibt es in Calw eine Anästhesieabteilung mit überregionaler Akzeptanz unter der Leitung des neuen Chefarztes Dr. Döffert. Das Spiel ist klar: Eins, zwei und drei– wer fängt den Hut! Offensichtlich sind dabei alle happy, wenn man den Worten des neuen Klinikverbundchefs Dr. Nötzel und dem Landrat Glauben schenken darf. Die Frage ist, was bleibt für Calw? Der Landrat hat versprochen: Die schnelle Fertigstellung der Hesse-Bahn. Ein zeitgleicher Neubau in Calw und Umbau in Nagold, was aber entgegen der ursprünglichen Beschlusslage nicht eingehalten wird, denn Nagold wird vorgezogen und mit einem höheren Kostenaufwand als zunächst veranschlagt großzügig erweitert. Ein Krankenhausneubau in Calw wurde zwar zugesagt, in dem Schlaganfälle, Herzinfarkte, Unfälle und leichte chirurgische Eingriffe mit hoher Kompetenz behandelt werden können. Zusätzlich Sicherstellung der Notarztversorgung. Damit wäre das Calwer Krankenhaus erste AnlaufsteIle bei der Volkskrankheit Schlaganfall, aber auch die einzige Geburtshilfe und gynäkologische Vollabteilung im Landkreis. Ergänzt um einen Gesundheitscampus mit Tagesklinik und Fachärzten. Dieser “epochale” Gesundheitscampus soll zunächst wohl die Region Calw sprechblasenhaft sedieren, was davon übrigbleibt, wird man sehen. Nicht mehr gesprochen wird von der bereits lauthals verkündeten Reha-Klinik im Gesundheitscampus Calw oder gar Gewinnen von 5 Mio. € in Nagold zur Tragung der Calwer Verluste. Die Nagolder Dogen sollten nun Großmut zeigen und ihre Gelüste nach einer unattraktiven und verlustträchtigen Portalklinik in Calw ad acta legen und sich an das alte Konzept erinnern: Eine Klinik an zwei Standorten! Denn ansonsten werden die Calwer nicht mehr den Weg nach Nagold finden, somit geht auch der Nagolder Plan nicht auf. Sodann werden die Calwer und Nagolder zu Verlierern, dann kommt aufgrund der Abmängel die Einhäusigkeit in einem Altbau in Nagold. Die schlechteste aller denkbaren Lösungen. Was Calw dann verbleibt: Geburtsstadt von Hermann Hesse.

Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim

 

Geschrieben am 26.07.2017

Es wird überhaupt keine Verzögerung geben

Vor zwei Wochen in der Notfallambulanz des Calwer Krankenhauses: Ich brachte eine Bekannte dorthin, die schwer mit dem Fahrrad gestürzt war. In der Wartezeit bis zur Untersuchung kamen in die Notfallambulanz ein Mann der sich mit dem Beil in die Hand gehackt hatte, ein Mädchen mit einer schweren allergischen Reaktion im Gesicht, ein älterer Mann — auf seinen Sohn gestützt — mit einer Verletzung im Knöchelbereich und ein Junge, der sich anscheinend den Arm gebrochen hatte. In der gleichen Zeit wurde ein Patient mit Blaulicht eingeliefert und unverzüglich mit Herzinfarkt in die Kardiologie gebracht und wenig später ein Patient mit einem Schlaganfall auf die Neurologie. Alles Menschen mit einer plötzlichen Erkrankung oder einem Unfall, die in ihrem ortsnahen Krankenhaus Hilfe suchten und Hilfe erwarteten. » weiterlesen

Geschrieben am 20.07.2017

Frage nicht geklärt

BETRIFFT: Krankenhaus Calw

Unlängst hat Oberbürgermeister Ralf Eggert bei der Jubiläumsfeier der Neufang-Akademie Bernd Neufang für sein Engagement zur Erhaltung des Calwer Krankenhauses öffentlich gedankt. Jetzt stimmt er und alle Kreisräte aus Calw der Schließung des Calwer Krankenhauses und einem Neubau mit 135 Betten im Stammheimer Feld zu, » weiterlesen

Geschrieben am 27.04.2017

Betrifft: Krankenhausdiskussion

Vor kurzem nahm eine kleine Gruppe aus dem Verein pro Krankenhäuser Calw und Nagold an einem Bürgerdialog mit den Ministern Hauk und Lucha teil, bei dem es um die Stärkung der ländlichen Räume in Baden-Württemberg ging. Schwerpunkt war die Gesundheitsversorgung. Der Sozialminister ist ein Anhänger großer, zentraler Kliniken, denen er mehr Fachlichkeit, Routine, Qualität und Wirtschaftlichkeit zuspricht. Ihnen soll die Klinikförderung zugute kommen. Nicht unterstützt werden sollen Krankenhäuser, die geborene Verlustbringer sind. Nach Ministerpräsident Kretschmann sollen nur solche Krankenhäuser erhalten werden, in denen sich die Menschen auch vor Ort operieren lassen. Sind das nicht Aussagen, die für die Unterstützung und Erhaltung des Calwer Krankenhauses in seiner jetzigen Stärke sprechen? » weiterlesen

Geschrieben am 27.04.2017

Betrifft: “Die Krankenhäuser stecken tief in den roten Zahlen” und “Aus drei mach eins” vom 27. März

Die Wortwahl in den beiden Artikeln offenbart das Grundproblem: Rationalisierung. Effizienz– und Effektivitätssteigerung, Controlling, Bettenauslastung. Ökonomische Kennzahlen sind inzwischen wichtiger als medizinische Erfordernisse. Diese ökonomische Zwangsjacke führt dazu, dass Krankenhäuser möglichst viele gewinnbringende Leistungen anbieten müssen, um kostendeckend zu arbeiten. » weiterlesen

Geschrieben am 27.04.2017

Betrifft: “AOK: weniger Kliniken nötig” vom 4. April auf der Titelseite

Es ist eine bodenlose Respektlosigkeit von AOK-Chef Christopher Hermann gegenüber dem Ärzte– und Pflegepersonal, bei kleineren und guten Krankenhäusern von „Wald– und Wiesen-Krankenhäusern“ zu sprechen. Meine Mutter ist vor wenigen Tagen in einem solchen „Wald– und Wiesen-Krankenhäusern“, nämlich in Calw verstorben. Sie hatte ihre letzten Tage in sehr guten medizinischen und pflegerischen Händen verbracht, » weiterlesen

Geschrieben am 21.04.2017

BETRIFFT: „Der Campus nimmt immer mehr Gestalt an“, Schwarzwälder Bote vom 31.3.2017

Auf den ersten Blick blendet das Konzept des „Gesundheitscampus“. Es wird sich auch weiter entwickeln, nur in die falsche Richtung, denn es darf bezweifelt werden, ob sich damit wirklich nur „Vernünftige“ beschäftigten. Es gibt nämlich einen entscheidenden Geburtsfehler, » weiterlesen