Leserbriefe

Geschrieben am 07.12.2017

Nagold geht leer aus

BETRIFFT: Klinikdebatte

 38 Auto-Minuten beträgt die Zeit für die Weiterfahrt vom neuen Standort des geplanten »Krankenhauses« in Calw zur Klinik in Nagold. Nur 28 Auto-Minuten beträgt die Fahrzeit vom gleichen Standort zum geplanten Klinikum in Böblingen auf dem Flugfeld. Kein verantwortungsbewusster Arzt leitet im Ernstfall einen Patienten in die später erreichbare Nagolder Klinik weiter. Auch kein Calwer Bürger hat Interesse daran. Nagold geht leer aus.

Der Landrat droht der Öffentlichkeit. In Calw würden wir wie in der Stadt »Backnang« ganz ohne Krankenhaus dastehen, wenn wir seinen Mangel-Neubau nicht akzeptieren. Tatsächlich ist Backnang sehr gut versorgt: 14 Auto-Minuten sind es von Backnang zum neuen Rems-Murr-Klinikum-Winnenden mit 625 Betten und 13 Operationssälen. Wie unsagbar abgebrüht darf ein Landrat die Öffentlichkeit für dumm verkaufen?

Calw verliert sein Krankenhaus, Nagold bekommt keine Patienten aus Calw und Umfeld. Meiner Überzeugung nach hat der Landrat beide Städte gegeneinander ausgespielt. Sindelfingen-Böblingen, seinem Wohnsitz und seiner vorherigen Wirkungsstätte als OB von Sindelfingen, ist gedient.

65 Mediziner aus Calw und Umfeld haben zehn Voraussetzungen formuliert, die ein Krankenhaus zur Sicherung der wohnortnahen Patientenversorgung garantieren muss. Vom Landrat erwarte ich nichts. Der Calwer OB? Der freut sich über ein großes Stadtgrundstück, das ihm vom Landrat angedient wird: eine Perspektive für sein jetzt gigantisches Immobilienprojekt. Das »nutzlos« darauf stehende, millionenschwere Krankenhaus reißt er ab. Danach aber werde er sich für das Patientenwohl »verkämpfen«. Und der Gemeinderat? Ein ermutigender Lichtschimmer ist immerhin dessen Fraktion »Neue Liste«.

Bleibt uns Bürgen nur, den Vorschlag »Bürgerentscheid« von Ex-OB Lehmann zu verwirklichen. Wir blockieren damit das Grundstück für den Mangel-Neubau im Calwer Industriegebiet, bis die zehn Punkte der 65 Mediziner beachtet sind. So geht gelebte Demokratie.

Von Henning Külz, Calw

 Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 04.12.2017

Geschrieben am 07.12.2017

Gäugemeinde bietet Grundstück für Klinikneubau an

Krankenhaus: Gäugemeinde bietet Grundstück für Klinikneubau an /  Calwer OB versteht die Entscheidung

Die Zukunft des Krankenhauswesens im Kreis Calw bietet weiter mehr als ausreichend Diskussionsstoff. Dafür sorgt jetzt ein Angebot der Gemeinde Althengstett, die im Fall der Fälle ein Grundstück für den Neubau eines Klinikums anbietet.

Manchmal kommt das Spannendste zum Schluss: Die aus Sicht der Verwaltung der Gäugemeinde mehr als überlegenswerte Option eines Neubaus im Gäu brachte Bürgermeister Clemens Götz am Ende der Gemeinderatssitzung unter dem vermeintlich unbedeutenden Tagesordnungspunkt »Verschiedenes « zur Sprache — den zufriedenen Mienen der Gemeinderäte nach zu urteilen mit deren Zustimmung.

»Wenn es in Calw zum Bürgerentscheid kommt und dieser zur Folge hat, dass die Stadt keinen Standort mehr für den Neubau eines Krankenhauses zur Verfügung stellt, sehe ich die stationäre Versorgung der Bevölkerung akut gefährdet«, äußerte sich der Althengstetter Rathauschef. Der Kreistag werde am alten Klinikstandort nicht festhalten. »Ich sehe uns in der Pflicht«, sagte Götz.

Die Gäugemeinde biete dann das Freigelände gegenüber des Althengstetter Feuerwehrhauses an der Simmozheimer Straße (K 4308) an — auch wenn psychologisch gesehen eher ein Standort in Calw gewollt sei. »Verkehrstechnisch wäre das neue Krankenhaus in Althengstett besser angeschlossen als im Stammheimer Feld, weil es an der künftigen S-Bahnstation liegen würde«, betonte der Bürgermeister.

»Die Konsequenzen müssen von ihnen getragen werden«

Wie berichtet, arbeitet der ehemalige Calwer Oberbürgermeister Karl-Heinz Lehmann an einem Bürgerbegehren. Die unterzeichnenden Bürger könnten sich demnach dafür aussprechen, dass das ausgewiesene Gewerbegebiet Stammheimer Feld nicht in ein Sondergebiet für den Neubau eines Krankenhauses umgewandelt werden darf, sondern der Erweiterung des Gewerbegebiets dienen muss. Der Krankenhaus-Neubau könnte folglich gefährdet werden, weil die Stadt kein Grundstück für selbigen zur Verfügung stellt.

»Das Kreiskrankenhaus Calw versorgt nicht nur die Stadt Calw, sondern eine Region mit vielen Nachbargemeinden. Auch diese Bürger haben eine Meinung, ob der bisherige Standort in den kommenden Jahrzehnten gute Voraussetzungen bietet oder ob ein Neubau besser geeignet ist. Daher verstehe·ich die Entscheidung der Gemeinde Althengstett«, äußerte sich am Donnerstag der Calwer Oberbürgermeister Ralf Eggert gegenüber dem Schwarzwälder Boten.

Die Frage, ob ein Bürgerbegehren das geeignete Mittel sei, um Belange der Gesundheitsversorgung zu klären und selbige aufrecht zu erhalten, stelle sich für ihn nicht, so Eggert: »Ein Bürgerbegehren beziehungsweise Bürgerentscheid ist ein demokratisches Mittel. Damit geht natürlich auch eine Verantwortung der Initiatoren und der Bürger einher. Die Konsequenzen durch das Festhalten am alten Standort müssen von ihnen in der Zukunft getragen werdeli «. Denn zu glauben, wenn man im bisherigen Gebäude bleibe, behalte man das bisherige Leistungsspektrum, sei ein großer Irrtum. Das hätte Landrat Helmut Riegger und die Südschiene des Landkreises bereits klar gestellt.

Im Landratsamt war man auf Nachfrage unserer Redaktion bemüht, den Ball flach zu halten. Zeno Danner, Erster Landesbeamter, formuliert vorsichtig: »Die Tatsache, dass das Krankenhaus im Gemeinderat in Althengstett — wenn auch nur unter .>Verschiedenes< — besprochen wird, zeigt die Bedeutung eines auf den gesamten Kreis zugeschnittenen Medizinkonzepts.« Mehr wollte der Landratsstellvertreter dazu nicht sagen.

Von Marion Selent-Witowski, Althengstett/Calw.

 Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 01.12.2017

 

Geschrieben am 29.11.2017

Vor den Nagolder Karren

Betrifft: Alles wieder auf Anfang vom 25.Novemberg

Herr Rieger lässt sich damit feiern, dass er in Calw die Geburtshilfe/Frauenheilkunde in eine Vollabteilung umgewandelt und sich für ein neues Krankenhaus in Calw eingesetzt hat. Der Pferdefuß dabei ist aber, dass die Zahl der Betten auf der Frauenabteilung halbiert und die Orthopädie nach Nagold zwangsverlagert werden soll. Damit ist weder eine Vollabteilung in der Gynäkologie, noch eine in der Chirurgie auf Dauer zu betreiben.

Unfallchirurgie und Orthopädie sind eine Einheit. Mit der gewaltsamen Trennung in Calw nimmt man dieser Betriebsstätte den chirurgischen Chef und die Hälfte der chirurgischen Personals. Auch dem letzten im Kreistag ist klar, dass mit dem Entzug des chirurgischen Schwerpunkts das endgültige Aus für das Calwer Krankenhaus in absehbarer Zeit besiegelt ist. Die vielbeschworene Solidarität taugt lediglich zur hohlen Phrase. Die Herren in Nagold können sich schon mal auf die Schenkel klopfen und den Sekt kaltstellen. Sie werden aber nach dem Anstoßen keine große Freude mehr haben.

Der Landrat, der sich im Notfall ja in Sindelfingen behandeln lassen kann, riskiert einen tiefen Riss im Calwer Kreis mit unabsehbaren Folgen. Die Menschen werden sich durch diese eklatante Benachteiligung ihrem Ärger Luft verschaffen oder angewidert abwenden, wenn man erst einmal spürt, wie man für dumm verkauft worden ist und als chirurgischer Notfall nur noch in der Gegend herumgeschubst wird. Den Landrat halte ich für konzeptionslos und für diese Entwicklung hauptverantwortlich. Statt eine befriedigende Grundversorgung der gesamten Kreisbevölkerung zu schaffen, lässt er sich meiner Meinung nach vor den Nagolder Karren spannen und herumkommandieren.

Noch ist es nicht zu spät, dass er seine Politik ändert und, wie es Herr Buckenmaier in einem Kommentar ausdrückte, den Kreis befriedet.

Dr. Eberhard Bantel, Calw-Altburg

Schwarzwälder Bote, Nordschwarzwald vom 27.11.2017

 

Geschrieben am 29.11.2017

Calw hat erhebliche Defizite

BETRIFFT: Zukunft der Krankenhäuser

Der Wettbewerb unter den Krankenhäusern und damit auch der Wettbewerb um Patienten hat in den letzten Jahren an Intensität zugenommen. Er wird sich noch weiter verstärken. Durch die heute vielfältigen Informationsmöglichkeiten kann der Erkrankte in der Regel das für seine Beschwerden und seine Vorstellungen geeignete Krankenhaus suchen und wählen. Dabei spielen nicht nur medizinische und pflegerische Kompetenzen eine Rolle. Ausstattung und Unterbringung sind weitere Faktoren. Auf der anderen Seite müssen ·Leistungsangebote, Strukturen und wirtschaftliche Abläufe der Kliniken auf Qualität und Nutzen ausgerichtet sein. Nur damit lässt sich eine möglichst wohnortnahe Versorgung gewährleisten. Das jetzige Calwer Krankenhaus hat aufgrund der baulichen Gegebenheiten und seines Standortes hier erhebliche Defizite. Ich verstehe, dass manche Calwer an ihrem Krankenhaus hängen und sich schwerlich vorstellen können, dass dort vielleicht einmal eine Wohnsiedlung entsteht. Die einmalige Chance, ein modernes zukunftsfähiges Krankenhaus zu bekommen, sollte aber nicht vertan werden. Vielmehr sollte alles daran gesetzt werden, dass das neue Calwer Krankenhaus in der heutigen Leistungsfähigkeit erhalten bleibt, wie dies auch von kompetenter Seite gefordert wird. Mit einer solchen Lösung könnte zudem, den leider offensichtlich immer noch bestehenden Animositäten zwischen Nagold und Calw begegnet werden.

 

Von Hartmut Würfele, Calw-Heumaden

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 27.11.2017

Geschrieben am 29.11.2017

Festhalten am Alten macht Sinn

BETRIFFT: Zukunft der Krankenhäuser

Wenn Herr Prewo meint, mit Sarkasmus das Thema Krankenhausneubau bereichern zu müssen, dann ist das seine Sache. Als Ex-OB von Nagold, Ex-Landtagsmitglied und Nochmitglied des Kreistages, weiß er sicher wie man (er) mit Leserbriefschreibern am besten umgeht, nämlich man (er) versucht den »Gegner« in die Ecke zu schieben oder ihn einfach lächerlich zu machen. Für mich hat er sich damit mehr als qualifiziert, nämlich disqualifiziert. Herr Krauss. ehemaliger Bürgermeister von Bad Teinach-Zavelstein und ehemaliges Kreistagsmitglied bezeichnet in seinem Leserbrief vom 25. November den Neubau eines Krankenhauses für sinnvoller, als das »Festhalten an einem mehr als hundert Jahre alten Kasten, der in seiner Substanz, einzelbetrieblicher Abläufe, Brandschutz, Parkplatzsituation und so weiter, nicht mehr zeitgemäß ist«. Spontan kommt mir da sofort die Renovierung, Sanierung, Instandsetzung und Modernisierung und damit die Erhaltung des noch viel älteren Rathauses von Calw in den Sinn (erster Rathausbau stammt von 1454). Vor Beginn der notwendigen Baumaßnahmen im Jahr 2011 war auch eine moderne Neugestaltung des Rathausareals in der Diskussion, doch besannen sich die Ratsmitglieder eines Besseren und erinnerten sich, dass es hin und wieder sinnvoll ist, am Alten festzuhalten. Wenn der Neubau Krankenhaus nicht mehr aufzuhalten ist, muss das nicht gleichzeitig heißen, das alte Krankenhaus als Gebäude habe seine Zeit gehabt oder es nicht gleich der Abrissbirne zum Opfer fallen muss. Die Millionen Steuergelder, die in den letzten Jahren in das Krankenhaus gesteckt wurden, können noch für viele Jahre schamlos genutzt werden.

Von Gerhard Trick, Calw-Altburg

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 27.11.2017

Geschrieben am 25.11.2017

Es soll bleiben, wie es ist

BETRIFFT: Artikel “Für eine funktionierende Klinik” auf der Seite Calw vom 13. November

Wenn es also egal ist, ob die Krankenversorgung im neuen oder alten Krankenhaus stattfindet, dann soll unsere kommunaleVerwaltungs-Obrigkeit doch auf die Wünsche der Bürger eingehen. Fakt ist: Wir wollen meines Erachtens nach kein neues Krankenhaus. Wir haben eine angesehene, funktionierende Klinik, besetzt mit hervorragenden Fachärzten und Personal. Es ist meiner Meinung unverantwortlich von Ihnen Herr OB und zeugt von einer beispiellosen Ignoranz. 18000 Bürger-Unterschriften pro Krankenhaus zu übergehen, zusätzlich der vielen Beiträge von kompetenten Personen wie Ärzte. Laut Bericht wollen Sie — Herr OB — uns nun für ein Objekt anwerben, welches unsinnig viel Steuergeld verschlingt und meines Erachtens nach bestenfalls als Notfall-Station funktioniert. Ärzte, die in ihrem Beruf weiterkommen wollen, werden diese Institution meiner Meinung nach schnellstens verlassen, wenn sie beruflich Karriere machen wollen. Wir wollen, dass alles so bleibt wie es ist, auch schon deshalb, weil es älteren Menschen schwerfällt — auch finanziell — ihre Kranken in Nagold oder Böblingen zu besuchen. Bezeichnend in dem Artikel ist Ihre Ansage: Ich will… usw. Sie wollen sich selbst verwirklichen auf Kosten Ihrer Untertanen, so kommt es jedenfalls für mich rüber. Festzustellen ist: Seit unser Ex-OB Lehmann im Ruhestand ist, haben wir Calwer meines Erachtens nach kein Glück mit den Nachfolgern. Bei ihm fand jeder Bürger Gehör und er hat ihre Sorgen ernst genommen und geholfen.

 

Von Marie Keim, Calw

Scharzwälder Bote, Teile Calw vom 24.11.2017

Geschrieben am 25.11.2017

Absurdität geklärt

BETRIFFT: Leserbrief  “Enorme Nachteile” auf der Seite Nordschwarzwald vom 8. November

Damit ist die Absurdität dieser leidigen Angelegenheit geklärt. Bleibt noch die Frage: Warum haben die von uns gewählten sogenannten Volksvertreter uns im Kreistag meiner Meinung nach so schmählich verraten (wohlgemerkt einstimmig) und zu unserem Nachteil, gegen unseren Willen für den Abbau dieses gut funktionierenden und fachärztlich bestens ausgestatteten Krankenhauses gestimmt? Auf diese Enthüllung warte ich noch.

Übrigens: Pforzheim ist näher als Böblingen/Sindelfingen. Und für die Pflegekraft auf diesem sagenhaften Campus (heißt auch unter anderem Tummelplatz) empfehle ich Rollschuhe oder Inlineskater. Flügel werden ihr wohl keine wachsen.

 

Von Irmtraut Eisenbarth,  Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 24.11.2017

Geschrieben am 25.11.2017

Moderne Kriegsführung

BETRIFFT: Krankenhaus

Die Krankenhauspolitik setzt für die Landkreise Böblingen und Calw meines Erachtens nach typische Mittel einer modernen Kriegsführung ein: Propaganda mit permanenten Fehlinformationen, Täuschungen und falschen Versprechungen. Nun soll die physische Zerstörung des Calwer Krankenhauskomplexes folgen — und damit meiner Meinung nach unter anderem die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit der Großen Kreisstadt.

Zunächst sollte in Calw ein neues Krankenhaus gebaut werden, um darin die Arbeitsabläufe mit kurzen Wegen effektiver zu gestalten. Stattdessen kommt ein Neubau, meiner Einschätzung nach ohne Überlebensperspektive mit nur 135 Betten und ohne Schwerpunktmedizin. Das derzeitige Krankenhaus erfüllt zweifellos das Leistungsspektrum dieses kleinen Neubaus. Der Grund für den Neubau ist entfallen. Dennoch soll der auf modernem Stand gehaltene gesamte Krankenhauskomplex in Calw mit allen neuzeitlichen Zusatzgebäuden und medizinischen Schwerpunkten dem Erdboden gleichgemacht werden. Die Hintergründe dafür sind meines Erachtens nach:

Erstens: Böblingen plant für seinen Mega-Krankenhausneubau ganz offen die Calwer Patienten ein.

Zweitens: Calw plant auf dem Gelände des derzeit bestehenden Krankenhauskomplexes ein gigantisches privatwirtschaftliches Immobilienprojekt.

Drittens: Die kommenden Probleme der Gesundheitsversorgung in Calw sind vorhersehbar. Die Politik sichert durch das »Niederbrennen« des Calwer Krankenhauses zum einen das Calwer Immobilienprojekt und zum anderen die oben genannten Planungsansätze für Böblingen.

Die Politik zerstört meiner Meinung nach das Calwer Krankenhaus wegen eines Immobilienprojektes unter dem Deckmantel der Neuorganisation der Krankenhauslandschaft in Deutschland. »Zerstörung« ist die typische Kriegsmethodik zur Brechung des gegnerischen Widerstands, hier meiner Meinung nach von Teilen der eigenen Bevölkerung.

 

Von Henning Külz, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 24.11.2017

 

Geschrieben am 25.11.2017

Fühle mich beleidigt

BETRIFFT: Krankenhaus

Es ist nicht zu glauben, dass Herr Eggert aussagt, dass er erwartet, dass das Leserbriefschreiben aufhört. Er, der meines Erachtens nach keinerlei Rücksicht auf die Bürgerinteressen nimmt, erwartet, dass die Leserbriefschreiber ihn in seinen Bemühungen um das Krankenhäusle nicht stören. Er soll der Calwer Bevölkerung einmal darstellen, was er für die Erhaltung des Krankenhauses getan hat, meiner Meinung nach nämlich nichts. Sonst hätte sich der Nagolder OB nicht bei ihm für die Krankenhauskonzeption und Eggerts Zustimmung dafür bedankt.

Ich fühle mich durch Eggerts Aussage zu den Leserbriefen beleidigt. Er darf nicht glauben, dass die Leserbriefschreiber sich von ihm einschränken lassen, bloß weil es ihm nicht in den Strumpf passt. Das, was wir jetzt tun, hätte er schon seit Monaten tun können. Vielleicht denkt Herr Eggert auch seinen aussichtlosen Kampf zur Unterbringung an einen Modekonzern in der Villa Wagner. Auch hier hat die Vernunft gesiegt.

Ich bin sicher einer der wenigen, der  jetz fünf Wochen das Krankhausgeschehen am Stück erlebt hat. Kein Arzt (Professoren) und keine Krankenschwester hält das Krankenhäusle für überlebensfähig, nur Herr Rieger und Herr Eggert, unbelehrbar. Wir kämpfen weiter.

Von OB a. D. Karl-Heinz Lehmann, Calw

Schwärzwälder Bote, Teil Calw vom 21.11.2017

 

Geschrieben am 25.11.2017

Den Calwern schenken

BETRIFFT: Zukunft der Krankenhäuser und »Kommt es zum Bürgerbegehren?« vom 22. November.

Karl-Heinz Lehmann initiiert ein Bürgerbegehren gegen den Neubau des Krankenhauses samt Gesundheitscampus auf dem Stammheimer Feld. Zwei Mal musste ich lesen und mir die Augen reiben, bis ich die Cleverness, ja das Geniale dieser Idee verstanden habe.

Wahrlich, die Auflösung des gordischen Knotens! Und wenn es ein schlichtes Gemüt wie ich schließlich versteht, werden es die klugen Calwer gleich dreimal verstehen. Wird es aber auch der Kreis Calw verstehen? Warum nicht? Viel Geld wäre ihm ja schon einmal gespart durch den Bauverzicht. Aber obacht, was wäre künftig mit der stationären Versorgung in Calw? Auch das löst man einfach, Karl-Heinz Lehmann lässt es im Bürgerbegehren zwar unerwähnt, aber er hat es wiederholt gesagt: Das alte Krankenhaus soll weiter betrieben werden, steht es nicht rundum gut da? Warum sollte man diese Werte beseitigen? Eventuell müsste man es baulich etwas herrichten und modernisieren. Wieder genial!

Ich würde nun, von Karl-Heinz Lehmann auf die Sprünge geholfen, noch einen Schritt weiter gehen: Der Kreis könnte das Krankenhaus den Calwern schenken! Das wäre nicht zuviel verlangt. Ja, noch weiter: Der Landkreis könnte noch einen Sanierungszuschuss dazu geben, sagen wir bis zu einer achtstelligen Summe! Sollte sich dann nicht ein, zum Beispiel privater, am Markt ausgewiesener Übernehmer finden? Herr Neufang hat mit dem Gedanken vor Jahren schon gespielt (und die Herren werden sich ja besprochen haben). Nicht zuletzt: Der Landkreis würde, obendrein, ein Bombengeschäft machen! Als Kreisrat muss ich gestehen, das wäre die Krönung des Genialen (der Kreiskämmerer kann gut rechnen!). Man muss ja nicht allein die Wünsche von Calw betrachten, man darf ja, nebenbei, auch an das Wohl des Kreises denken. Wahrscheinlich hat Karl-Heinz Lehmann, als langjähriger früherer Kreisrat, dieses alles schon weislich vorbedacht. Gratuliere.

Wäre nur noch hinzuzufügen: Die Planung fürs neue Krankenhaus samt Gesundheitscampus muss natürlich auf der Stelle gestoppt werden. Das gebietet ja schon die pure Höflichkeit gegenüber dem Bürgerbegehren.

 

Von Prof. Dr. Rainer Prewo, Nagold

Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 24.11.2017