Presseartikel

Auf dieser Seite finden Sie Presseartikel zu den geplanten personellen Veränderungen im Krankenhaus Calw.

Geschrieben am 08.08.2022

Mörk übergreifend Chef für Nagold und Calw

Medizin — Aufsichtsrat wählt Ärztliche Direktoren für die Kreiskliniken Calw-Nagold

Kreis Calw Der Aufsichtsrat hat Hubert Mörk, langjähriger Chefarzt der Gastroenterologie/Onkologie in Nagold, in seinem Amt als übergreifenden Ärztlichen Direktor für die Kreiskliniken Calw-Nagold bestätigt.

Mörk bleibt ebenfalls Ärztlicher Direktor für den Standort Nagold zusammen mit seinem Stellvertreter Manfred Grünke, Chefarzt der Radiologie und Nuklearmedizin Nagold-Herrenberg.

Stellvertretender Ärztlicher Direktor für die Kreiskliniken Calw-Nagold bleibt Martin Oberhoff, Chefarzt der Kardiologie in Calw. Oberhoff behält auch das Amt des Ärztlichen Direktors für den Standort Calw.

Neu als stellvertretender Ärztlicher Direktor für den Standort Calw rückt Dennis Schlak, Chefarzt der Neurologie Calw, in das Direktorium auf.

»Das mittlerweile fest etablierte standortübergreifende Direktorium bestehend aus den Ärztlichen Direktoren sowie den Pflegedirektoren bildet im KVSW gemeinsam mit der Geschäftsleitung seit knapp zweieinhalb Jahren die oberste Führungsebene. Angesichts der Expertise und Erfahrung, die so standortübergreifend in den Austausch einfließt, sind wir überzeugt, dass wir die Gesundheitsversorgung an den Kreiskliniken Calw-Nagold wie auch im Verbund für Patienten und Mitarbeiter bestmöglich entwickeln können«, unterstreicht Alexandra Freimuth, Regionaldirektorin Calw-Nagold im Klinikverbund Südwest.

Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 08.08.2022

Geschrieben am 01.08.2022

Man spricht schon vom neuen Wahrzeichen

Gesundheit — Richtfest im Neubau des Calwer Krankenhauses gefeiert / Landkreis investiert insgesamt rund 100 Millionen Euro

Martin Oberhoff, Chefarzt und ärztlicher Direktor am Klinikum Calw, ist sich sicher: »Das ist der emotionalste Neubau im nördlichen Landkreis Calw.« Am Donnerstagnachmittag wurde in, auf und am Rohbau des neuen Calwer Krankenhauses Richtfest gefeiert.

Calw. Ganz so weit hergeholt ist dieser Satz des Chefarztes wahrlich nicht. Denn um kaum ein anderes Thema wurde im Kreis Calw in den vergangenen 15 Jahren so gerungen und so intensiv debattiert wie um Gegenwart und Zukunft der Krankenhäuser im Kreis Calw – auch und besonders in und um Calw. Und all diese Debatten haben zu diesem Tag geführt. Dem Tag, an dem Richtfest für das 100 Millionen-Projekt »Neues Krankenhaus Calw« gefeiert wird, das einmal das Herzstück des Gesundheitscampus Calw sein soll.

Allein für das Krankenhaus investiert der Landkreis 82 Millionen Euro, für das dazugehörige Parkhaus mehr als zehn Millionen und für die Außenanlagen fast neun Millionen Euro. Dazu kommen Investitionen der Campus-Partner in Höhe von gut 60 Millionen Euro.

Kein Wunder also, dass Calws Landrat Helmut Riegger bei den Feierlichkeiten von einem »Meilenstein« der medizinischen Versorgung in der Region sprach und davon, dass Calw wahrscheinlich in den vergangenen 50 Jahren keine größere Investition gesehen habe. Dass man diese Investition tätige, zeige die »extrem hohe Bedeutung«, die man als Landkreis der medizinischen Versorgung beimesse, so Riegger auf dem Stammheimer Feld. Die Bürger erwarteten von der Politik und der Verwaltung, dass diese gestalte und Pläne auch umsetze. Und genau das geschehe mit diesem Neubau. Mit dem neuen Klinikum und dem Gesundheitscampus entstehe auf den Höhen über der Hesse-Stadt fast schon ein neues Wahrzeichen für Calw, meinte der Kreischef.

Der euphorische Chefarzt Martin Oberhoff bezeichnete das Projekt als »Glücksfall für den nördlichen Landkreis«, auch im Hinblick auf die Tatsache, dass mit der Schließung der Sana-Klinik Bad Wildbad am kommenden Wochenende gut 100 Krankenhaus-Betten in der Region wegfallen werden.

Calws Oberbürgermeister Florian Kling konnte es sich nicht verkneifen und zitierte aus Anlass des Richtfestes Hermann Hesse mit den Worten »Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.« Allerdings kehrte er schnell von der Literatur zurück in die Realität und stellte fest, dass dieses Großprojekt, das bei bestimmten Personen wohl schon den Spitznamen »Schwarzwaldklinik« trägt, die Lebensqualität der Bürger der Region deutlich verbessere. Am Ende goss der Calwer OB denn doch noch etwas Wasser in den Wein, als er auf die Fusionspläne innerhalb des Klinikverbunds Südwest abhob. Dabei müsse man schauen, mahnte Kling, dass die Einflussmöglichkeiten der gewählten Calwer Kreisräte bei der Umsetzung der Pläne erhalten blieben.

Von Sebastian Bernklau
Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 29.07.2022

Geschrieben am 28.07.2022

Alexander Schmidtke durch Aufsichtsrat zum neuen Geschäftsführer des Klinikverbundes Südwest gewählt

In der Aufsichtsratssitzung der Klinikverbund Südwest GmbH wurde Alexander Schmidtke zum neuen Geschäftsführer gewählt. Alexander Schmidtke war bisher Hauptgeschäftsführer der Regiomed Kliniken, einem bundeslandübergreifenden Klinikverbund in Bayern und Thüringen.

Alexander Schmidtke hat den Aufsichtsrat überzeugt, dass er der richtige Mann ist, um das Steuer des Klinikverbund Südwest zu übernehmen“, betonen Landrat Helmut Riegger und Landrat Roland Bernhard. „Mit seiner herausragenden Expertise, die er in seinen bisherigen beruflichen Stationen beeindruckend unter Beweis gestellt hat, sind wir überzeugt davon, die Zukunft des KVSW zusammen erfolgreich gestalten zu können.“ Schmidtke bringe neben den fachlichen Voraussetzungen als Alleingeschäftsführer auch zwischenmenschliche Qualifikationen mit, um die herausfordernde Stelle auszufüllen.

Alexander Schmidtke wurde 1965 in Villingen-Schwenningen geboren, sodass die Region für ihn nicht unbekannt ist. Nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger absolvierte er ein Studium der Betriebswirtschaft, das er als Diplom-Kaufmann abschloss. Seit über 20 Jahren befindet sich Alexander Schmidtke ununterbrochen in Geschäftsführungs- oder Vorstandspositionen von Kliniken. Als Vorstandsvorsitzender des Klinikums Augsburg verantwortete er erfolgreich die Umwandlung in ein Universitätsklinikum. Bei seiner letzten Station, den Regiomed Kliniken, führte er umfassende Programme zur Neuaufstellung des Verbunds durch, die nachhaltig für Erfolg sorgten.

Beim Klinikverbund Südwest wird eine mittel- bis langfristige Restrukturierung und Entwicklung erwartet, die die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherstellt. Dafür investieren die kommunalen Gesellschafter derzeit knapp eine Milliarde Euro in Neubau, Modernisierung und Medizintechnologie in den Kreisen Calw und Böblingen und tragen auch die Verluste des Klinikverbundes Südwest. Diese Grundhaltung der öffentlichen Träger von wohnortnaher medizinischer Versorgung haben mich überzeugt“, so Alexander Schmidtke, designierter Geschäftsführer. „Aus diesem Grund habe ich mich für diese anspruchsvolle Herausforderung entschieden und freue mich, dass mir der Aufsichtsrat sein Vertrauen gegeben hat“, so Schmidtke.

Die Potentiale und die Rahmenbedingungen beim Klinikverbund Südwest erscheinen mir sehr geeignet, um die zukünftigen Herausforderungen wie z.B. die Beschleunigung des demographischen Wandels, den medizinisch-technischen Fortschritt oder globale Krisen zu meistern. Medizinische Leistungen werden zunehmend ambulanter erbracht werden, was eine Anpassung der Kapazitäten und ein zunehmend sektorübergreifendes Denken erforderlich macht. Diese Transformationsphase muss mit einem starken “WIR„ geschultert werden. Dem Mangel an Fachkräften möchte ich mit einer Klinikkultur begegnen, die Wertschätzung, Anerkennung, Teamarbeit, Mitsprache und ein gutes Miteinander in den Mittelpunkt stellt. Zufriedene Beschäftigte sind das beste Mittel für eine geringe Fluktuation. Ich weiß, dass dies ein sehr ambitioniertes Ziel ist. Hier möchte ich meinen Beitrag leisten. Deshalb wird meine besondere Aufmerksamkeit den ca. 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelten, die für mich das Rückgrat des Klinikverbundes Südwest sind“, so Alexander Schmidtke.

Der Klinikverbund Südwest GmbH zählt mit seinen über 5.000 Beschäftigten in den Krankenhäusern Böblingen, Calw, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Sindelfingen zu den größten und leistungsfähigsten kommunalen Gesundheitseinrichtungen in Süddeutschland.

Der Aufsichtsrat der Klinikverbund Südwest GmbH hatte beschlossen, zur Nachbesetzung der Geschäftsführungsposition eine Allein-Geschäftsführung zu suchen. Dem Beschluss war eine öffentliche
Ausschreibung gefolgt, die von einem externen Berater mit großer Erfahrung im Bereich Klinikmanagement durchgeführt wurde. Für den neuen Geschäftsführer stehen verantwortungsvolle Zukunftsprojekte des KVSW an. Neben den Neubauten der Kliniken sind umfangreiche bauliche Modernisierungen, die Weiterführung der flächendeckenden Digitalisierung sowie die geplante Umsetzung der Fusion der Klinikgesellschaften Themen, die Alexander Schmidtke erwarten.

Alexander Schmidtke wird in Böblingen und Calw seine neue Stelle zum 1. Dezember 2022 antreten.

Calw Journal vom 22.07.2022

Geschrieben am 28.07.2022

Das neue Krankenhaus wächst und gedeiht

Gesundheitsversorgung — Diese Woche Richtfest, im Sommer 2024 soll alles bereit sein / Rund sechs Millionen Euro Mehrkosten

Vor annähernd zwei Jahren war Spatenstich, seit knapp einem Jahr wird in die Höhe gebaut, in dieser Woche steht das Richtfest an: Das neue Calwer Krankenhaus im Stammheimer Feld wächst und gedeiht, könnte man sagen. Wir geben einen Überblick über den aktuellen Stand.

Calw. Wer regelmäßig im Stammheimer Feld oder auf der B 296 zwischen Calw und Stammheim unterwegs ist, kommt in jüngster Zeit nicht umhin, beinahe täglich die Baufortschritte beim neuen Calwer Krankenhaus zu bemerken. Doch wann ist es fertig? Und was ist mit dem restlichen Gesundheitscampus? Wir haben nachgefragt.

Lange wurde geplant, inzwischen reckt sich das neue Calwer Krankenhaus stolz in den Himmel. Viel ist bereits geschehen seit dem Spatenstich im September 2020. Vor rund einem Jahr, im September 2021, begann der Hochbau, noch in dieser Woche wird das Richtfest gefeiert. »Die Rohbauarbeiten sind so gut wie abgeschlossen«, berichtet Janina Dinkelaker, Pressesprecherin des Calwer Landratsamts auf Anfrage unserer Redaktion. Als nächstes werde die »Hülle« dicht gemacht – also Dach, Fenster und Wärmedämmverbundsystem.

Ist der Bau fertig – voraussichtlich im Jahr 2024 – wird die Klinik 166 Betten für die akutstationäre Versorgung umfassen. Neben Orthopädie mit Unfallchirurgie wird es unter anderem auch eine Abteilung für Innere Medizin, eine Intensivstation, eine Notaufnahme mit 24-Stunden-OP-Bereitschaft, Gynäkologie und Geburtshilfe sowie einen Hubschrauberlandeplatz geben.

Rund um das Herzstück, das Krankenhaus, entsteht der Gesundheitscampus. Geplant sind eine Klinik für Psychiatrie (Klinik für Psychosomatik mit 30 Betten, einer Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie (zwölf Plätze) und Psychiatrischer Institutsambulanz), ein Haus der Gesundheit (mit hausärztlichem Primärversorgungszentrum, Facharztpraxen (unter anderem Kinderärzte, kardiologische Praxis), AOK Gesundheitszentrum, Physiotherapie, Pflegestützpunkt, Schulungsbereich), eine Kurzzeitpflege mit 30 Plätzen des Deutschen Roten Kreuzes, ein Nephrologisches Zentrum mit 25 Dialyseplätzen und ein Parkhaus.

Wie Dinkelaker mitteilt, wurde mit den Rohbauarbeiten (Untergeschoss) für die Klinik für Psychiatrie bereits im Juni dieses Jahres begonnen.

Für das Haus der Gesundheit werde der Bauantrag voraussichtlich Anfang August eingereicht. Die Genehmigungszeit betrage ungefähr vier Monate, »entsprechend wäre Anfang 2023 der mögliche Baustart«, so die Sprecherin. Fertigstellung sei im Sommer 2024 geplant. »Das Haus der Gesundheit soll zeitgleich mit dem Krankenhaus in Betrieb gehen«, erklärt Dinkelaker.

Noch nicht ganz so konkret sieht es in Sachen Kurzzeitpflege und Nephrologisches Zentrum aus. Die beiden Einrichtungen seien aber »weiterhin geplant und wir befinden uns hierzu in Gesprächen«, gibt die Pressesprecherin bekannt.

Für das Parkhaus mit mehr als 350 Stellplätzen wiederum wird ein Baubeginn Ende des Jahres angestrebt. »Die Fertigstellung soll zeitgleich mit dem Krankenhaus im ersten Quartal 2024 erfolgen«, berichtet Dinkelaker.

So ganz im Zeitplan liegt das Projekt damit indes nicht – für einen Bau dieser Größe und angesichts der gegenwärtigen Situation im Baugewerbe allerdings keine Überraschung.

Hieß es beim Spatenstich im Oktober 2020 noch, dass das Krankenhaus Ende 2023 fertig sein soll, gehen die Verantwortlichen aktuell davon aus, die Arbeiten im ersten Quartal 2024 abzuschließen. Der Umzug von der alten in die neue Klinik ist für das zweite Quartal 2024 vorgesehen. Läuft alles wie gewünscht, sollen alle Gebäude auf dem Gesundheitscampus zeitgleich mit dem Krankenhaus den Betrieb aufnehmen.

Wie in vielen anderen Fällen dieser Tage, sei die Verzögerung auch hier Lieferengpässen »aufgrund der Corona-Krise und des Ukraine-Kriegs« sowie dem allgemeinen Materialmangel geschuldet, erklärt die Pressesprecherin.

Wie der ursprüngliche Zeitplan wird auch der angepeilte Kostenrahmen nicht gehalten werden können.

Erst im Sommer 2021 hatte der Kreistag das Budget für die Klinik um rund zehn Millionen Euro auf 76,2 Millionen Euro aufgestockt; allerdings nicht, weil die Kosten gestiegen waren, sondern um künftig besser für Pandemien gewappnet zu sein. Nun rechnet das Landratsamt allerdings mit ungefähr 82 Millionen Euro durch die Preisindexsteigerung.

Einschließlich privater Investitionen fließen rund 160 Millionen Euro in den Gesundheitscampus Calw. »Für das Krankenhaus sind 82 Millionen eingeplant, für die Außenanlagen 8,7 Millionen und für das Parkhaus 10,8 Millionen«, führt Dinkelaker aus. Hinzu kommen die Investitionen der Partner in Höhe von etwa 59 Millionen Euro.

Wie viel der tatsächlichen Kosten am Ende der Kreis tragen wird, steht indes noch nicht fest. Das Land Baden-Württemberg könnte bis zu 55 Prozent der Investitionssumme für den Krankenhausbau übernehmen. Eine genaue Summe, so die Sprecherin, stehe aktuell jedoch noch nicht fest. Das entsprechende Fördergespräch solle aber noch in diesem Jahr stattfinden.

Von Ralf Klormann
Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 27.07.2022

Geschrieben am 26.07.2022

Aufsichtsrat strebt eine Fusion an

Medizin — Tochtergesellschaften des Klinikverbunds sollen zu einer Gesamtgesellschaft verschmolzen werden

Der Aufsichtsrat des Klinikverbunds Südwest hat mit großer Mehrheit beschlossen, eine Fusion der beiden Klinikgesellschaften anzustreben.

Kreis Calw/Kreis Böblingen
Bereits zuvor hatte sich die Arbeitsgruppe Fusion, die aus Landrat Helmut Riegger (Calw) und Landrat Roland Bernhard (Böblingen) sowie Calwer und Böblinger Aufsichtsratsmitgliedern besteht, dafür ausgesprochen, dass das Ziel Fusion heißt.

»Mit dem Anstreben einer Fusion wird die Grundlage für eine noch engere Zusammenarbeit gelegt«, betonen Landrat Helmut Riegger und Landrat Roland Bernhard.

Bereits im Juli 2020 erfolgte mit der Gründung des verbundweiten Direktoriums, das medizinische und pflegerische Expertise aller Standorte konstant in die Unternehmensleitung einbindet, eine erste Zusammenführung in der Management-Ebene.

Der so geschaffene standortübergreifende enge Austausch habe sich in der Pandemie bereits bewährt, heißt es in einer Mitteilung der beiden Landkreise Calw und Böblingen.

In der logischen Folge sei nun beabsichtigt, die gesamte unternehmensstrukturelle Aufstellung nachzuziehen. Bei den Verhandlungen in den nächsten Monaten steht die Klärung der Fusionsdetails an, damit die beiden Kreistage Böblingen und Calw die notwendigen Beschlüsse fassen können.

Seit dem Ausstieg der Stadt Sindelfingen als Gesellschafter im Jahr 2014 untersteht der Klinikverbund Südwest insgesamt drei Aufsichtsratsgremien, dem der Kreiskliniken Böblingen gGmbH, der Kreiskliniken Calw gGmbH und der Klinikverbund Südwest GmbH.

Durch eine Vollfusionierung werden die beiden Tochtergesellschaften Kreiskliniken Böblingen gGmbH und Kreiskliniken Calw gGmbH mit der Holdinggesellschaft Klinikverbund Südwest GmbH zu einer Gesamtgesellschaft verschmolzen.

Mit den entstehenden einheitlichen Führungsstrukturen und nur noch einem Gesamtaufsichtsrat sollen »die komplexen Abstimmungen und Entscheidungswege gebündelt und die operative Schlagkraft des Verbundes gestärkt werden«, heißt es in der Mitteilung der beiden Landkreise.

Dies schaffe »ein starkes Fundament für standort- und landkreisübergreifende Zusammenarbeit, um die anstehenden Herausforderungen des Gesundheitswesens angehen und eine adäquate zukunftsorientierte Patientenversorgung sicherstellen zu können«.

Der Klinikverbund Südwest ist ein Zusammenschluss der Krankenhäuser Böblingen, Calw, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Sindelfingen. Gemeinsam mit den Medizinischen Gesundheitszentren und der Krankenhaus Service GmbH Schwarzwald, zählt er zu den größten kommunalen Gesundheitseinrichtungen in Süddeutschland. Träger sind die beiden Nachbarlandkreise Böblingen und Calw.

Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 26.07.2022

Geschrieben am 20.07.2022

Klinikverbund hat neuen Geschäftsführer

Medizin — Aufsichtsrat bestimmt Alexander Schmidtke zum Chef des Unternehmens

Kreis Calw/Kreis Böblingen
Der Aufsichtsrat der Klinikverbund Südwest GmbH (KVSW) hat Alexander Schmidtke zum neuen Geschäftsführer gewählt. Schmidtke war bisher Hauptgeschäftsführer der Regiomed Kliniken, einem Klinikverbund in Bayern und Thüringen.

»Alexander Schmidtke hat den Aufsichtsrat überzeugt, dass er der richtige Mann ist, um das Steuer des Klinikverbunds Südwest zu übernehmen«, betonen Landrat Helmut Riegger (Calw) und Landrat Roland Bernhard (Böblingen). »Mit seiner herausragenden Expertise, die er in seinen bisherigen beruflichen Stationen beeindruckend unter Beweis gestellt hat, sind wir überzeugt davon, die Zukunft des KVSW zusammen erfolgreich gestalten zu können.« Schmidtke bringe neben den fachlichen Voraussetzungen als Alleingeschäftsführer auch zwischenmenschliche Qualifikationen mit, um die herausfordernde Stelle auszufüllen.

Alexander Schmidtke wurde 1965 in Villingen-Schwenningen geboren, sodass die Region für ihn nicht unbekannt ist. Nach einer Ausbildung zum Krankenpfleger absolvierte er ein Studium der Betriebswirtschaft, das er als Diplom-Kaufmann abschloss. Seit über 20 Jahren befindet sich Alexander Schmidtke ununterbrochen in Geschäftsführungs- oder Vorstandspositionen von Kliniken. Als Vorstandsvorsitzender des Klinikums Augsburg verantwortete er erfolgreich die Umwandlung in ein Universitätsklinikum. Bei seiner letzten Station, den Regiomed Kliniken, führte er umfassende Programme zur Neuaufstellung des Verbunds durch, die nachhaltig für Erfolg sorgten.

»Beim Klinikverbund Südwest wird eine mittel- bis langfristige Restrukturierung und Entwicklung erwartet, die die bestmögliche Versorgung der Patienten sicherstellt. Dafür investieren die kommunalen Gesellschafter derzeit knapp eine Milliarde Euro in Neubau, Modernisierung und Medizintechnologie in den Kreisen Calw und Böblingen und tragen auch die Verluste des Klinikverbundes Südwest. Diese Grundhaltung der öffentlichen Träger von wohnortnaher medizinischer Versorgung haben mich überzeugt«, betont Alexander Schmidtke. »Aus diesem Grund habe ich mich für diese anspruchsvolle Herausforderung entschieden und freue mich, dass mir der Aufsichtsrat sein Vertrauen gegeben hat«, so Schmidtke weiter.

Der Klinikverbund Südwest GmbH zählt mit seinen über 5000 Beschäftigten in den Krankenhäusern Böblingen, Calw, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Sindelfingen zu den größten kommunalen Gesundheitseinrichtungen in Süddeutschland.

Der Aufsichtsrat der Klinikverbund Südwest GmbH hatte beschlossen, zur Nachbesetzung der Geschäftsführungsposition eine Allein-Geschäftsführung zu suchen. Dem Beschluss war eine öffentliche Ausschreibung gefolgt, die von einem externen Berater mit großer Erfahrung im Bereich Klinikmanagement durchgeführt wurde.

Schmidtke wird in Böblingen und Calw seine neue Stelle zum 1. Dezember antreten.

Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 20.07.2022

Geschrieben am 07.06.2022

Beim Klinikverbund herrscht Therapiebedarf

Dissonanzen — Das Verhältnis der Landkreise Calw und Böblingen ist nicht konfliktfrei / Gesellschafterstruktur scheint überkommen

16 Jahre nach der Gründung brodelt es im Klinikverbund Südwest. Die Ursachen liegen in der überkommenen Gesellschafterstruktur und im nicht immer konfliktfreien Verhältnis der Landkreise Böblingen und Calw.

Kreis Calw/Böblingen In den Chefetagen des Klinikverbunds Südwest macht sich Verschleiß breit. Zwei Regionaldirektoren, ein Chefarzt und der Geschäftsführer: Vier Führungspositionen müssen die Gesellschafter innerhalb nur eines Jahres neu besetzen. Der Schreibtisch in der obersten Führungsetage der Kliniken Leonberg und Herrenberg wurde in den vergangenen Monaten gleich zweimal frei, in der Böblinger Kardiologie – einer der größten medizinischen Abteilungen – kehrte der Chefarzt nach nur vier Monaten den Krankenbetten wieder den Rücken, und Verbund-Geschäftsführer Martin Loydl hat bereits im Oktober 2021 seinen Abgang verkündet. Seither wird ein neuer Verantwortlicher für sechs Kliniken und 5000 Mitarbeiter in den Landkreisen Böblingen und Calw gesucht. Fest steht: Im Klinikverbund tut sich viel. Zu viel, meinen die einen, an der falschen Stelle die anderen.

Denn die munteren Wechselspiele an der Spitze eines der größten Krankenhaus-Betreibers im Süden der Republik scheinen nur Symptom zu sein. Symptom dafür, dass der Helfer in der Not selbst zum Patienten geworden ist. Was 2006 beschlossen worden ist – ein schlagkräftiger Zusammenschluss der Kliniken in den Landkreisen Calw und Böblingen –, steht heute vor gewaltigen Herausforderungen. 16 Jahre nach der Gründung brodelt es unter der Decke der Holding.

Wenn man sich umhört, ist von »ein paar riesigen Problemen« die Rede. Von Chefärzten, die um medizinisches Personal kämpfen und sich bisweilen in tiefer Abneigung verbunden sind, von einem monströsen 26-Millionen-Jahresdefizit, von unübersichtlichen und ineffizienten Strukturen, von Einzelinteressen, die den Verbundgedanken torpedieren und von zwei Landräten, die mehr schlecht als recht miteinander können. Da scheint der Kardiologe, der nach vier Monaten seinen Chefarzt-Job wieder hingeworfen hat, noch die kleinste Verwerfung, obwohl sie ein Beobachter »eine Blamage« für den Klinikverbund nennt.

Fasst man zusammen, was die gut unterrichteten Kreise so raunen, dann wird deutlich, dass vieles, was gerade nicht rund läuft, auch mit dem zu tun hat, was die Gründerväter des Klinikverbundes im Jahr 2006 konstruiert haben: ein kompliziertes Unternehmensgeflecht, das den Realitäten nur noch bedingt gerecht wird. Denn unterhalb der Holding, die das Gesamtunternehmen repräsentiert und in der Böblingen mit 75,1 Prozent eine deutliche Mehrheit besitzt, befinden sich zwei weitere Gesellschaften, in die die jeweiligen Häuser der beiden Landkreise gepackt sind. Die Kreiskliniken Böblingen gGmbH und die Kreiskliniken Calw gGmbH werden zu 51 Prozent von der Holding und zu 49 Prozent von den jeweiligen Landkreisen gehalten. Die Investitionen und finanziellen Lasten der Kliniken werden dadurch vom Verbund abgekoppelt und von Calw und Böblingen jeweils getrennt für ihre Häuser verantwortet.

Ein Konstrukt, das seine Schwächen hat. Wenn der Aufsichtsrat tagt, dann muss mindestens eine Halle her, damit die 60 Mitglieder Platz finden, die Entscheidungswege sind mitunter entsprechend zäh und ineffizient. »Da reden viel zu viele mit«, sagt einer, der sich auskennt. Stringente Entscheidungen seien nicht möglich und der eigene Kirchturm vielen Aufsichtsräten näher als der Verbundgedanke. Jeder habe erst einmal seine Kliniken im Kopf.

Die Grundidee, dass jeder Landkreis für seine Immobilien zuständig ist, scheint jedoch überholt in Zeiten, in denen die Medizin längst die Landkreise mit klinikübergreifenden Kooperationen überwunden hat: Lager, Apotheke, Küche und Verwaltung arbeiten schon viele Jahre verbundübergreifend, 15 Zentren in sämtlichen medizinischen Fachbereichen scheren sich nicht mehr um Landkreis- und Klinikgrenzen. Sie agieren verbundweit.

Dass der Klinikverbund auf der politischen Ebene immer noch mehr von den räumlichen Grenzen bestimmt wird als vom gemeinschaftlichem Denken und Handeln, liegt auch an den beiden ganz unterschiedlichen Landkreisen, die sich vor 16 Jahren medizinisch vermählt haben: hier der wirtschaftsstarke und gut situierte Kreis Böblingen , der vier Kliniken in die Ehe eingebracht hat, dort der ländlich geprägte Landkreis Calw, der über ein deutlich schmäleres Budget und nur zwei Kliniken verfügt.

Eine ungleiche medizinische Schicksalsgemeinschaft, die sich auch immer wieder im gegenseitigen Umgang bemerkbar macht. Insider erzählen von gerne platzierten Überheblichkeiten von Böblinger Seite, auf der anderen Seite herrsche ein Grundmisstrauen, das die Calwer Abordnung ihrem Verbundpartner gegenüber an den Tag legt. »Die haben immer das Gefühl, dass sie über den Tisch gezogen werden«, ist zu hören.

Am Graben zwischen den Partnern, da sind sich Insider einig, wird auch an oberster Stelle fleißig geschaufelt. Mit Roland Bernhard in Böblingen und Helmut Riegger in Calw sind zwei Alphatiere an der Spitze der Landratsämter an der Macht, die sich nichts schenken. Ein offenes Geheimnis ist, dass die beiden nicht gerade ein harmonisches Verhältnis verbindet. In Böblingen empfindet man Calwer Bedenken und Empfindlichkeiten gerne als Störfeuer, in Calw beäugt man argwöhnisch die explodierenden Kosten beim Bau der Flugfeldklinik in Böblingen und sieht sich als Juniorpartner eines gernegroßen Verbund-Mitstreiters, der es mit dem Geldausgeben nicht so genau nimmt. Die Augenhöhe der beiden Partner scheint aus dem Lot geraten zu sein – falls sie denn jemals bestanden haben sollte.

Deutlich wird das auch an der Personalie des Geschäftsführers. In den Augen vieler Calwer Aufsichtsräte vertritt Martin Loydl in erster Linie die Böblinger Interessen. »Da hat sich der Eindruck festgesetzt, dass er der Statthalter von Böblingen ist«, erzählt einer hinter vorgehaltener Hand. Wer genau hineinhört in diesen Klinikverbund, dem entgeht nicht, dass auch der Calwer Landrat so seine Probleme mit dem Geschäftsführer hat und einen nicht geringen Anteil daran besitzt, wenn Loydl, der seit Anfang an dabei ist, bald den Klinikverbund verlässt. Während Rieggers Kollege Roland Bernhard und die Böblinger Aufsichtsräte große Stücke auf Loydl halten und ihm ausgeprägte betriebswirtschaftliche Fähigkeiten und eine hohe Sozialkompetenz zuschreiben, hat Helmut Riegger offenbar eine andere Sicht auf den Klinik-Manager. Die Personalprobleme und die hohen Defizite im Verbund lastet er dem Geschäftsführer an. Für den Abgang der Führungskraft gibt es daher Verständnis. »Der ist nicht darauf angewiesen, den Buhmann zu spielen«, sagt ein Gesprächspartner, der nicht genannt werden möchte.

Hier die Calwer, dort die Böblinger und dazwischen viele ungelöste Probleme? Geht es um eine Stellungnahme der beiden Landratsämter zum Klinik-Zwist, ist man dort versucht, den Eindruck der Disharmonie gar nicht erst aufkommen zu lassen. Als Antwort gibt es nicht so wirklich erhellende Sätze, die überwiegend identisch sind und abgestimmt scheinen. Eingeräumt wird, dass die Landkreise »tatsächlich einige schwierige Monate der inhaltlichen Diskussion hinter sich haben«. Dies sei jedoch der personellen und finanziellen Lage in der Pandemie geschuldet. Von einem Knirschen im Verbund sei man weit entfernt, lassen die Landräte beteuern. Sie wollen den Konflikt lieber »offene Diskussionen« nennen.

Diese Diskussionen scheinen sich mehr und mehr in einem Thema zu verdichten: die Reform des komplizierten Gesellschafterkonstrukts. Und an diesem Punkt lohnt es sich, genau auf die Bekenntnisse der beiden Landkreise zu schauen. Einigkeit herrscht, wenn es darum geht, zu betonen, dass die Finanzen nicht das Hauptproblem einer Neuaufstellung seien. Vielmehr müsse die Effektivität verbessert werden und die Arbeit auf Augenhöhe stattfinden. Eine Projektgruppe sei mit dieser Aufgabe bereits betraut. Im Böblinger Landratsamt scheint an diesem Punkt das Bedürfnis größer, Defizite beim Namen zu nennen: »Von zentraler Bedeutung«, analysiert man dort in einem zusätzlichen Absatz, ist »das Zusammenführen der Interessen der beiden Landkreise.« Betrieblich sei man da schon einen Schritt weiter, bekennt die Böblinger Seite im Alleingang.

Dass es so nicht weitergehen kann wie bisher, dieser Meinung ist auch Roland Mundle. Mundle, Fraktionschef der Grünen im Böblinger Kreistag und Mitglied im Klinikverbund-Aufsichtsrat, ist der einzige, der sich mit seinem Namen zu diesem Thema äußern möchte – im Sinne einer konstruktiven Lösung, wie er betont. Denn weg mit dem Klinikverbund und zurück ins klinische Einzelkämpfer-Dasein sei das, was auf keinen Fall passieren dürfe. Im Gegenteil: »Jetzt ist es wichtig, eine gute Fusion zwischen den Kreiskliniken zu schaffen«, sagt er. Die Konflikte beruhen seiner Meinung nach im Kompetenz-Wirrwar. Zwei GmbHs unter einer Holding, das könne nicht gut gehen. »Die bisherige Unruhe ist diesem Konstrukt geschuldet«, ist er sicher. Für ihn gibt es daher nur eine Lösung: eine gemeinsame Organisation mit einem Aufsichtsrat, der aus beiden Landkreisen besetzt wird.

Damit, so sind sich viele sicher, würde die Politik nur dem folgen, was in den Kliniken schon längst gelebt wird. Ob die Verantwortlichen einen Weg finden, auf dem sie gemeinsam marschieren, muss sich zeigen. Wenn nicht, könnte die Scheidung und der Rückfall in die Zeit der Einzelkliniken drohen. Der Abgrund wäre erreicht. Es herrscht dringender Therapiebedarf.

Der Klinikverbund Südwest wurde 2006 von den Landkreisen Böblingen und Calw sowie der Stadt Sindelfingen gegründet, um die Kliniken in Böblingen, Sindelfingen, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Calw zusammenzuführen. Die Kliniken verfügen über rund 2000 Betten und versorgen ein Einzugsgebiet von 550 000 Menschen. 5000 Angestellte betreuen pro Jahr knapp 80 000 Patienten stationär und 300 000 ambulant.

Von Michael Stürm, Gerlinde Wicke-Naber und Jan-Philipp Schlecht
Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 07.06.2022

Geschrieben am 19.11.2021

Pro Krankenhäuser Calw und Nagold e.V.

Mitgliederversammlung heute, 12.11.2021

„Liebe Vereinsmitglieder, liebe Mitstreiter/innen!
Mit vereinten Kräften, seien es Unterschriftsaktionen, Bürgerversammlungen oder Gelbe Aufrufe, ist es gelungen, eine funktionsfähige stationäre Versorgung im gesamten Kreis auf den Weg
zu bringen. Die Häuser sind aber noch nicht fertiggestellt und es
bauen sich immer wieder Hürden auf. Der Kampf um Personal
und Patienten wird immer skurriler und macht selbst vor eigenen
Standorten nicht halt. Dabei ist doch für jede Betriebsstätte eine
chirurgische und internistische Voll-Abteilung für Basis-Notfallmedizin und fachärztliche Ausbildung von Studienabgängern unerlässlich. Dies ist wiederum Voraussetzung für dringend notwendige
Niederlassungen von Ärzten für die heimatnahe Versorgung. Dies
gelingt, wenn alle im Gesundheitswesen Tätige, im stationären
wie im ambulanten Bereich, noch enger zusammenrücken. Dem
medizinischen Nachwuchs müssen attraktive Angebote gemacht
werden und alle Bevölkerungsteile sind für die Akzeptanz der Einrichtungen zu gewinnen. Diesem Ziel möchte sich der Verein verstärkt widmen und als äußeres Zeichen seinen Namen ändern in
„Bürgerinitiative Gesundheitsversorgung Kreis Calw e.V.“.
Am heutigen Freitag, 12.11.21, um 19 Uhr, sind alle Mitglieder zur Hauptversammlung im Rathaus Calw herzlich
eingeladen.

Mit freundlichen Grüßen! Dr. Eberhard Bantel, Mitglied des Vorstands des Vereins Pro Krankenhäuser Calw und Nagold e.V.“

Calw Journal vom 12.11.2021

Geschrieben am 16.11.2021

Jahreslanges Ringen hat sich gelohnt

Neuausrichtung — Verein »Pro Krankenhäuser« heißt jetzt BI Gesundheitsversorgung Kreis Calw

Eine Geschichte mit gutem Ausgang sei die des 2004 gegründeten Vereins »Pro Krankenhäuser Calw und Nagold«, sagte der Vorsitzende Axel Roth am Freitagabend in seinem letzten Rechenschaftsbericht.

Der neu gewählte Vorstand des umbenannten Vereins: Bernd Neufang (von links), Steffi Druckenmüller, Tobias Eppel, Gerlinde Kress und Ewald Prokein. Foto: Tröger

Calw. Da nun der Gesundheitscampus mit dem neuen Calwer Krankenhaus im Stammheimer Feld entsteht, hat sich der bisherige Vereinszweck erfüllt. In der Mitgliederversammlung wurde die neue Satzung mit der Neuausrichtung und dem neuem Vereinsnamen beschlossen.

Bürger wachgerüttelt
»Wie Bürgerwille zwar nicht einen Berg versetzt hat, aber ein Krankenhaus von einem Hügel auf den anderen« – so könnte nach Roth der Titel einer Aufarbeitung des jahrelangen Ringens um die »nachhaltige Sicherung zweier Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung mit den Standorten Calw und Nagold«, wie es in der bisherigen Satzung zum Vereinszweck heißt, lauten. In seinem Rechenschaftsbericht ließ Roth als scheidender Vorsitzender die Ereignisse seit 2018 detailliert Revue passieren. Pandemiebedingt musste die turnusmäßig im vergangenen Jahr fällige Mitgliederversammlung ausfallen. »Der Verein und die Bürgerinitiative haben die Bürger wachgerüttelt, die Gefahr der Schließung des Calwer Krankenhaus als Haus der Grund- und Regelversorgung abgewendet und mit Hartnäckigkeit die zweitbeste Möglichkeit errungen, da sich die vernünftigste Lösung, die Einhäusigkeit in zentraler Lage, politisch nicht hat durchsetzen lassen«, resümierte er. »Die Zukunft wird zeigen, ob die Entscheidungen auch nachhaltig umgesetzt werden. Dafür wird der Verein als konstruktives Element der gesundheitspolitischen Landschaft mit einem klaren Vereinsziel, nämlich als Bürgerinitiative (BI) Gesundheitsversorgung Kreis Calw, weiter aktiv sein müssen«, nannte er die Ausrichtung und den künftigen Namen des Vereins. Aufgrund von Veränderungen im persönlichen Bereich könne er das Amt des Vorsitzenden nicht mehr angemessen ausführen. Deshalb stelle er dieses nach mehr als 17 Jahren zur Verfügung.

»Die Vergangenheit ist ab heute erledigt, wir blicken in die Zukunft«, sagte der stellvertretende Vorsitzende Bernd Neufang. Man trete ein in einen neuen Begleitprozess, die Förderung der ambulanten und stationären Gesundheitsversorgung durch die Krankenhäuser, Medizinische Versorgungszentren und Hausarztpraxen sind im Fokus des Vereins ebenso wie die Pflege von kranken, alten und behinderten Menschen. Es gelte Forderungen an den Campus zu setzen wie unter anderem für ein Wohnheim und ein Kinderbetreuungsangebot auf dem Gelände (wir berichteten). Als BI habe man einen großen Beitrag dafür geleistet, dass mit Eberhard Bantel, Martin Handel und Bernhard Plappert wichtiger medizinischer Sachverstand im Kreistag vertreten ist. »Die Orthopädie zusammen mit der Unfallchirurgie muss in Calw bleiben«, formulierte Neufang eine weitere Forderung, die aktuell großer Aufmerksamkeit bedarf. Dazu habe Frieder Hezel ein Diskussionspapier für den Kreistag erarbeitet.

»Ich muss Ihnen ein großes Lob für Ihre Arbeit, Tatkraft und für das bisher Erreichte aussprechen«, sagte Oberbürgermeister Florian Kling. Er wisse zu würdigen, »dass Sie weitermachen und Interesse haben an guter Gesundheitsversorgung im Kreis.« Er könne nicht sehen, dass der Gemeinderat, wie von Axel Roth beschrieben, nicht dabei mithelfe. Im Gegenteil, »der Gemeinderat und ich laufen jedem Arzt hinterher, zum Beispiel Kinderärzten, da brauche ich Sie an der Seite, um für Calw einen Kinderarzt zu gewinnen.«

Neue Zielsetzung
Man wolle neue Strukturen im Verein einleiten, sagte der neue Vorsitzende Neufang in seinem Ausblick, dafür habe man sich kompetent verstärkt. Mit der neuen Zielsetzung wolle man Impulse geben, denn eine gute Gesundheitsversorgung sei nicht nur abhängig vom Krankenhaus, sie brauche auch andere Disziplinen wie Rehakliniken und geriatrische Einrichtungen. »Dafür wollen wir eintreten und das in enger Abstimmung mit der Stadt.« Manchmal lege man den Finger in die Wunde, »das können wir, weil wir nicht politisch sind«.

Zum neuen Vereinsvorsitzenden wählten die anwesenden Mitglieder Bernd Neufang. Ewald Prokein wurde als stellvertretender Vorsitzender bestätigt. Neu im Amt als weitere Stellvertreter sind Frieder Hezel und Tobias Eppel. Eppel ist Facharzt für Allgemeinmedizin und hat einen Teil seiner Ausbildung am Calwer Krankenhaus absolviert.

Kassiererin bleibt für weitere zwei Jahre Gerlinde Kress. Gemäß der neuen Satzung ergänzen künftig Steffi Druckenmüller als Schriftführerin und Pressewartin sowie Rosi Schaber, Hans Strasser, Konstantin Römer und Rolf Johnen als Beisitzer das Vorstandsgremium.

Ebenfalls neu in die Satzung aufgenommen wurde die Möglichkeit, verdiente Mitglieder zum Ehrenmitglied zu ernennen. Zum ersten Mal wurde diese Ehre dem bisherigen Vorsitzenden zuteil. OB Kling ging in seiner Laudatio auf den Anlass zur Gründung des Vereins und die lange Vorstandstätigkeit von Axel Roth ein. »Wir bekommen ein neues, vollständiges Krankenhaus. Dazu haben Sie und der Verein einen wichtigen Beitrag geleistet. Wir in Calw und ich als Oberbürgermeister sind dankbar für Ihren Einsatz.« Wenn der Kaiser eine Schlacht gewonnen hat, hatte er nicht selbst den Finger am Abzug, spielte Roth darauf an, dass ein Vorsitzender nur stark ist mit einem Team. »Ich nehm’s an, aber nicht für mich alleine, sondern für alle, alle meine Mitstreiter.«

Von Jeanette Tröger
Schwarzwälder Bote, Teil Calw vom 15.11.2021

Geschrieben am 11.11.2021

Die drei Einzelgesellschaften sollen jetzt fusionieren

Klinikverbund — Aufsichtsräte verabschieden Absichtserklärung / Verwaltung erhält im Dezember Auftrag

Der Klinikverbund Südwest plant die Fusion der bestehenden Einzelgesellschaften.

Nordschwarzwald. Die Aufsichtsratsgremien des Klinikverbundes Südwest verabschiedeten in ihrer Klausurtagung vergangene Woche mit großer Mehrheit eine Absichtserklärung für eine zukünftige Fusion der noch getrennt bestehenden Trägergesellschaften und verständigten sich damit auf eine noch engere Zusammenarbeit.

Auf Basis dieser Entscheidung soll die Verwaltung in der Aufsichtsratssitzung im Dezember formal beauftragt werden, ein Konzept mit Fusionsoptionen für die bestehenden Gesellschaften zu entwickeln.

Seit dem Ausstieg der Stadt Sindelfingen als Gesellschafter im Jahr 2014 untersteht der Klinikverbund Südwest insgesamt drei Aufsichtsratsgremien, dem der Kreiskliniken Böblingen gGmbH, der Kreiskliniken Calw gGmbH und der Klinikverbund Südwest GmbH, die sowohl unterschiedlich personell besetzt sind als auch zu unterschiedlichen Terminen tagen.

Um die anstehenden Herausforderungen des Gesundheitswesens angehen zu können, sollen nun die komplexen Abstimmungen und Entscheidungswege in einem zusammengefassten Aufsichtsratsgremium gebündelt, vereinfacht und dadurch die operative Schlagkraft des Verbundes gestärkt werden. Für die standort- und landkreisübergreifende Zusammenarbeit würden so strukturell noch bestehende Hürden abgebaut, was in der Folge der Patientenversorgung dienen soll, teilte der Klinikverbund mit.

Mit der Absichtserklärung hätten die Aufsichtsräte somit die Ideen der Gründungsväter des Klinikverbund Südwest bestätigt. Diese hätten einen solchen Schritt bereits in den Konsortialverträgen bei Gründung des Verbundes als Evolution in Aussicht gestellt.

»Nach 15 Jahren Klinikverbund-Historie herrscht breiter Konsens unter den Aufsichtsratsmitgliedern, dass eine vollständige Fusion der Strukturen, wie sie bereits bei Verbundgründung angedacht war, nach wie vor der nächste logische Schritt in der Weiterentwicklung der Kliniken ist«, erläuterten Landrat Roland Bernhard, Aufsichtsratsvorsitzender des Klinikverbundes Südwest und der Kreiskliniken Böblingen, und Landrat Helmut Riegger, Aufsichtsratsvorsitzender der Kreiskliniken Calw. »Wir haben die Fusions-Frage in der Klausurtagung mit allen Aufsichtsräten ehrlich und ausführlich diskutiert, von allen Seiten und in allen Konsequenzen beleuchtet und sind nahezu einstimmig zu dieser Überzeugung gelangt. Damit stellen wir stringent die Weichen für die Zukunft.«

Bereits im Juli 2020 sei mit der Gründung des verbundweiten Direktoriums, das medizinische und pflegerische Expertise aller Standorte konstant in die Unternehmensleitung einbinde, eine erste sehr erfolgreiche Zusammenführung in der Management-Ebene erfolgt. Der so geschaffene standortübergreifende enge Austausch habe sich in der Pandemie bereits ausgezeichnet bewährt. In der logischen Folge solle nun die gesamte unternehmensstrukturelle Aufstellung nachziehen. Diesen Auftrag erhalte damit die nächste Geschäftsführung des Klinikverbundes Südwest.

Über diese werden die Aufsichtsräte in den Sitzungen im Dezember tiefergehend beraten, um die Ausrichtung der Geschäftsführung in Einklang mit den strukturellen Anpassungen der Klinikverbund Südwest Holding, respektive Klinikgesellschaften zu bringen. Geschäftsführer Martin Loydl werde seine Tätigkeit fortführen, bis eine geordnete und fundierte Übergabe der Geschäfte an eine Nachfolge möglich sei.

Der Klinikverbund Südwest ist ein Zusammenschluss der Krankenhäuser Böblingen, Calw, Herrenberg, Leonberg, Nagold und Sindelfingen. Gemeinsam mit den Medizinischen Gesundheitszentren und der Krankenhaus Service GmbH Schwarzwald zählt er zu den größten kommunalen Gesundheitseinrichtungen in Süddeutschland. Träger sind die beiden Nachbarlandkreise Böblingen und Calw.

Schwarzwälder Bote, Teil Nordschwarzwald vom 10.11.2021