Leserbriefe

Geschrieben am 29.08.2017

Ein starkes Stück

Irmhild Mannsfelds Leserbrief kann ich nur zustimmen. Die Gemeinderäte außen vor zu lassen, ist schon ein starkes Stück. Allerdings bin ich nicht sicher, ob alle Gemeinderäte davon erst aus der Zeitung erfahren haben! Aber auch hier scheint es wieder so zu sein, dass nur ein Plan umgesetzt werden soll und wieder ohne die Bürger zu beteiligen. Man kann gespannt sein, wie die weitere Information und Umsetzung dieses Projektes vonstatten geht. Im Gedächtnis behalten sollten wir allerdings, dass unsere gewählten Bürgervertreter bei allen Überlegungen und Planungen bis jetzt nicht beteiligt wurden.

Sigrun Dosek, Calw
Schwarzwälder Bote vom 14.8.2017

Geschrieben am 29.08.2017

Ist die Intensivversorgung in der Region Calw gefährdet?

Das ZfP hat zurecht an die Notwendigkeit einer voll funktionsfähigen Intensivabteilung im neuen Calwer Krankenhaus erinnert. Eine solche ist dem ZfP nicht nur vor Jahren zugesagt worden, sondern ist für das ZfP unverzichtbar. Mit der geplanten Krankenhausgröße im Stammheimer Feld ist dies nicht machbar, denn die unsinnige Verlegung der Orthopädie von Calw nach Nagold hat eine Verkleinerung der Anästhesie/ Intensivmedizin in Calw zur Folge. Selbiges bringt auch eine Schwächung der Notarztversorgung in der Region Calw mit sich, denn diese wurde bisher wesentlich durch die Klinik für Anästhesie/ Intensivmedizin im alten Calwer Krankenhaus erbracht. » weiterlesen

Geschrieben am 29.08.2017

Krankenhaus hat einen guten Ruf

Man kann sich nur einmal wieder mehr wundern, ob dem, was in unserem Städtle so passiert. Ganz besonders über so manche stillen Alleingänge. Frau Mannsfeld sei Dank, wurde hier eine weitere Katze aus dem Sack gelassen. Man fühlt sich als Calwer Altbürger mehr als verschaukelt. So ist die ganze Sache eigentlich Augenwischerei: Wenn am alten Krankenhausareal ein neues Wohngebiet entsteht, wenn Stammheim, Heumaden und Wimberg weiter wachsen, wenn die S-Bahnanbindung kommt und CaIw an »Qualität« gewinnt — dann gibt es folglichmehr Bürger in Calw. Mehr Bürger bedeutet dann aber auch: Es werden mehr Menschenbedürftig: Zuziehende Familien haben Kinder — die werden erfahrungsgemäß öfters krank, wir haben etliche Seniorenheime im nahen Umkreis — die alten Menschen werden krank und brauchen auf vielschichtige Weise Hilfe. Da ist es nicht mit dem Allernötigsten getan! » weiterlesen

Geschrieben am 29.08.2017

Verkommt geplantes neues Krankenhaus zur Pflegestation?

BETRIFFT: Artikel: Kreis will bei Umsetzung keine Zeit verlieren« vom 12. August

Dank der Veröffentlichungen im Schwarzwälder Boten ist nun endlich eine öffentliche Auseinandersetzung über das  Schicksal des Calwer Krankenhauses und die zukünftige stationäre Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im näheren Umkreis von Calw möglich und notwendig. Der Leserbrief von Frau Irmhild Mannsfeld belegt, dass bisher nicht einmal der Calwer Gemeinderat über wichtige Details der Krankenhausplanungen informiert war.

Geplant sind demnach für den »Gebäudekomplex« insgesamt »135 Pflegebetten«, davon unter anderem »66 für die Innere Medizin, 9 für die Allgemeinchirurgie, 23 für Unfallchirurgie und Orthopädie (..) und eines für Hals-Nasen-Ohren«, weiterhin »vier Betten für die Intensivmedizin und für die Überwachung ebenfalls vier Betten«.

Jedem, der mit der modernen Medizin vertraut ist, ist klar, dass mit diesen geringen Bettenkontingenten keine Medizin betrieben werden kann, die die heutigen technischen und menschlichen medizinischen Möglichkeiten nur annähernd nutzt. Das heißt: Das neue Krankenhaus könnte so für manchen Patienten zu einer (tödlichen) Gefahr werden. Wenn man in zu kleinen stationären Abteilungen wirklich gute Medizin betreiben wollte, dann würde dies pro Bett so teuer, dass niemand die Kosten tragen würde!

Das ganze Projekt macht mir — unter fachlichen Gesichtspunkten — eher den Eindruck eines Etikettenschwindels. Im Bericht ist dann auch nicht die Rede von »Krankenhausbetten«, sondern von »Pflegebetten«. Es ist zu befürchten, dass aus dem Kreiskrankenhaus eine Pflegestation für geriatrische Patienten auf hohem Niveau wird.

Ein besonders wichtiger Gesichtspunkt bei jeder heutigen Krankenhausplanung ist die Versorgung mit qualifizierten Ärzten, die gut ausgebildet und außerdem der deutschen Sprache mächtig sind. Erfahrungsgemäß lassen sich diese Arzte nicht mehr an kleinen Krankenhäuser verpflichten, die auf dem Niveau von Pflegestationen betrieben werden.

Fazit:

  1. Der geplante Krankenhausneubau lässt eine Nutzung als Krankenhaus der Regelversorgung meines Erachtens nach nicht zu. Eine Nutzung als Pflegestation für Patienten, für die intensivmedizinische Maßnahmen nicht mehr infrage kommen, scheint möglich.
  2. Die Betten können auch als Belegbetten für kleinere diagnostische und therapeutische Eingriffe durch niedergelassene Fachärzte genutzt werden.
  3. Bei der Planung scheinen grundsätzliche demokratische Spielregeln außer Kraft gesetzt worden zu sein. Auch hier besteht Nachbesserungsbedarf.

 

Dr. Ralf Johnen, Calw

Schwarzwälder Bote

Geschrieben am 29.08.2017

Brainstorming angesagt!

Wenn man als Mitglied des Gemeinderates aus der Zeitung erfährt, worüber sich Oberbürgermeister Eggert in Sachen Calwer Krankenhaus Gedanken macht, dann ist man mehr als enttäuscht. Auf die im Gremium von der Fraktion der Neuen Liste mehrfach gestellte Frage, was aus unserem Krankenhaus werden soll, wenn der Neubau auf dem Stammheimer Feld realisiert ist, hieß es oft lapidar, fragen Sie Landrat Riegger. Dass man sich an einem Sonnenhang eine Wohnbebauung vorstellen kann, ist dabei nicht das Problem, sondern dass bei einem so komplexen und stadtgestalterisch aufwendigen Projekt   Gemeinderat und selbstverständlich auch die Bürgerschaft frühzeitig in die Überlegungen einbezogen werden müssen. Wenn man selbst als gewählte Bürgervertreter nicht einmal mehr mitdenken darf, in welcher Weise dieser große, das Stadtbild prägende und insgesamt sehr sensible Bereich in Hanglage, in Zukunft genutzt werden soll, dann ist das für uns kein guter Weg zukunftsorientierter und nachhaltiger Stadtentwicklungsplanung. » weiterlesen

Geschrieben am 22.08.2017

Öko geht überall

Schon wieder wird kostbarer Wald gerodet. Wie viel Quadratmeter Ausgleichsfläche wird dafür mit Bäumen bepflanzt? Warum füllt man nicht die Baulücken? Öko geht überall. Zum Beispiel auch im Stammheimer Feld in der Nähe eines traumhaften Krankenhäusle, womit sich jemand ein großes Denkmal setzen will? » weiterlesen

Geschrieben am 22.08.2017

Beide Häuser gut aufgestellt

Zunächst einmal muss man objektiv feststellen, dass die Kritiker der geplanten Krankenhaus-Ersatz-Lösung recht haben! Es ist aller Ehren wert, dass wenigsten ein paar Stadträte sich nicht mit dem Verlust des bestehenden, gut funktionierenden Krankenhauses abfinden wollen. Selbst der Dümmste muss doch erkennen, dass damit die Gesundheitsversorgung im Landkreis Calw geschwächt wird. Daran ändert auch die »Aufrüstung« Nagolds (auf Kosten des Calwer Hauses) nicht viel! Zum richtigen Verständnis der unbefriedigenden künftigen Konstellation muss man an den Anfang dieser unseligen Geschichte erinnern: » weiterlesen

Geschrieben am 04.08.2017

Derzeit eher trübe Aussichten

BETRIFFT: Calwer Krankenhaus
Die Diskussion mit Meinungsstreit ist wieder voll im Gange. Das sieht man am Kreistagsbeschluss, der Weichen stellt – zumindest für Nagold – und an der Gemeinderatssitzung in Calw mit kontroversen Meinungen. Für Nagold läuft es gut: Erhalt und Erweiterung, Hinzugewinn der Chirurgischen Orthopädie. Für Calw sieht es dagegen ungewiss und fragwürdig aus: vage Zukunftspläne mit problematischen Aussichten. Die früheren Vorschläge und  Gedankenspiele sind dahin. Reha für Orthopädie wird nicht erwähnt. Innere Medizin und Kardiologie: Bleiben sie oder nicht? Die Chirurgie sowieso nicht. Was ist mit der Neurologie? Was heißt überhaupt Campus (Feld) im  medizinischen Sinne? Auch die Ansiedlung einer Psychosomatik ist nicht so sinnvoll und wichtig, denn es gibt ein Klinikum Nordschwarzwald, (mit viel Platz) sowie psychosomatische Kliniken in Schömberg und Hirsau. Gebraucht werden eher Betten für mehrfacherkrankte Patienten und Behandlungsplätze für Menschen mit häufigen Krankheiten. Wenn so etwas nicht bleibt wie bisher oder geboten wird, wandern die Patienten ab, weil sie sich unterversorgt fühlen.  Die Gesundheitspflege und Krankenversorgung der großen Kreisstadt leidet auf jeden Fall bei dem geplanten Gesundheitscampus und der Auflösung oder Abschaffung der derzeitigen Calwer Klinik, die  geschätzt und gebraucht wird. Die Zukunft einer der Bevölkerung ans Herz gewachsenen Einrichtung wird hinterfragt. Derzeit gibt es nur unsichere und eher trübe Aussichten.

Hans Bernhard Römer, Hirsau
Schwarzwälder Bote vom 29.7.2017

Geschrieben am 27.07.2017

Reaktion auf den Artikel „Es wird überhaupt keine Verzögerung geben“ am Mittwoch, den 19. Juli 2017 im Schwarzwälder Boten

Der Beschluss zum Umbau in Nagold und Neubau in Calw kam nur unter erpresserischen Umständen zu Stande, nämlich mit der Drohung, dass die Alternative das Schließen des Akutkrankenhaus– Standortes Calw wäre. Erdogan lässt grüßen. Dass das Einzugsgebiet für die Orthopädie in Nagold besser sein soll, ist verlogen, ebenso die Behauptung, Nagold würde mit dem Konzept 5 Millionen Plus erwirtschaften. Das Ergebnis des GÖK-Gutachtens, das  von vorneherein fest stand, gefährdet massiv die Akutversorgung des Calwer Waldes. Die Deportation der Orthopädie nach Nagold ist an Schwachsinn nicht zu überbieten. Mit Wirtschaftlichkeit hat dies nichts zu tun und ist deshalb sofort zu ändern. Es geht nämlich nur um nackte Kirchturmspolitik, vor allem eines Großsprechers und seiner Scheinheiligen. Die Calwer werden ihre Konsequenzen daraus ziehen. Die Zeche bezahlen aber alle Bewohner des Kreises Calw.

Dr. med. Eberhardt Bantel, Altburg
Schwarzwäler Bote

Geschrieben am 27.07.2017

Nun reicht es!

Der Kreistag hat am 17.7.2017 mit überwältigender Mehrheit das Krankenhauskonzept verabschiedet. Alea iacta est! Die Würfel sind gefallen! Die medizinischen Kleptomanen aus dem oberen Nagoldtal haben sich durchgesetzt. Gleichwohl muss ein Rückblick auf die jüngste Vergangenheit erlaubt sein. Das Calwer Krankenhaus hatte es geschafft, durch eine kardiologische Schwerpunktkompetenz überregional Akzente zu setzen. Das Ergebnis kennt man im unteren Nagoldtal: Verlagerung nach Nagold, dem wirtschaftlichen Schwerpunkt des Landkreises. Calw hat unter der Leitung von Prof. Handel eine hervorragende Orthopädie aufgebaut. Ergebnis: Beschlossene Verlagerung nach Nagold. Nunmehr gibt es in Calw eine Anästhesieabteilung mit überregionaler Akzeptanz unter der Leitung des neuen Chefarztes Dr. Döffert. Das Spiel ist klar: Eins, zwei und drei– wer fängt den Hut! Offensichtlich sind dabei alle happy, wenn man den Worten des neuen Klinikverbundchefs Dr. Nötzel und dem Landrat Glauben schenken darf. Die Frage ist, was bleibt für Calw? Der Landrat hat versprochen: Die schnelle Fertigstellung der Hesse-Bahn. Ein zeitgleicher Neubau in Calw und Umbau in Nagold, was aber entgegen der ursprünglichen Beschlusslage nicht eingehalten wird, denn Nagold wird vorgezogen und mit einem höheren Kostenaufwand als zunächst veranschlagt großzügig erweitert. Ein Krankenhausneubau in Calw wurde zwar zugesagt, in dem Schlaganfälle, Herzinfarkte, Unfälle und leichte chirurgische Eingriffe mit hoher Kompetenz behandelt werden können. Zusätzlich Sicherstellung der Notarztversorgung. Damit wäre das Calwer Krankenhaus erste AnlaufsteIle bei der Volkskrankheit Schlaganfall, aber auch die einzige Geburtshilfe und gynäkologische Vollabteilung im Landkreis. Ergänzt um einen Gesundheitscampus mit Tagesklinik und Fachärzten. Dieser “epochale” Gesundheitscampus soll zunächst wohl die Region Calw sprechblasenhaft sedieren, was davon übrigbleibt, wird man sehen. Nicht mehr gesprochen wird von der bereits lauthals verkündeten Reha-Klinik im Gesundheitscampus Calw oder gar Gewinnen von 5 Mio. € in Nagold zur Tragung der Calwer Verluste. Die Nagolder Dogen sollten nun Großmut zeigen und ihre Gelüste nach einer unattraktiven und verlustträchtigen Portalklinik in Calw ad acta legen und sich an das alte Konzept erinnern: Eine Klinik an zwei Standorten! Denn ansonsten werden die Calwer nicht mehr den Weg nach Nagold finden, somit geht auch der Nagolder Plan nicht auf. Sodann werden die Calwer und Nagolder zu Verlierern, dann kommt aufgrund der Abmängel die Einhäusigkeit in einem Altbau in Nagold. Die schlechteste aller denkbaren Lösungen. Was Calw dann verbleibt: Geburtsstadt von Hermann Hesse.

Prof. Bernd Neufang, Ostelsheim