Leserbriefe

Geschrieben am 11.12.2017

Neubau ist überflüssig

Den geplanten Krankenhausneubau halte ich für überflüssig. Wir verfügen über ein funktionstüchtiges Krankenhaus, das zudem in den vergangenen Jahrzehnten großzügig und mit hohem Kostenaufwand modernisiert und renoviert wurde.

Im Übrigen stehen der Stadt und dem Kreis Calw andere (im wahrsten Sinne) Baustellen wie Tunnelbau und Hermann-Hesse-Bahn ins Haus, die sicherlich Unsummen verschlingen werden.

Wie andere Großbaustellen (Stuttgart 21,  Flughafen Berlin) zeigen, dürften sich die vorgesehenen Krankenhausneubaukosten noch deutlich nach oben entwickeln, demgegenüber wären weitere Baumaßnahmen am alten Krankenhaus (zum Beispiel Brandschutz) finanziell weitgehend unbedeutend. Und…..was soll aus den Krankenhausgebäuden und dem Aral werden?

 Dr. Michael Springorum, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017

Geschrieben am 11.12.2017

Bürgerbegehren gefährdet Klinikstandort

Das Bürgerbegehren gefährdet den Klinikstandort Calw. Sicher ist, das Krankenhaus, wie es jetzt ist, kann es in Zukunft nicht mehr geben: Die Kliniken Calw und Nagold haben ein erhebliches Defizit eingefahren und ein  »weiter so« war nicht möglich.

Verschiedenste Konzepte wurden in der Vergangenheit diskutiert wie zum Beispiel die Einhäusigkeit, was meiner Meinung nach eine stabile und große Klinik mit allen Fachabteilungen ermöglicht hätte. Dies wurde jedoch in den Bürgergesprächen und von vielen Politikern abgelehnt.

Jetzt sollen, entsprechend des Bürgerwillens, zwei Häuser betrieben werden, ein von vorne herein wirtschaftlich schwieriges Unterfangen. Der Neubau des Klinikums und die Renovation in Nagold wurden durch den Kreistag beschlossen und das Land hat die Zuschüsse genehmigt. Zu glauben, dass durch die Verhinderung eines Neubaus die alten Strukturen einfach fortgesetzt werden können, ist Unsinn!

Vielmehr bietet die Campusidee mit einem Zusammenführen von stationärer, fachärztlicher und hausärztlicher Betreuung sowie der Sozialstation für die Patienten optimale Behandlungspfade und stellt ein Projekt da, welches bisher nirgends so umgesetzt wurde und macht den Standort attraktiv für Patienten. Sicherlich ist die Frage der endgültigen Klinikgröße in CaIw und die Verteilung der Fachabteilungen zwischen Calw und Nagold noch korrekturbedürftig, da stimme ich den vielen Vorrednern an dieser Stelle zu.

Wie dem auch sei: Wenn ein Bürgerbegehren jetzt den Neubau des Klinik-Campus stoppt, die Klinik in Nagold renoviert und modernstens ausgestattet ist, so besteht für das alte Klinikum in Calw keine erkennbare wirtschaftliche und strukturelle Perspektive mehr. Der Verlust des Klinikstandortes wäre die Folge. Es muss eine sachliche und konstruktive Diskussion über die endgültige Größe und die Fachabteilungen des neuen Klinikum Calw geben, eine Verhinderung des Gesamtprojektes aber wäre ein Sargnagel für den Klinikstandort Calw als Ganzes.

 

Dr. Bernhard Plappert, Calw

 

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017

Geschrieben am 11.12.2017

Dieses Bürgerbegehren ist notwendig

Dieses Bürgerbegehren (mit nachfolgendem Bürgerentscheid) ist notwendig, weil der Kreistag (mangels richtiger und besserer Info) dem Drängen des Landrats zur Aufgabe des gut funktionierenden Calwer Krankenhauses meiner Meinung nach zu leichtgläubig und dienstbeflissen nachgab.

Das Erreichen von mindestens 1300 Unterschriften ist sicherlich nur eine Formsache. Allerdings wundert es mich sehr, dass nur die Einwohner der Stadt Calw abstimmungsberechtigt sein sollen? Die Bedeutung und Erhaltung des Krankenhauses betrifft doch den ganzen Landkreis, zumindest die nördliche Hälfte! (Wenn der Nagolder Raum damit zufrieden ist wenigstens ihr Haus gerettet zu haben — vor dem vom Landrat unterstützten Zugriff des Klinikverbund-Südwest?)

Von Alfred Hiller, Calw

 Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017

Geschrieben am 11.12.2017

Kaum ein Haus erreicht »Calwer Standard«

Das Calwer Krankenhaus ist baulich (auch in Bezug auf die Wohnqualität!) und funktional (Operationssäle, Herzkatheterlabor, Röntgenabteilung, physiotherapeutische Abteilung) in einem sehr guten Zustand. Im Auftrag medizinischer Fachgesellschaften habe ich in der Vergangenheit viele Krankenhäuser in ganz Deutschland besucht und nur wenige Krankenhäuser gefunden, die in einem so guten baulichen Zustand waren, und die mit so großzügigen Funktionsräumen ausgestattet waren, wie das alte Calwer Krankenhaus. Das sehen auch ehemalige und amtierende Calwer Chefärzte so. Bemerkenswert ist, dass mir kaum ein in neuerer Zeit gebautes Krankenhaus begegnet ist, das in Bezug auf Funktionsräume den »Calwer Standard« erreichte.

Bei fast allen Neubauten werden aus Kostengründen die so wichtigen Funktionsräume von den mit der Planung beauftragten Architekten zu knapp bemessen. Diese Kritik trifft in besonderer Weise für das vom Landrat und vom Kreistag beschlossene »Modell 2020« mit seinen 135 Betten zu. Die Umsetzung dieses Planungsmodells kann meines Erachtens nur dazu führen, dass viele akut erkrankte Patienten aus Calw den weiteren Weg in das vom Kreistag begünstigte Nagolder Krankenhaus oder in das (vom Landrat favorisierte?) in Planung befindliche Großklinikum in Böblingen wählen müssen.

Landrat und Kreistag scheinen noch nicht realisiert zu haben, dass sich seit November 2016 die gesetzlichen Grundlagen für die Planung von Krankenhäusern im ländlichen Bereich geändert haben. Der neue Paragraf 136c sieht sogar »Sicherstellungszuschläge« für Einrichtungen wie das Calwer Krankenhaus vor, damit sie für die Grund– und Regelversorgung erhalten bleiben.

Die logische Konsequenz aus der geänderten Gesetzeslage wäre, das Calwer Krankenhaus in seiner jetzigen Form für weitere zehn oder 20 Jahre zu er halten und dann ein neues Krankenhaus zwischen Calw und Nagold mit 300 bis 400 Betten zur Versorgung der Bevölkerung des gesamten Bereichs zu errichten. In Calw würde dieses Konzept zu einer akuten Entlastung der Steuerzahler um wahrscheinlich mehr als 50 Millionen Euro führen.

Dr. Rolf Johnen, Calw

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 04.12.2017

Geschrieben am 07.12.2017

Lammfromm abgestimmt

BETRIFFT: Leserbrief »Den Calwern schenken« vom 24. November

 Dieser ironische Leserbrief von Kreisrat Rainer Prewo ist zwar durchaus gelungen, aber inhaltlich falsch. Diese einseitige Ansicht des früheren Nagolder Oberbürgermeisters ist nur mit der Erleichterung darüber zu erklären, das eigene Krankenhaus gerettet zu haben — vor dem Zugriff des Klinikverbunds Südwest. Aber anstatt jetzt über den drohenden Verlust der Calwer Klinik Schadenfreude zu empfinden, sollte er sich besser fragen, warum er und seine Kreisratsmitglieder seinerzeit — praktisch ungeprüft — dem Ansinnen des Landrats zugestimmt haben? Das Mindeste ist doch, sowohl Einsicht in die aktuellsten Daten zu fordern, als auch einen angemessenen Zeitaufschub für die Prüfung und Neubewertung der völlig veränderten Situation.

Außerdem ist bei dieser Größenordnung sowieso ein zweites, objektives Gutachten üblich. Aber die Kreisräte wollten anscheinend dem Landrat die Laune nicht vermiesen und haben lammfromm in seinem Sinne abgestimmt. Frage: Haben die Kreisräte die epochale Bedeutung des Krankenhaus-Problems gar nicht richtig erkannt oder haben sich nicht getraut, dem Landrat zu widersprechen?

Rainer Prewo hat sich schon früher gegen eine eventuelle Volksabstimmung ausgesprochen und deshalb jetzt auch gegen ein sehr notwendiges Bürgerbegehren mit nachfolgendem Bürgerentscheid.

Von Alfred Hiller, Calw

 Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 04.12.2017

Geschrieben am 07.12.2017

Nagold geht leer aus

BETRIFFT: Klinikdebatte

 38 Auto-Minuten beträgt die Zeit für die Weiterfahrt vom neuen Standort des geplanten »Krankenhauses« in Calw zur Klinik in Nagold. Nur 28 Auto-Minuten beträgt die Fahrzeit vom gleichen Standort zum geplanten Klinikum in Böblingen auf dem Flugfeld. Kein verantwortungsbewusster Arzt leitet im Ernstfall einen Patienten in die später erreichbare Nagolder Klinik weiter. Auch kein Calwer Bürger hat Interesse daran. Nagold geht leer aus.

Der Landrat droht der Öffentlichkeit. In Calw würden wir wie in der Stadt »Backnang« ganz ohne Krankenhaus dastehen, wenn wir seinen Mangel-Neubau nicht akzeptieren. Tatsächlich ist Backnang sehr gut versorgt: 14 Auto-Minuten sind es von Backnang zum neuen Rems-Murr-Klinikum-Winnenden mit 625 Betten und 13 Operationssälen. Wie unsagbar abgebrüht darf ein Landrat die Öffentlichkeit für dumm verkaufen?

Calw verliert sein Krankenhaus, Nagold bekommt keine Patienten aus Calw und Umfeld. Meiner Überzeugung nach hat der Landrat beide Städte gegeneinander ausgespielt. Sindelfingen-Böblingen, seinem Wohnsitz und seiner vorherigen Wirkungsstätte als OB von Sindelfingen, ist gedient.

65 Mediziner aus Calw und Umfeld haben zehn Voraussetzungen formuliert, die ein Krankenhaus zur Sicherung der wohnortnahen Patientenversorgung garantieren muss. Vom Landrat erwarte ich nichts. Der Calwer OB? Der freut sich über ein großes Stadtgrundstück, das ihm vom Landrat angedient wird: eine Perspektive für sein jetzt gigantisches Immobilienprojekt. Das »nutzlos« darauf stehende, millionenschwere Krankenhaus reißt er ab. Danach aber werde er sich für das Patientenwohl »verkämpfen«. Und der Gemeinderat? Ein ermutigender Lichtschimmer ist immerhin dessen Fraktion »Neue Liste«.

Bleibt uns Bürgen nur, den Vorschlag »Bürgerentscheid« von Ex-OB Lehmann zu verwirklichen. Wir blockieren damit das Grundstück für den Mangel-Neubau im Calwer Industriegebiet, bis die zehn Punkte der 65 Mediziner beachtet sind. So geht gelebte Demokratie.

Von Henning Külz, Calw

 Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 04.12.2017

Geschrieben am 07.12.2017

Gäugemeinde bietet Grundstück für Klinikneubau an

Krankenhaus: Gäugemeinde bietet Grundstück für Klinikneubau an /  Calwer OB versteht die Entscheidung

Die Zukunft des Krankenhauswesens im Kreis Calw bietet weiter mehr als ausreichend Diskussionsstoff. Dafür sorgt jetzt ein Angebot der Gemeinde Althengstett, die im Fall der Fälle ein Grundstück für den Neubau eines Klinikums anbietet.

Manchmal kommt das Spannendste zum Schluss: Die aus Sicht der Verwaltung der Gäugemeinde mehr als überlegenswerte Option eines Neubaus im Gäu brachte Bürgermeister Clemens Götz am Ende der Gemeinderatssitzung unter dem vermeintlich unbedeutenden Tagesordnungspunkt »Verschiedenes « zur Sprache — den zufriedenen Mienen der Gemeinderäte nach zu urteilen mit deren Zustimmung.

»Wenn es in Calw zum Bürgerentscheid kommt und dieser zur Folge hat, dass die Stadt keinen Standort mehr für den Neubau eines Krankenhauses zur Verfügung stellt, sehe ich die stationäre Versorgung der Bevölkerung akut gefährdet«, äußerte sich der Althengstetter Rathauschef. Der Kreistag werde am alten Klinikstandort nicht festhalten. »Ich sehe uns in der Pflicht«, sagte Götz.

Die Gäugemeinde biete dann das Freigelände gegenüber des Althengstetter Feuerwehrhauses an der Simmozheimer Straße (K 4308) an — auch wenn psychologisch gesehen eher ein Standort in Calw gewollt sei. »Verkehrstechnisch wäre das neue Krankenhaus in Althengstett besser angeschlossen als im Stammheimer Feld, weil es an der künftigen S-Bahnstation liegen würde«, betonte der Bürgermeister.

»Die Konsequenzen müssen von ihnen getragen werden«

Wie berichtet, arbeitet der ehemalige Calwer Oberbürgermeister Karl-Heinz Lehmann an einem Bürgerbegehren. Die unterzeichnenden Bürger könnten sich demnach dafür aussprechen, dass das ausgewiesene Gewerbegebiet Stammheimer Feld nicht in ein Sondergebiet für den Neubau eines Krankenhauses umgewandelt werden darf, sondern der Erweiterung des Gewerbegebiets dienen muss. Der Krankenhaus-Neubau könnte folglich gefährdet werden, weil die Stadt kein Grundstück für selbigen zur Verfügung stellt.

»Das Kreiskrankenhaus Calw versorgt nicht nur die Stadt Calw, sondern eine Region mit vielen Nachbargemeinden. Auch diese Bürger haben eine Meinung, ob der bisherige Standort in den kommenden Jahrzehnten gute Voraussetzungen bietet oder ob ein Neubau besser geeignet ist. Daher verstehe·ich die Entscheidung der Gemeinde Althengstett«, äußerte sich am Donnerstag der Calwer Oberbürgermeister Ralf Eggert gegenüber dem Schwarzwälder Boten.

Die Frage, ob ein Bürgerbegehren das geeignete Mittel sei, um Belange der Gesundheitsversorgung zu klären und selbige aufrecht zu erhalten, stelle sich für ihn nicht, so Eggert: »Ein Bürgerbegehren beziehungsweise Bürgerentscheid ist ein demokratisches Mittel. Damit geht natürlich auch eine Verantwortung der Initiatoren und der Bürger einher. Die Konsequenzen durch das Festhalten am alten Standort müssen von ihnen in der Zukunft getragen werdeli «. Denn zu glauben, wenn man im bisherigen Gebäude bleibe, behalte man das bisherige Leistungsspektrum, sei ein großer Irrtum. Das hätte Landrat Helmut Riegger und die Südschiene des Landkreises bereits klar gestellt.

Im Landratsamt war man auf Nachfrage unserer Redaktion bemüht, den Ball flach zu halten. Zeno Danner, Erster Landesbeamter, formuliert vorsichtig: »Die Tatsache, dass das Krankenhaus im Gemeinderat in Althengstett — wenn auch nur unter .>Verschiedenes< — besprochen wird, zeigt die Bedeutung eines auf den gesamten Kreis zugeschnittenen Medizinkonzepts.« Mehr wollte der Landratsstellvertreter dazu nicht sagen.

Von Marion Selent-Witowski, Althengstett/Calw.

 Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 01.12.2017

 

Geschrieben am 29.11.2017

Vor den Nagolder Karren

Betrifft: Alles wieder auf Anfang vom 25.Novemberg

Herr Rieger lässt sich damit feiern, dass er in Calw die Geburtshilfe/Frauenheilkunde in eine Vollabteilung umgewandelt und sich für ein neues Krankenhaus in Calw eingesetzt hat. Der Pferdefuß dabei ist aber, dass die Zahl der Betten auf der Frauenabteilung halbiert und die Orthopädie nach Nagold zwangsverlagert werden soll. Damit ist weder eine Vollabteilung in der Gynäkologie, noch eine in der Chirurgie auf Dauer zu betreiben.

Unfallchirurgie und Orthopädie sind eine Einheit. Mit der gewaltsamen Trennung in Calw nimmt man dieser Betriebsstätte den chirurgischen Chef und die Hälfte der chirurgischen Personals. Auch dem letzten im Kreistag ist klar, dass mit dem Entzug des chirurgischen Schwerpunkts das endgültige Aus für das Calwer Krankenhaus in absehbarer Zeit besiegelt ist. Die vielbeschworene Solidarität taugt lediglich zur hohlen Phrase. Die Herren in Nagold können sich schon mal auf die Schenkel klopfen und den Sekt kaltstellen. Sie werden aber nach dem Anstoßen keine große Freude mehr haben.

Der Landrat, der sich im Notfall ja in Sindelfingen behandeln lassen kann, riskiert einen tiefen Riss im Calwer Kreis mit unabsehbaren Folgen. Die Menschen werden sich durch diese eklatante Benachteiligung ihrem Ärger Luft verschaffen oder angewidert abwenden, wenn man erst einmal spürt, wie man für dumm verkauft worden ist und als chirurgischer Notfall nur noch in der Gegend herumgeschubst wird. Den Landrat halte ich für konzeptionslos und für diese Entwicklung hauptverantwortlich. Statt eine befriedigende Grundversorgung der gesamten Kreisbevölkerung zu schaffen, lässt er sich meiner Meinung nach vor den Nagolder Karren spannen und herumkommandieren.

Noch ist es nicht zu spät, dass er seine Politik ändert und, wie es Herr Buckenmaier in einem Kommentar ausdrückte, den Kreis befriedet.

Dr. Eberhard Bantel, Calw-Altburg

Schwarzwälder Bote, Nordschwarzwald vom 27.11.2017

 

Geschrieben am 29.11.2017

Calw hat erhebliche Defizite

BETRIFFT: Zukunft der Krankenhäuser

Der Wettbewerb unter den Krankenhäusern und damit auch der Wettbewerb um Patienten hat in den letzten Jahren an Intensität zugenommen. Er wird sich noch weiter verstärken. Durch die heute vielfältigen Informationsmöglichkeiten kann der Erkrankte in der Regel das für seine Beschwerden und seine Vorstellungen geeignete Krankenhaus suchen und wählen. Dabei spielen nicht nur medizinische und pflegerische Kompetenzen eine Rolle. Ausstattung und Unterbringung sind weitere Faktoren. Auf der anderen Seite müssen ·Leistungsangebote, Strukturen und wirtschaftliche Abläufe der Kliniken auf Qualität und Nutzen ausgerichtet sein. Nur damit lässt sich eine möglichst wohnortnahe Versorgung gewährleisten. Das jetzige Calwer Krankenhaus hat aufgrund der baulichen Gegebenheiten und seines Standortes hier erhebliche Defizite. Ich verstehe, dass manche Calwer an ihrem Krankenhaus hängen und sich schwerlich vorstellen können, dass dort vielleicht einmal eine Wohnsiedlung entsteht. Die einmalige Chance, ein modernes zukunftsfähiges Krankenhaus zu bekommen, sollte aber nicht vertan werden. Vielmehr sollte alles daran gesetzt werden, dass das neue Calwer Krankenhaus in der heutigen Leistungsfähigkeit erhalten bleibt, wie dies auch von kompetenter Seite gefordert wird. Mit einer solchen Lösung könnte zudem, den leider offensichtlich immer noch bestehenden Animositäten zwischen Nagold und Calw begegnet werden.

 

Von Hartmut Würfele, Calw-Heumaden

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 27.11.2017

Geschrieben am 29.11.2017

Festhalten am Alten macht Sinn

BETRIFFT: Zukunft der Krankenhäuser

Wenn Herr Prewo meint, mit Sarkasmus das Thema Krankenhausneubau bereichern zu müssen, dann ist das seine Sache. Als Ex-OB von Nagold, Ex-Landtagsmitglied und Nochmitglied des Kreistages, weiß er sicher wie man (er) mit Leserbriefschreibern am besten umgeht, nämlich man (er) versucht den »Gegner« in die Ecke zu schieben oder ihn einfach lächerlich zu machen. Für mich hat er sich damit mehr als qualifiziert, nämlich disqualifiziert. Herr Krauss. ehemaliger Bürgermeister von Bad Teinach-Zavelstein und ehemaliges Kreistagsmitglied bezeichnet in seinem Leserbrief vom 25. November den Neubau eines Krankenhauses für sinnvoller, als das »Festhalten an einem mehr als hundert Jahre alten Kasten, der in seiner Substanz, einzelbetrieblicher Abläufe, Brandschutz, Parkplatzsituation und so weiter, nicht mehr zeitgemäß ist«. Spontan kommt mir da sofort die Renovierung, Sanierung, Instandsetzung und Modernisierung und damit die Erhaltung des noch viel älteren Rathauses von Calw in den Sinn (erster Rathausbau stammt von 1454). Vor Beginn der notwendigen Baumaßnahmen im Jahr 2011 war auch eine moderne Neugestaltung des Rathausareals in der Diskussion, doch besannen sich die Ratsmitglieder eines Besseren und erinnerten sich, dass es hin und wieder sinnvoll ist, am Alten festzuhalten. Wenn der Neubau Krankenhaus nicht mehr aufzuhalten ist, muss das nicht gleichzeitig heißen, das alte Krankenhaus als Gebäude habe seine Zeit gehabt oder es nicht gleich der Abrissbirne zum Opfer fallen muss. Die Millionen Steuergelder, die in den letzten Jahren in das Krankenhaus gesteckt wurden, können noch für viele Jahre schamlos genutzt werden.

Von Gerhard Trick, Calw-Altburg

Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 27.11.2017