Presseartikel

Auf dieser Seite finden Sie Presseartikel zu den geplanten personellen Veränderungen im Krankenhaus Calw.

Geschrieben am 23.10.2017

Calw fordert, Kreißsaal offen zu halten

Aufreger: OB schreibt an Klinikverbund

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate ist derzeit der Calwer Kreißsaal jeweils samstags geschlossen — und das noch bis einschließlich 28. Oktober. Im Calwer Gemeinderat sorgte das jüngst für eine zum Teil hitzige Debatte. Nun wandte sich Calws Oberbürgermeister Eggert in einem Brief an den Vorsitzenden der Geschäftsführung des Klinikverbundes Südwes, Jörg Noetzel.

Der Inhalt: eine mahnende Ansprache an den Klinikverbund, dass sich eine solche Situation künftig nicht mehr wiederholen dürfe. So fordert der Calwer Gemeinderat unter anderem, Leistungseinschränkungen dieser Art sollen durch eine vorausschauende und engagierte Personalpolitik vermieden werden. Das Gremium fürchtet, dass die Abteilung ernsthaft gefährdet sei. sollte es auch künftig zu zeitweisen Schließungen kommen.

Und nicht nur das: Auch der Vorwurf, dass das Calwer Krankenhaus und seine Mitarbeiter bewusst beeinträchtigt werden, steht im Raum.

Von Ralf Klormann

Schwarzwälder Bote, Nordschwarzwald vom 27.9.2017

Geschrieben am 23.10.2017

Die Räte fordern: Das darf sich nicht wiederholen!

OB Ralf Eggert wendet sich wegen Kreißsaal-Schließung an Klinikverbund

Samstags sollte eine Frau dieser Tage besser kein Kind bekommen – denn dann ist der Calwer Kreißsaal derzeit geschlossen. So darf es nicht weitergehen, unterstreicht der Calwer Gemeinderat. Oberbürgermeister Ralf Eggert wandte sich deshalb mit deutlichen Worten an den Klinikverbund.

Zuerst vom 10. Juni bis zum 29. Juli, nun seit dem 2. September und bis einschließlich 28. Oktober — in diesen beiden Zeiträumen blieb und bleibt der Kreißsaal des Calwer Krankenhauses jeweils samstags ab 6 Uhr bis Sonntagmorgen 6 Uhr geschlossen. Und damit zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate. Unter anderem Hans Necker (NLC) reichte es nun: In der jüngsten Sitzung des Calwer Gemeinderates machte er seinem Ärger deutlich Luft – und betonte, dass sich wiederholende Schließungen dem guten Ruf des Krankenhauses schaden würden. Eine einfache Lösung scheint aber nicht in Sicht zu sein.

Auch andernorts begehrt

Denn, so führte OB Ralf Eggert aus, Hintergrund der Schließungen sei bekanntermaßen der bundesweite Hebammenmangel. Und Calw habe in den vergangenen Monaten sogar vom Klinikverbund zusätzliche Hebammen zur Verfügung gestellt bekommen. > Wir hätten sonst viel früher Probleme bekommen«, erklärte der OB. Durch Schwangerschaft und Umzug von Hebammen habe sich die Situation letztlich aber doch wieder zugespitzt.

Der Klinikverbund plane, das Problem mit einer Hebammenschule in Nagold zu lösen. Ob die dort ausgebildeten Fachkräfte jedoch am Ende im Kreis blieben, sei letztlich unklar. Denn: Auch andernorts sind Hebammen begehrt, können sich ihren Arbeitsplatz entsprechend nahezu frei aussuchen. »Der Markt ‚ist leer«, stellte Eggert klar. Ausbildungsplätze seien nicht begehrt, unter anderem weil in Schichten und an Wochenenden gearbeitet werden müsse und man eine hohe Verantwortung trage.

Ralf Recklies (SPD) regte daraufhin an, eine Art Petition an den Kreistag zu verfassen, damit dieser sich an den Bund wende. Letzterer solle aufgefordert werden, die Bedingungen für Hebammen — unter anderem was die Versicherung betreffe — zu verbessern, um den Beruf attraktiver zu machen. Adrian Hettwer (GfC) meinte jedoch, die Situation sei bekannt, eine Petition helfe deshalb nicht.

Eggert schlug letztlich vor, einen Brief an den Vorsitzenden der Geschäftsführung des Klinikverbundes Südwest, Jörg Noetzel, zu schreiben. Darin erklärt der OB, dass nur ein kleiner Teil der Calwer Gemeinderäte überzeugt sei, »dass die Geschäftsführung alles unternimmt, um die Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe am Standort Calw zu erhalten und zu stärken«.

Darüber hinaus stehe der Vorwurf im Raum, dass »durch Behinderungen der Ärzte, des Pflegepersonals und Verzögerungen und Erschwernisse bei der Nachbesetzung offener Stellen bewusst das Krankenhaus und seine Mitarbeiter beeinträchtigt werden«.

Der Brief endet mit der Forderung, dass sich eine solche Situation nicht wiederholen dürfe und dass dafür alles getan werden müsse.

 

Von Ralf Klormann

Schwarzwälder Bote vom 27.9.2017

 

INFO Der Beschluss im Wortlaut

Der Gemeinderat der Großen Kreisstadt Calw anerkennt, dass die Besetzung von freien Stellen von Hebammen, Pflegekräften und Ärzten eine Herausforderung darstellt. Er würdigt ausdrücklich, dass durch Personal aus anderen Standorten eine Unterstützung erfolgt ist, was seinerzeit auch wesentlicher Grund für den Beitritt in die Holding war.

Gleichwohl fordert der Gemeinderat den oben genannten Personenkreis (Geschäftsführung der Holding, des Kreiskrankenhauses Calw und die Personalabteilung, Anm. d. Red) auf, künftige Leistungseinschränkungen des Kreiskrankenhauses Calw durch eine vorausschauende und engagierte Personalpolitik zu vermeiden.

Nachdem binnen eines halben Jahres nun zweimal die Geburtshilfe in Calw zeitweise geschlossen werden muss, sieht der Gemeinderat den Bestand der Abteilung bei einer Wiederholung dieser Situation als ernsthaft gefährdet an. Die Sorge um Nichtbesetzung bzw. verzögerte Besetzung von Steilen betrifft ausdrücklich auch andere Abteilungen des Krankenhauses, also alle Ärzte, das Pflegepersonal sowie die Verwaltungsmitarbeiter.

Der Gemeinderat erwartet von der Geschäftsführung, dass eine derartige Situation sich nicht wiederholen wird. Ihm ist bewusst, dass dies eine besondere Herausforderung angesichts des bundesweiten Personalmangels darstellt. Aber das Krankenhaus in Calw liegt nicht in der tiefen ländlichen Region, sondern eine halbe Stunde Fahrtzeit von Böblingen/Sindelfingen und damit von der Metropolregion Stuttgart entfernt. Außerdem sind wir in einem großen Klinikverbund, was die Sicherstellung von ausreichendem Personal wesentlich erleichtern muss.

Geschrieben am 15.09.2017

Krankenhaus: Wusste wirklich niemand was?

Die Stadt Calw befindet sich in Gesprächen mit dem Landratsamt über die Zukunft des Krankenhausgeländes. Diese Nachricht unserer Zeitung hatte Anfang August für Aufregung gesorgt. Selbst der Gemeinderat habe nichts gewusst, beschwerte sich eine Rätin. Ach wirklich?

Wenn man als Mitglied des Gemeinderates aus der Zeitung erfährt, worüber sich Oberbürgermeister Eggert in Sachen Calwer Krankenhaus Gedanken macht, dann ist man mehr als enttäuscht.” Mit diesen Worten beginnt ein Leserbrief von Irmhild Mannsfeld, den die Calwer Gemeinderätin stellvertretend für ihre Fraktion, die Neue Liste Calw (NLC), im August verfasst hatte. » weiterlesen

Geschrieben am 08.09.2017

Engpass in der Geburtshilfe

Wer im Kreis Calw in den nächsten Wochen ein Kind erwartet, sollte sich – zumindest an den Wochenenden – über einen alternativen Geburtsort Gedanken machen: Aufgrund einer nach wie vor angespannten Personalsituation steht der Kreißsaalbetrieb an den Kliniken Calw an den Wochenenden im September und Oktober nur eingeschränkt zur Verfügung. Das teilt der Klinikverbund Südwest mit, der sich nicht zum ersten Mal in diesem Jahr zu dieser Restriktion gezwungen sieht.

Beginnend mit dem kommenden Samstag, 2. September, bis einschließlich 28. Oktober bleibt jeweils samstags – ab 6 Uhr bis Sonntagmorgen 6 Uhr – der Kreißsaal geschlossen. Sonntag bis Freitag sei die Rund-um-die-Uhr-Versorgung in der geburtshilflichen Abteilung aber “vollumfänglich gewährleistet”, so der Klinikverbund.

Bereits im Juni und Juli diesen Jahres sahen wir uns leider erstmals zu dieser Maßnahme gezwungen”, erläutert der medizinische Geschäftsführer des Klinikverbundes Südwest, Jörg Noetzel die Situation. “Die ursprünglich für August anvisierte Verstärkung im Bereich der Hebammen wird nach jetzigem Stand aber erst im Herbst greifen, so dass das gesamte Geburtshilfliche Angebot in Calw erst ab November wieder uneingeschränkt zur Verfügung steht.” Man bedauere diese neuerliche Versorgungseinschränkung, aber im Hinblick auf die Patientensicherheit könne und wolle man keinerlei Kompromisse eingehen.

Der Klinikverbund verweist in den Kreis Böblingen: Den schwangeren Patientinnen stünden bis dahin an den betreffenden neun Samstagen innerhalb des Klinikverbundes Südwest die geburtshilflichen Abteilungen in den Krankenhäusern Herrenberg und Leonberg sowie in den Kliniken Böblingen als Maximalversorger mit Perinatalzentrum zur Verfügung.

In Notfällen sei aber eine medizinische Erstversorgung schwangerer Patientinnen am Standort Calw auch an den Samstagen weiterhin gewährleistet. Die medizinische und pflegerische Versorgung auf der Wöchnerinnenstation bleibe uneingeschränkt auch am Wochenende bestehen, ebenso wie das gesamte operative und konservative gynäkologische Leistungsangebot der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe unter der Leitung von Chefarzt Arka­diusz Praski.

Alle Schwangeren, die sich bislang schon für eine Entbindung im September und Oktober in Calw angemeldet hatten, werden vom Hebammenteam über die aktuelle Situation sowie über die Geburts– und Betreuungsangebote der umliegenden Kliniken informiert.

Für Schwangere in der Region Calw bietet der Klinikverbund Südwest zudem für Rückfragen rund um die eingeschränkte Kreißsaalpräsenz und die korrespondierenden Geburts– und Betreuungsangebote der umliegenden Kliniken, sowie auf Wunsch eine Weitervermittlung dorthin, ein Kontakttelefon unter 07051/14–41244 an.

 

Schwarzwälder Bote vom 31.8.2017

Geschrieben am 07.09.2017

FDP: Kritik an Plänen kontraproduktiv

Nach einer Fraktionssitzung hat sich die FDP-Kreistagsfraktion klar hinter das Krankenhaus-Konzept “3plus” gestellt. Das Konzept mache die beiden Krankenhäuser zukunftsfähig. Zudem sei der Standort Calw mit dem geplanten Gesundheitscampus “hervorragend aufgestellt”, heißt es in einer Mitteilung der Fraktion.

Alle Versuche von außen, das Krankenhauskonzept zu verwässern oder gar umzudrehen, sind kontraproduktiv und müssen zurückgewiesen werden”, so Fraktionschef Karl Braun aus Haiterbach. Dies gelte auch für die Gestaltung der Baukonzeption am Standort Nagold. Trotz allem sei man über das weiter hohe Defizit – 5,8 Millionen Euro im Jahr 2016 – besorgt. » weiterlesen

Geschrieben am 22.08.2017

Kreis will bei Umsetzung keine Zeit verlieren

Landrat Helmut Riegger und Projektleiter Albrecht Reusch wollen bei der Umsetzung des Klinikkonzepts so schnell wie möglich Nägel mit Köpfen machen. Im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten informierten beide über Details der Umsetzung – und auch über Details über das Angebot am Standort Calw.

Für Helmut Riegger ist die Lage klar. Mit überdeutlicher Mehrheit hat der Kreistag die Umsetzung des Klinikkonzeptes “3plus” beschlossen. Und jetzt geht es so schnell wie möglich an die Umsetzung. “Wir lassen uns nicht von unserem Weg abbringen”, macht er im Gespräch im Calwer Landratsamt deutlich. Der Weg ist klar: Bis 2020 soll das Krankenhaus in Nagold für 38 Millionen Euro umgebaut werden. In Calw soll für 36 Millionen Euro ein neues Klinikum entstehen. Als Fertigstellungszeitraum hat man auch da das Jahr 2020 im Blick.

Beginnen wird man mit dem Projekt Nagold – “und das so schnell wie möglich”, wie Kreischef Riegger sagt. Allerdings wird die Maßnahme kein Spaziergang, immerhin soll das Krankenhaus im Bestand und unter Vollbetrieb von Grund auf saniert werden. “Das dürften drei härtere Jahre dort am Standort werden”, befürchtet Albrecht Reusch. » weiterlesen

Geschrieben am 22.08.2017

Droht Engpass bei Intensivversorgung?

Kai-Uwe Kühn ist ein Mann der klaren Worte. Sollte eine Intensivversorgung im Calwer Krankenhaus nicht mehr möglich sein, sei das für das Klinikum Nordschwarzwald nicht akzeptabel, sagt der Professor für Psychiatrie und neue Chefarzt im Zentrum für Psychiatrie (ZfP).

Schon allein die Verlagerung der Calwer Klinik von ihrem jetzigen Standort in das Gewerbegebiet Stammheimer Feld ist dem Klinikum, oberhalb von Hirsau gelegen, ein Dorn im Auge. Zwar verlängern sich die Fahrzeiten allenfalls nur um ein paar Minuten. Bei Herzinfarkten oder Schlaganfällen kommt es aber auf jede Sekunde an. Für Kühn ist das eindeutig eine Verschlechterung der Versorgungsqualität. » weiterlesen

Geschrieben am 04.08.2017

Neues Stadtviertel soll entstehen

Jetzt ist die Karte aus dem Sack. Die Stadt plant eine umfassende städtebauliche Neugestaltung rund um das heutige Krankenhausgelände.

Der Begriff von einer Nachnutzung des Krankenhauses sei zu kurz gegriffen, sagt Oberbürgermeister Ralf Eggert im Gespräch mit unserer Zeitung. Viel mehr gehe es um die Neugestaltung eines ganzen Stadtviertels, das dort entstehen soll. » weiterlesen

Geschrieben am 31.07.2017

Krankenhaus: Große Verunsicherung über Zukunft

Schön, dass wir uns hier einmal ausgetauscht haben”, meinte Oberbürgermeister Ralf Eggert am Donnerstagabend während der Gemeinderatssitzung, als er die Debatte über den möglichen Neubau eines Krankenhauses Calw beendete. Schön war’s aber nicht wirklich. » weiterlesen

Geschrieben am 20.07.2017

Das Minus ist deutlich

Dass aus wirtschaftlicher Sicht weiterhin Handlungsbedarf auf dem Krankenhaussektor besteht, zeigte sich bei der Präsentation des Jahresergebnisses 2016 der Kreiskliniken Calw gGmbH im Calwer Kreistag. » weiterlesen