Leserbriefe

Geschrieben am 15.12.2017

Fast wie der Brexit

BETRIFFT: Krankenhaus

Liebe Calwer,

Was da abläuft, ist fast wie der Brexit. Ein Nigel Farage verließ nach seinem Sieg unmittelbar das Spielfeld und hinterließ einen Scherbenhaufen. Der Vorschlag von Alt-OB Lehmann birgt die große Gefahr, dass die Calwer am Ende ohne Krankenhaus dastehen. Ob er sich dann noch nach Calw traut? Bitte die Kirche im Dorf lassen.

Was OB Eggert gesagt hat beim Männervesper ist genau der richtige Ton. Es sind im Kreistag Entscheidungen gefallen, die sicher im einen oder anderen Fall noch korrigiert werden können, aber nicht gegen den Landrat und schon gar nicht gegen den Kreistag. Das ist nun mal so in der repräsentativen Demokratie. Das sind die gewählten Vertreter. Halbwissen ist der schlimmste Feind für Entscheidungen. Ein Kreistagsmitglied, das nun in dieser Sache sehr genau Bescheid weiß, sagte mir gestern: »Der Brandschutz beendet die Lebenszeit des Calwer Krankenhauses im Moment 2020 und vielleicht noch bis 2022 und dann gehen dort die Lichter aus.« Kein OB, als oberster Feuerwehrmann in Calw, wird das Risiko eingehen, auf eigenes Risiko den Betrieb dieses Krankenhauses aufrecht zu erhalten, wenn die Betriebssicherheit in Frage steht.

Also Neue Liste, plus Krankenhaus BI, plus Landrat und Krankenhausauschuss, Geschäftsführung des Klinikums und das Sozialministerium, setzt euch an einen Tisch und findet eine Lösung, die für die Calwer Bürger die beste ist. Wenn das Gutachten mit neuen Zahlen unterfüttert werden kann, wenn Entwicklungen eine Änderung möglich machen. Wenn neue Erkenntnisse zu neuen Ergebnissen führen, dann tut das miteinander. Bis heute kann ich nur erkennen, dass hier ein gegenseitiges Blockieren und recht haben wollen keinen Schritt weiter nach vorne gebracht hat. Wenn ich irgend einem Menschen regelmäßig erkläre, dass er nur Sch … baut, kann ich doch nicht erwarten, dass er mir entgegenkommt. Einmal auf der anderen Seite des Schreibtisches Platz nehmen und überlegen, warum der Andere so denkt, kann seinen Blick weiten. Der Chef der Grünen Habeck in Schleswig Holstein sagte nach den abgebrochenen Sondierungsgesprächen in die laufende Kamera: »Wir haben alle versagt.« Das ist Größe in meinen Augen.

Wir können von diesem Mann lernen und wenn wir nur ein wenig weitergehen, dann sagt Paulus: »Habt, was an euch liegt, Friede mit jedermann.« Das kostet Mühe, das ist anstrengend, das heißt seine Meinung mal in Frage zu stellen, aber es ist unendlich lohnend. Ein Freund, der in Afrika zwei verfeindete Staatschefs an den Verhandlungstisch gebracht hat, hat dies mit der biblischen Aussage geschafft, dass Jesus gesagt hat, wir sollen auch unsere Feinde lieben. Also ich bin zutiefst überzeugt, dass nur gemeinsam eine Lösung erreicht werden kann, die tragfähig ist . Kehrt die Scherben zusammen, die schon erzeugt wurden. Vielleicht braucht es einen Mediator, wie bei Stuttgart 21, aber wartet nicht, bis es zu spät ist.

Von Schorsch Mühlhäuser, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 14.12.2017

Geschrieben am 14.12.2017

Nur Proteste helfen

BETRIFFT: »Schuldenberg wächst auf 51 Millionen Euro« vom 6. Dezember

 Das Wort Demokratie setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern »demos« für Volk und »kratein« für herrschen. Es ist die Bezeichnung für eine politische Ordnung, in der sich die Herrschaft auf den Willen des Volkes beruft und die Herrschenden dem Volk rechenschaftspflichtig sind. Liest man die Berichte über die letzte Verwaltungsausschusssitzung des Kreistags, hat man den Eindruck, dass Demokratie im Landkreis Calw anders verstanden wird und Muskelspiele, Ignoranz und Sturheit der politisch Handelnden im Vordergrund stehen. Obwohl der Schuldenberg des Landkreises wächst, drücken die konservativen Fraktionen gegen die Vorstellungen der Verwaltung eine Senkung der Kreisumlage durch. Obwohl das Klinikkonzept immer mehr auch berechtigter fachkundiger Kritik begegnet, verkündet Landrat Riegger stereotyp: »Wir werden das 1:1 umsetzen«. Dabei wäre es angesichts wachsender Schuldenberge des Landkreises sicher angebracht, zu überlegen, ob kritische Vorschläge nicht nur das beschlossene medizinische Konzept, sondern auch die zu erwartenden Kosten selbst jetzt noch positiv beeinflussen können. Aber auch dieses Projekt unterliegt offensichtlich dem normal gewordenen Wahnsinn fast aller Großprojekte im öffentlichen Bereich. Unausweichliche Folge sind lange Bauzeiten und Kostenexplosionen, die sich gewaschen haben. Das beste Beispiel für solche Fehlentwicklungen ist Stuttgart 21. Schuld an aufgetretenen Fehlentwicklungen sind dann meistens die Fledermaus, der Juchtenkäfer oder auch der Gutachter, in keinem Fall die Kreisräte. Was in den Landkreisen in solchen Fällen dringend notwendig ist, sind neue Regulative: die Direktwahl des Landrats und das Bürgerbegehren in wichtigen Angelegenheiten auf Kreisebene. Solange es diese Regulative nicht gibt, helfen nur weitere Proteste der Bürger.

Von Gottfried Müller, CaIw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 12.12.2017

Geschrieben am 12.12.2017

Frage der Fairness

BETRIFFT: »Kliniken noch tiefer in den roten Zahlen« vom 5. Dezember

Unglaublich, zu was vermutlich Altersstarrsinn führt, und davon scheint es genug zu geben im Kreistag. Dazu kommt ein Landrat, der meiner Meinung nach keine eigene Meinung hat, sich treiben lässt und nur von Durchhalteparolen lebt. Bei der Hessebahn appelliert er an die »kommunale Familie«, zwischen Calw und Nagold lässt er sie vermissen.

Von Kreisrat Karl Braun hätte ich mehr erwartet. Er ist doch Unternehmer und weiß, dass man gerade da investieren muss, wo der Markt ist, nämlich in Calw. Dies beweist der Kliniksimulator der GKV. Außerdem müssen wir nicht Horb grundversorgen, sondern den eigenen Kreis. Dass die Calwer den beschwerlichen Weg nach Nagold auf sich nehmen, nur um sich von denen, die ihnen die Orthopädie stehlen, behandeln zu lassen, glaubt doch nicht einmal der größte Optimist.

Leute wie Herr Braun sind es letztendlich, die für ein noch größeres Defizit sorgen. Sie halten rigide an einem überkommenen Konzept fest, obwohl sie erkannt haben, dass es falsch ist, möglicherweise auch aus Eigennutz.

In beide alte Häuser Calw und Nagold ist nur noch das nötigste zur Betriebsfähigkeit zu investieren, bis man ein gemeinsames Krankenhauses mit Integration aller Abteilungen in der geographischen Mitte der beiden Städte geplant und gebaut hat.

Ich weiß, dass Herr Braun dies weiß. Warum steht er nicht dazu? Dies war übrigens auch das Fazit des ersten Teils des Bürgerforums. Wenn es aber weiterhin zwei Standorte in Calw und Nagold geben soll, dann müssen beide Standorte so gestaltet sein, dass sie eine Überlebenschance haben. Dies ist eine Frage der Fairness der Bevölkerung gegenüber und entspricht dem Versorgungs-Auftrag. Bei der derzeitigen Planung für Calw ist dies nicht der Fall.

Dr. Eberhard Bantel, Calw-Altburg

Geschrieben am 12.12.2017

Millionen einstampfen?

BETRIFFT: Leserbriefe

Ich kenne Alfred Hiller aus Calw nicht persönlich, aber ich bewundere sein unermüdliches Engagement, mit dem er sich für den Erhalt des Calwer Krankenhauses einsetzt. Es wäre zu wünschen, dass er noch etliche Kreis– und Stadträte bei einer Entscheidung für den Erhalt des bisherigen Klinikstandorts in Calw umstimmt.

Es wurden doch in den letzten Jahrzehnten bereits viele Millionen für die notwendigen Zukunftsinvestitionen am bisherigen Standort eingesetzt und das soll alles eingestampft und abgeschrieben werden? Es wäre wirtschaftlich katastrophal, wenn nun neue Mammut-Fehlinvestitionen für einen neuen Standort beschlossen würden. Da hat der Steuerzahler ein Mitentscheidungsrecht.

Nach meiner Kenntnis genügen die vorhandenen Krankenhausstandorte den Mindestanforderungen und deshalb sollten diese bei vertretbarem Investitionsaufwand auch so erhalten

Von Oskar Dürr, Neuweiler

 Schwarzwälder Bote,  Teil Nordschwarzwald vom 06.12.2017

Geschrieben am 12.12.2017

Kliniken: Alter Standort besser für Campus geeignet

BETRIFFT: Calwer Krankenhaus

 Dass sich die AOK so hinterlistig outet, indem sie Krebspatienten gegen kleine Krankenhäuser versucht aufzubringen, ist geradezu unerträglich. Anstatt mit dafür zu sorgen, dass auch kleine Kliniken (bürgernah) leistungsfähig und mit breitem medizinischen Spektrum ausgestattet werden, beitreibt sie meiner Meinung nach Rufmord in der übelsten Weise, das heißt, sie redet den, für Patienten meist unübersichtlichen Klinikmonstern lobhudelnd das Wort und betreibt nebenbei die Isolierung der Landbevölkerung.

Ich frage hier, wer da noch AOK-Mitglied bleiben will? Ich frage dann auch, wie die Kreisräte des Landkreises Calw und voran ihr Landrat noch an den angeblich von der AOK geförderten »Gesundheits-Campus« in Verbindung mit einem Krankenhäusles-Neubau glauben wollen?

Ich bin hierbei, wie die meisten der Leserbriefschreiber auch zur Überzeugung gelangt, dass unser bewährtes Calwer Krankenhaus, nicht zuletzt wegen seiner Lage, weit besser das Zeug hat, ein Gesundheits-Campus zu sein und weiter dahingehend ausgebaut zu werden.

Was soll denn ein Klinikle inmitten von Gewerbebetrieben bringen, wenn jeglicher Patient dort keinerlei Aussicht (weder optisch noch gesundheitlich) genießen kann, dazuhin die AOK in dem zitierten Artikel sehr deutlich deren baldige Schließung betreibt?

Erbärmlich sehe ich dann noch den sowohl hämischen wie auch zynischen Leserbrief des Herrn Kreisrat Rainer Prewo, wenn er sich über das sich Wehren der Leute im Einzugsbereich des Calwer Krankenhaus so niederträchtig hermacht. Von einem ehemaligen Nagolder OB hätte ich e bissle meh’ Denkfähigkeit erwartet.

Martin Dengler, Calw-Stammheim

 Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 07.12.2017

Geschrieben am 11.12.2017

Kliniken sind gut genug aufgestellt

Mit seiner Einstellung beweist der Landrat meiner Meinung nach, dass er wohl von Anfang an darauf hingearbeitet hat, zu Gunsten des Klinik-Verbunds Süd-West das gut funktionierende Calwer Krankenhaus zu opfern, ohne sich ernsthaft für dessen Erhalt einzusetzen – wie man es eigentlich von ihm (als Aufsichtsratsvorsitzender) erwarten müsste. Das ist natürlich eine große Enttäuschung für die Kreisbevölkerung! (Wenn diese — wie in den anderen deutschen Bundesländern — den Landrat direkt wählen könnte, dann wäre die kürzlich erfolgte interne Wiederwahl im Kreistag sicherlich ganz anders ausgefallen).

Es ist sehr zu begrüßen, dass viele Fachleute, Mediziner und die Bevölkerung konsequent, zuversichtlich und zielstrebig den drohenden Verlust des Calwer Krankenhauses verhindern wollen und sich nicht mit einer kleinen Ersatz-Klinik zufrieden geben. Die Chancen dafür stehen meines Erachtens durchaus gut. Nach meiner Überzeugung muss folgendes geschehen:

Erstens: Der Landrat muss das letzte offensichtlich günstige Ergebnis des ominösen (»Gefälligkeits?«-)Gutachtens veröffentlichen, zumindest gegenüber dem Kreistag — damit dieser die Sachlage prüfen und neu bewerten kann. Sicherlich wird dadurch der vom Landrat verlangte, übereilte Beschluss der Kreisräte revidiert und berichtigt.

Zweitens: Unabhängig davon ist ein zweites, absolut objektives Gutachten erforderlich (natürlich von einer anderen Firma).

Drittens: Sollte man den geplanten Neubau (Wert mindestens 35 Millionen Euro) direkt am bestehenden Calwer Haus errichten. Dazu muss der (seit Jahren leer stehende) Westflügel abgebrochen werden, um den erforderlichen Platz zu schaffen. Drumherum fallen keine weiteren Kosten an (weil alles schon vorhanden ist), im Gegensatz zum zweifelhaften »Gesundheits·Campus«. Zudem wird das vom Landrat geplante Areal im Stammheimer Feld freigehalten für eine erwünschte Ansiedlung von weiteren Gewerbebetrieben – wie der frühere Oberbürgermeister Herr Lehmann bereits aufgezeigt hat. Übrigens könnte das bestehende Calwer Krankenhaus in Kürze mit einem direkten Bahn-Anschluss (BedarfsHaltestelle) aufwarten, wenn die Hesse-Bahn bald wieder aktiviert wird. Dadurch auch ein kleiner Beitrag zur Verkehrsberuhigung. Fazit: Calw und Nagold zusammen — beide Kliniken weiter ausgebaut und modernisiert — sind meiner Meinung nach gut genug aufgestellt, um selbstständig zu bleiben — zum Wohle unseres Landkreises und eben nicht zu einem rechtlosen Anhängsel des Klinik-Verbundes Süd-West zu werden. Aus all diesen (und anderen, früheren erwähnten) Gründen glaube ich zuversichtlich an eine vernünftige und bessere Problem-Lösung, als die vom Landrat gewünschte, — »alternativlose« Notlösung!

 Alfred Hiller, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017

Geschrieben am 11.12.2017

Baldrianpille fürs Volk?

Der Bericht »Gremium stellt sich hinter Forderungen« vom 23. November klingt so, als sei ein Wunder geschehen. Der Calwer Gemeinderat stellt sich geschlossen hinter die Initiative von 63 Ärzten und deren Forderung, die medizinische Vollversorgung in Calw weiterhin zu gewährleisten. Glaubhaft wird diese Resolution des Gemeinderats aber nur dann, wenn ihr Taten folgen und der Calwer Gemeinderat jetzt entsprechende Beschlüsse fasst, was er daraufhin unternehmen will. Unerlässlich ist, dass der Gemeinderat jetzt öffentlich beschließt, das Verfahren zur Umwandlung des Gewerbegebiets Stammheimer Feld III in ein Sondergebiet nicht weiter zu betreiben, solange die zentralen Anliegen, dass in Calw ein funktions– und zukunftsfähiges 200-Betten-Krankenhaus mit Orthopädie verbleibt, nicht garantiert sind. Sonst bleibt die Resolution des Gemeinderats nichts weiter, als eine Aktion zur eigenen Gesichtswahrung und eine Baldrianpille fürs Volk, das glauben soll, dass sich die Stadt für ihr Krankenhaus wirklich verkämpft. Bisher sind die Signale, die von der Stadt kommen, eigentlich nur Zittern und Zagen und ängstliches Lavieren. »Wenn wir das, was uns der Landkreis anbietet, nicht nehmen, bekommen wir gar nichts«, war der bisherige Tenor, der von der Stadtverwaltung und einem großen Teil des Gemeinderats zu hören war. Falls der Gemeinderat nicht umgehend handelt, dann müssen die Bürger die Initiative selbst in die Hand nehmen. Dann helfen wirklich nur Bürgerbegehren und Bürgerentscheid weiter. Karl-Heinz Lehmann, unser geschätzter Alt-OB, hat diese Möglichkeit der politischen Gestaltung in die Diskussion gebracht. Ich selbst unterstütze diese Forderung voll und ganz und wenn ich mich umhöre, geht es vielen Calwer Bürgern genauso.

Gottfried Müller, Calw-Heumaden

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017

Geschrieben am 11.12.2017

Neubau ist überflüssig

Den geplanten Krankenhausneubau halte ich für überflüssig. Wir verfügen über ein funktionstüchtiges Krankenhaus, das zudem in den vergangenen Jahrzehnten großzügig und mit hohem Kostenaufwand modernisiert und renoviert wurde.

Im Übrigen stehen der Stadt und dem Kreis Calw andere (im wahrsten Sinne) Baustellen wie Tunnelbau und Hermann-Hesse-Bahn ins Haus, die sicherlich Unsummen verschlingen werden.

Wie andere Großbaustellen (Stuttgart 21,  Flughafen Berlin) zeigen, dürften sich die vorgesehenen Krankenhausneubaukosten noch deutlich nach oben entwickeln, demgegenüber wären weitere Baumaßnahmen am alten Krankenhaus (zum Beispiel Brandschutz) finanziell weitgehend unbedeutend. Und…..was soll aus den Krankenhausgebäuden und dem Aral werden?

 Dr. Michael Springorum, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017

Geschrieben am 11.12.2017

Bürgerbegehren gefährdet Klinikstandort

Das Bürgerbegehren gefährdet den Klinikstandort Calw. Sicher ist, das Krankenhaus, wie es jetzt ist, kann es in Zukunft nicht mehr geben: Die Kliniken Calw und Nagold haben ein erhebliches Defizit eingefahren und ein  »weiter so« war nicht möglich.

Verschiedenste Konzepte wurden in der Vergangenheit diskutiert wie zum Beispiel die Einhäusigkeit, was meiner Meinung nach eine stabile und große Klinik mit allen Fachabteilungen ermöglicht hätte. Dies wurde jedoch in den Bürgergesprächen und von vielen Politikern abgelehnt.

Jetzt sollen, entsprechend des Bürgerwillens, zwei Häuser betrieben werden, ein von vorne herein wirtschaftlich schwieriges Unterfangen. Der Neubau des Klinikums und die Renovation in Nagold wurden durch den Kreistag beschlossen und das Land hat die Zuschüsse genehmigt. Zu glauben, dass durch die Verhinderung eines Neubaus die alten Strukturen einfach fortgesetzt werden können, ist Unsinn!

Vielmehr bietet die Campusidee mit einem Zusammenführen von stationärer, fachärztlicher und hausärztlicher Betreuung sowie der Sozialstation für die Patienten optimale Behandlungspfade und stellt ein Projekt da, welches bisher nirgends so umgesetzt wurde und macht den Standort attraktiv für Patienten. Sicherlich ist die Frage der endgültigen Klinikgröße in CaIw und die Verteilung der Fachabteilungen zwischen Calw und Nagold noch korrekturbedürftig, da stimme ich den vielen Vorrednern an dieser Stelle zu.

Wie dem auch sei: Wenn ein Bürgerbegehren jetzt den Neubau des Klinik-Campus stoppt, die Klinik in Nagold renoviert und modernstens ausgestattet ist, so besteht für das alte Klinikum in Calw keine erkennbare wirtschaftliche und strukturelle Perspektive mehr. Der Verlust des Klinikstandortes wäre die Folge. Es muss eine sachliche und konstruktive Diskussion über die endgültige Größe und die Fachabteilungen des neuen Klinikum Calw geben, eine Verhinderung des Gesamtprojektes aber wäre ein Sargnagel für den Klinikstandort Calw als Ganzes.

 

Dr. Bernhard Plappert, Calw

 

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017

Geschrieben am 11.12.2017

Dieses Bürgerbegehren ist notwendig

Dieses Bürgerbegehren (mit nachfolgendem Bürgerentscheid) ist notwendig, weil der Kreistag (mangels richtiger und besserer Info) dem Drängen des Landrats zur Aufgabe des gut funktionierenden Calwer Krankenhauses meiner Meinung nach zu leichtgläubig und dienstbeflissen nachgab.

Das Erreichen von mindestens 1300 Unterschriften ist sicherlich nur eine Formsache. Allerdings wundert es mich sehr, dass nur die Einwohner der Stadt Calw abstimmungsberechtigt sein sollen? Die Bedeutung und Erhaltung des Krankenhauses betrifft doch den ganzen Landkreis, zumindest die nördliche Hälfte! (Wenn der Nagolder Raum damit zufrieden ist wenigstens ihr Haus gerettet zu haben — vor dem vom Landrat unterstützten Zugriff des Klinikverbund-Südwest?)

Von Alfred Hiller, Calw

 Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017