Leserbriefe

Geschrieben am 22.11.2017

Verantwortung »vergessen«?

BETRIFFT: Nachbetrachtung zum Bericht über die Calwer Gemeinderatssitzung vom Donnerstag, 26. Oktober.

Es ist zwar grundsätzlich richtig, sich bei Groß-Projekten rechtzeitig Gedanken zu machen. Aber im Falle unseres Krankenhauses, das der Landrat (und ein damals meines Erachtens nach eher schlecht informierter Kreistag) ohne große Not — zu Gunsten des Klinik-Verbunds Süd-West — opfern will, ist dies bestimmt zu früh! Hier ist nach meiner Überzeugung — und vor allem der überwiegenden Zahl der Bevölkerung — das letzte Wort noch nicht gesprochen! Mir scheint, dass das Landratsamt und die Stadtverwaltung das Fell des Bären verteilen will, bevor dieser erlegt ist!?

Wie ich bereits früher geschrieben habe, ist die zweifelhafte Entscheidung des Landrats und des Kreistags meiner Meinung nach übereilt und nicht richtig durchdacht zustande gekommen.

Notwendig ist die genaue Prüfung und Beurteilung der neuesten Daten, die eine durchaus positive Entwicklung des Calwer Hauses zeigen. Außerdem ist es dringend erforderlich, ein zweites, wirklich objektives Gutachten zu verlangen! Bei einem Wert von circa 60 Millionen Euro und geplantem Neubau (circa 35/40  Millionen), gesamt also rund 100 Millionen Euro, würde ein Gutachten (circa 30.000 Euro) nur etwa 0,03 Prozent kosten. In Worten: Weniger als ein Drittel von einem Tausendstel der Gesamtkosten! Der Landrat hat (trotz anderer Verdienste) scheinbar »vergessen «, dass er für seinen, beziehungsweise unseren Kreis CaIw verantwortlich ist, und nicht die Interessen des Böblinger Nachbarkreises wahrnehmen sollte oder gar muss.

Von Alfred Hiller, Calw

 Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 16.11.2017

Geschrieben am 22.11.2017

Ein kapitaler Fehler

BETRIFFT: Kommentar “Wahl mit Herz” vom 7. November

 Ohne jetzt auf die Wahl eingehen zu wollen, muss ich eine — mit leichter Hand des Redakteurs — gemachte Anmerkung korrigieren. Nämlich die Hesse-Bahn und die vom Landrat geplante Klinikstruktur. Das sind zwei grundverschiedene Projekte mit gegenteiliger Beurteilung! Kurz gesagt: Hesse-Bahn = ja. Klinikstruktur = nein! Es ist absolut falsch, die Bevölkerung hätte den drohenden Verlust des bestehenden, gut funktionierenden Calwer Krankenhauses »angenommen«. Im Gegenteil wird alles versucht, diesen kapitalen Fehler des Landrats (und des bei der übereilten Abstimmung des damals schlecht informierten Kreistags) zurückzunehmen und zu berichtigen — zum Wohle der besorgten Bevölkerung.

Von Alfred Hiller, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 16.11.2017

Geschrieben am 21.11.2017

Vieles ist verwunderlich

BETRIFFT: Krankenhaus-Debatte

Eigentlich ist manches schon sehr erstaunlich.

Erstens: Herr Riegger lässt sich wieder zum Landrat wählen, obwohl er seine Ambitionen wohl in Sindelfingen/Böblingen hat, auch dort lebt und ihm seine Kreisstadt Calw samt deren Bürger sowie deren notwendige Bedürfnisse scheinbar völlig unwichtig sind.

Zweitens: Herr Eggert wollte unbedingt OB von Calw werden, aber dass diese Stadt blüht und inmitten seiner Bürger das sehr gut gehende und nötig gebrauchte Krankenhaus für Calw und Umgebung gebraucht wird, scheint ihn überhaupt nicht zu interessieren.

Drittens: Sowohl Herr Riegger als auch Herr Eggert scheinen sich null um sämtliche Argumente aus der Bevölkerung zu scheren. Stadtväter?

In einer Demokratie wird sich normalerweise um die Bedürfnisse der Bürger gekümmert.

Weiß eigentlich die Bevölkerung, dass unser Bundesland Baden-Württemberg so ziemlich das einzige in der Bundesrepublik ist, in dem der Landrat von den ihn umgebenden Kreistagsleuten gewählt wird? Warum nicht endlich nach demokratischer Weise vom Volk? Wann bestehen endlich die Bürger auf ihrem Recht, auf dass dies geändert wird? Hat die Bevölkerung begriffen, dass die sehr gute Orthopäde von hier weg und nach Nagold soll, nur weil es wohl der Landrat will. Warum nur? Freunden zu Gefallen?

Wieso eigentlich sind im Kreistag mehr Mitglieder aus dem Nagolder Raum, obwohl der Calwer viel mehr Bürger hat?

Von Sigrid Kröner, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 16.11.2017

Geschrieben am 13.11.2017

Unter der Gürtellinie

BETRIFFT: Krankenhäuser

Als neutraler Beobachter und ehemaliger Hausarzt in Altensteig bin ich schockiert, auf welchem Niveau sich die Leserbriefe gegen die Krankenhausplanung im Kreis Calw inzwischen bewegen. Es sind immer die gleichen Herren, die sich im Leserbriefschreiben gegen die Planung abwechseln. Das ist ihr gutes Recht in einer Demokratie. Die Unterstellungen von Herrn Strasser gegen Landrat Riegger sind allerdings meines Erachtens so weit unter der Gürtellinie, dass ich mich fast schäme, so einen Leserbrief schreiben zu müssen. Als langjähriges ehemaliges Mitglied im Altensteiger Stadtrat weiß ich, dass manche Beschlüsse nicht allen passen. Der Beschluss über die Krankenhäuser ist nicht von Herrn Riegger allein gefasst worden, sondern vom von uns gewählten Kreistag.

 

Gerhard Förster, Altensteig

Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 10.11.2017

Geschrieben am 10.11.2017

Kein Handlungsbedarf

BETRIFFT: Zukunft der Krankenhäuser in CaIw und Nagold

In vielen deutschen Großstädten gibt es Stadtteile, in denen die Distanz zwischen mehreren kleinen Krankenhäusern nicht mehr als vier bis fünf Kilometer beträgt. Dort wäre es in der Regel kostengünstiger — und die Versorgung der Bevölkerung würde sich vermutlich verbessern -, wenn stattdessen wenige größere und besser ausgestattete Kliniken bestünden. Hier besteht Handlungsbedarf. Nicht so im Kreis Calw. Hier geht es um die flächendeckende Versorgung in einem relativ schwach besiedelten ländlichen Raum. Für Städte wie Calw und Nagold gilt gleichermaßen, dass vom Gesetzgeber besondere »Sicherstellungszuschläge« vorgesehen sind, wenn die »flächendeckende Versorgung« gefährdet ist. Im Wortlaut des Gesetzestextes: »Eine Gefährdung der flächendeckenden Versorgung liegt vor, wenn durch die Schließung des Krankenhauses mindestens 5000 Einwohner PKW-Fahrzeiten von mehr als 30 Minuten aufwenden müssen, um das nächste geeignete Krankenhaus zu erreichen.« Diese Gefährdung trifft für Calw und Nagold zu. Der Beschluss des Kreistags, das gut funktionierende Krankenhaus in Calw zu schließen, und stattdessen eine Behelfseinrichtung mit 135 Betten neu zu errichten, unterläuft die politischen Bemühungen um eine gute medizinische Versorgung im ländlichen Raum. Den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern kann ich nur sagen: Empört Euch über den Beschluss des Kreistags, und kämpft mit allen demokratischen Mitteln dafür, dass auch das Calwer Krankenhaus zukunftsfähig bleibt!

Dr. Ralf Johnen, Calw

Schwarzwälder Bote, Calwer Teil vom 10.11.2017

 

Geschrieben am 10.11.2017

Bürgerbegehren absolut notwendig

BETRIFFT: Krankenhaus-Debatte

Schon wieder drei exzellente Leserbriefe im Schwarzwälder Bote vom 4. November zu Gunsten des Calwer Krankenhauses und gegen den geplanten »Campus«! Vielen Dank den mutigen Schreiber(jnnen). Weiter so!

Wie es Herr Lehmann betont, ist die Notaufnahme »doch vorhanden, arbeitet sehr gut und soll beseitigt werden«. Wie gut diese Notaufnahme ist, haben meine Frau und ich bereits dreimal erlebt. Im dringendsten dieser drei Fälle, als meine Frau unter einem Schocksyndrom litt — was wir am Telefon mitgeteilt hatten — stand die Infusionsapparatur schon bereit, als wir ankamen! Blitzartig wurde sie angeschlossen und alle notwendigen Behandlungen durchgeführt! Ein Militärarzt an der Front hätte das nicht schneller hingekriegt! Ich danke dem Notfallteam nochmals! Dabei hoffe ich inständig, dass die Bevölkerung ihre Stimme noch lauter gegen das unsinnige »Campus«-Projekt erhebt und eine direkte Abstimmung der Bürger (die einzige wirklich demokratische Lösung) erzwingen wird: Wie Lehmann schreibt, ist jetzt ein Bürgerbegehren nach Paragraf 21 der Gemeindeordnung zur Erhaltung des Calwer Krankenhauses absolut notwendig. Er hat Recht.

Jean-Pierre Voiret  Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 9.11.2017

Geschrieben am 10.11.2017

Es braucht ein Bürgerbegehren

BETRIFFT: Zukunft des Calwer Krankenhauses

Alle Maßnahmen gegen den Willen der Bevölkerung. Deshalb erscheint mir die Durchführung eines Bürgerbegehrens zur Erhaltung des Calwer Krankenhauses und des Gewerbegebiets Stammheimer Felds unabdingbar notwendig (Paragraf 21 der Gemeindeordnung). Ausgenommen von den Vorwürfen ist nach meiner Meinung die Fraktion Neue Liste, die »dem Volk aufs Maul geschaut« und entsprechend gehandelt hat. Stadtrat Dieter Kömpf sagte in der Sitzung »wir brauchen in Calw künftig eine Notaufnahme «, lächerlich, die ist doch vorhanden, arbeitet sehr gut und soll beseitigt werden. Diese Aussage beweist, dass es nach der Notaufnahme im neuen Krankenhäusle abgeht in ein Krankenhaus des Klinikverbunds, was schon immer befürchtet wurde. Oberbürgermeister Ralf Eggert, der ja bereits über Erfahrungen bei der Schließung des Krankenhauses in Gaildorf, seinem früheren Wirkungsort, verfügt und der Landrat, der keinerlei örtliche Beziehungen zum Raum Calw hat und der Gemeinderat müssen sich nachdrücklich fragen lassen: Wollen wir eine Stadtentwicklung, die Zukunft hat, also mit Industrie und Gewerbe im Stammheimer Feld und ein lebendiges Krankenhaus in der Innenstadt, oder soll das gesamte Krankenhausareal einer mehr als fragwürdigen Siedlung (stadtbildprägende Bäume, hoher Lärmspiegel, zwei Bahnlinien davon eine mit Dieselbetrieb, Abgase von der neuen Tunnelöffnung und der Stuttgarter Straße) zum Opfer fallen?

Für einen normal denkenden Bürger ist die Antwort klar: Wir wollen eine Stadtentwicklung  mit Gewerbe und Industrie im Stammheimer Feld! Alles andere bedeutet Stillstand — siehe Diskussion im Ortschaftsrat Stammheim am 20. Oktober.

Der Landrat, der so tut, als sei er für die Entwicklung der Stadt zuständig, der schon bei den Terminen zur Hesse-Bahn meilenweit daneben lag, weiß jetzt schon wieder, dass das Krankenhäusle 2020 fertiggestellt sein wird, obwohl er noch nicht einmal über ein mit einem Krankenhaus bebaubares Grundstück verfügt.

Man könnte fast glauben, dem OB und dem Großteil des Stadtrats  ist die Stadtentwicklung und die Meinung der Bürger völlig wurst.

Ein Bürgerbegehren würde noch vor OB– und Gemeinderatswahl hoffentlich Licht in das Dunkel bringen. Die dazu notwendigen Unterschriften scheinen kein Problem zu sein.

OB a. D. Karl-Heinz Lehmann, Calw

Schwarzwälder Bote, Calwer Teil vom 4.11.2017

Geschrieben am 10.11.2017

Es gärt in der Bevölkerung

BETRIFFT: Zukunft des Calwer Krankenhauses

500 Jahre Reformation war auch für mich Anlass, mich mit der Person Martin Luthers zu beschäftigen: Was kann er uns heute noch sagen, kann er noch Vorbild sein? lch denke schon: sein Mut, gegen die Obrigkeiten anzutreten, seine Standhaftigkeit, bei der eigenen Erkenntnis zu bleiben und sich von Autoritäten, Gutachtern und Ratgebern nicht einschüchtern zu lassen, sondern unbeirrt der Stimme seines Herzens und des gesunden Menschenverstands zu folgen.

Wenn die Schwarmintelligenz der Calwer Bürger beim Thema Krankenhaus zum Zuge käme, würden wir unser Krankenhaus behalten: Die Millionen, die in den vergangenen Jahrzehnten investiert wurden, wären nicht in den Sand gesetzt. Eine weithin anerkannte Orthopädie würde eine hohe Auslastung und damit eine bestmögliche Wirtschaftlichkeit garantieren. Die rapide alternde Bevölkerungin der Stadt und Umgebung hätte die Sicherheit einer guten medizinischen Behandlung und Pflege in Würde — anstatt wie im Parkhaus in eine von 48 Buchten abgeschoben und von einer überforderten Aufsichtsperson vielleicht überwacht, aber niemals menschenwürdig versorgt zu werden. Es ist wie vor 500 Jahren: Es gärt in der Bevölkerung, die Zeit ist reif. Wo ist der Martin Luther, der sich unerschrocken, mutig und mit der Kraft des guten Arguments Kaiser und Papst entgegenstellt?

 

Sylvia Hermann, Calw-Stammheim

Schwarzwälder Bote, Calwer Teil vom 4.11.2017

Geschrieben am 10.11.2017

Mit Angebot sehr zufrieden

BETRIFFT: Zukunft des Calwer Krankenhauses

Danke darf ich dem Herrn Lehmann sagen, dass er sich auch weiterhin für den Fortbestand des Krankenhauses in Calw einsetzt.

Ja es geht was im Kreis Calw, so hat es der zweite Landesbeamte deutlich ausgedrückt (Hesse-Bahn und Campus). Aber es geht vor allem an den älteren Menschen vorbei. In einigen Gesprächen habe ich festgestellt, dass alle an einem Erhalt des Standorts und mit dem Angebot in medizinischer Versorgung sehr zufrieden sind. Sie wollen diesen Campus nicht.

Ich war selbst vom 6. bis 12. September in Behandlung dort und habe viel Zufriedenheit, auch Hilfe erfahren.

Viele schwarze Wolken habe ich in dieser Zeit vom Landratsamt her auf die Klinik zukommen sehen, was bedeutet, dass von dort her Unheil droht.

Was mich am meisten ärgert ist, dass auch Bürgermeister des unteren Teils des Enz– und Nagoldtals die Klinik bereits abgeschrieben haben und die Pläne der Herren Rieger und Eggert unterstützen. Diese können ja auch nach Neuenbürg und Pforzheim. Alles geschwätzt.

Günter Kraft, Schömberg

Schwarzwälder Bote, Calwer Teil vom 4.11.2017

Geschrieben am 06.11.2017

Alternativen diskutieren

BETRIFFT: Artikel “Kreis und Stadt müssen sich finden” vom 28. Oktober

Eine weitere bemerkenswerte Aussage einer bisher nicht bekannten beziehungsweise genannten Anforderung im Zusammenhang mit der Verwendung des »alten« Krankenhauses ist der Bemerkung Andre Dieringers zu entnehmen: »Der Kreis benötigt aus dem Verkauf der Liegenschaften rund um die derzeitige Calwer Klinik einen Deckungsbeitrag für den Neubau des Krankenhauses im Gewerbegebiet Stammheimer Feld!« Damit sind die Pflöcke gesetzt und das Aus für das Klinikgebäude im Rahmen eines »Gentleman’s Agreement« gegeben. Mir ist nicht bekannt, dass zu irgendeinem Zeitpunkt über Alternativen zur weiteren Verwendung des »alten« Krankenhauses nachgedacht beziehungsweise diskutiert wurde. Wenn doch, dann hinter verschlossenen Türen. Alles drehte sich über Jahre um ein neues Krankenhaus und niemand stellte die Frage: Was passiert mit dem alten Haus?
Jetzt las ich in den vergangenen Tagen im Schwarzwälder Boten einen Artikel über von der Schließung bedrohte kleinere Kliniken, die die DAK-Gesundheit zur Kurzzeit-Unterbringung für die Pflege und Versorgung alter und kranker Menschen verwenden will. Für Calw könnte das bedeuten, dass ein sogenannter Pflege Kompetenzzentrum für die zuvor genannten Seniorinnen/Senioren als auch eine »zentrale Anlaufstelle « für viele umliegenden AIten– und Pflegeeinrichtungen sein könnte. Darüber hinaus könnte auch entsprechendes Pflegepersonal ausgebildet, fortgebildet,  rekrutiert und gemanagt werden. Nicht umsonst wird in Fachkreisen vom »War for Talents«, dem Kampf um die besten Köpfe, gesprochen.Was oder wer hindert die Entscheidungsgremien über solche Alternativen nachzudenken beziehungsweise auch darüber zu diskutieren. Es könnte eine Möglichkeit sein, den von Herrn Lehmann vorausgesagten historischen Irrtum zu minimieren.
Gerhard Trick, Calw-Altburg
Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 2.11.2017